Weltmeister Frankreich scheitert an Spanien

HANDBALL ⋅ Die Finalpaarung an der Handball-Europameisterschaft in Kroatien lautet überraschend Spanien gegen Schweden.
Aktualisiert: 
26.01.2018, 22:29
26. Januar 2018, 19:51

Die Iberer bezwangen Weltmeister Frankreich 27:23, Schweden siegte gegen Olympiasieger Dänemark 35:34 nach Verlängerung.

Vor einem Jahr feierten die Franzosen mit neun Siegen in neun Partien souverän ihren sechsten WM-Titel. An der EM setzten sie ihren Siegeszug in der Vor- und Hauptrunde fort und erreichten als einzige Mannschaft mit einer makellosen Bilanz die Halbfinals. Dort allerdings erlebte die Equipe Tricolore ihr Waterloo. Nach dem 8:8 (18.) gelang ihr bis zur Pause nur noch ein Tor, sodass es nach 30 Minuten 15:9 für Spanien stand.

Wer nun mit einer Aufholjagd des Favoriten rechnete, wurde zunächst enttäuscht. In der 45. Minute führten die Iberer gar 23:14. Dennoch kam nochmals etwas Spannung auf, verkürzten doch die Franzosen mit sechs Toren in Serie auf 20:23 (51.). Nach dem 25:21 (58.) der Spanier gab es über den Ausgang der Partie keinen Zweifel mehr.

Dass die Franzosen nach der ersten Halbzeit mit sechs Toren hinten lagen, hatte auch mit der schwachen Leistung von Vincent Gérard zu tun. Der beste Goalie der letztjährigen WM, der vor dem Halbfinal mit einer Abwehrquote von 38 Prozent überzeugt hatte, wehrte in der ersten Halbzeit bloss drei von 17 Schüssen ab. Auch Teamleader Nikola Karabatic erreichte mit drei Toren aus acht Abschlüssen nicht sein gewohntes Rendement.

Eine spezielle Geschichte schrieb der spanische Keeper Arpad Sterbik. Der eigentlich aus dem Nationalteam zurückgetretene 38-Jährige wurde nach der Verletzung von Perez de Vargas reaktiviert und parierte drei von fünf Penaltys, zwei davon in jener Phase in der ersten Halbzeit, in denen die Iberer davonzogen.

Erstaunliches Schweden

Auch im packenden zweiten Halbfinal gewann mit Schweden die als Aussenseiter gehandelte Mannschaft. Die im Vergleich zu den Dänen deutlich unerfahreneren Schweden beeindruckten mit einer erstaunlichen Reife. Obwohl sie in den letzten zwei Minuten der regulären Spielzeit ein 28:25 verspielten und praktisch mit dem Schlusspfiff den Ausgleich zum 28:28 kassierten, bewahrten sie in der Verlängerung die Ruhe. 25 Sekunden vor dem Ende der zehnminütigen Overtime macht Linus Arnesson mit seinem sechsten Tor zum 35:33 alles klar für die Schweden, die während der gesamten Partie nie in Rückstand lagen. Als Matchwinner ist aber Goalie Andreas Palicka zu bezeichnen, dem sagenhafte 20 Paraden gelangen.

Schweden ist mit vier EM-Titeln der Rekordchampion. Die letzte Goldmedaille liegt allerdings schon 16 Jahre zurück. Seither war der 5. Platz im Jahr 2008 das beste Resultat an diesem Turnier. Während die Skandinavier noch keinen EM-Final verloren haben, ist bei Spanien das Gegenteil der Fall. Die Iberer erreichten schon viermal das Endspiel, zuletzt vor zwei Jahren, die Krönung blieb ihnen bislang aber verwehrt. (sda)


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