40 starke Schweizer Minuten in Slowenien

HANDBALL ⋅ Die Schweiz unterliegt beim Start zur EM-Ausscheidung in Slowenien 27:32. Michael Suters im Sommer neu formierte Nationalmannschaft stellt das europäische Topteam lange vor erhebliche Probleme.

Aktualisiert: 
02.11.2016, 20:00
02. November 2016, 19:42

Bis zur 40. Minute hatten die Schweizer in Velenje vor 2000 Zuschauern einen Kontrahenten kontrolliert, der seit Jahren zur erweiterten Weltspitze gehört, ehe die Kräfte schwanden und die Übersicht entglitt. Die Einheimischen erzwangen während der ersten Schwächeperiode des Herausforderers innert Kürze den Umschwung vom 19:21 zum 26:22 (48.).

Der temporäre Einbruch war für die zuvor weitgehend überzeugende Equipe Suters nicht mehr zu korrigieren. Stattdessen drehte das routinierte Ensemble von Veselin Vujovic auf. Im Finish beherrschte die Mannschaft, deren Akteure mehrheitlich bei Champions-League-Teilnehmern und teilweise an den besten Adressen Europas engagiert sind, die im internationalen Ranking derzeit deutlich distanzierten Schweizer diskussionslos.

Aber die neunte Niederlage in Folge gegen Slowenien ist zu relativieren. Während zwei Dritteln der Begegnung traten die SHV-Talente keinesfalls wie ein Team auf, das in der EM-Ausscheidung seit 2012 keinen Punkt mehr gewonnen hat. Potenzial zum erfolgreichen Umbruch ist vorhanden, zumal der Bundesliga-Topstar Andy Schmid bei der Ouvertüre krankheitsbedingt fehlte. Im nächsten Heimspiel gegen den Titelhalter Deutschland am nächsten Samstag im gut gefüllten Zürcher Hallenstadion ist indes wieder mit dem Captain der Rhein-Neckar Löwen zu rechnen.

Viele Paraden von Portner

In der ersten Hälfte glänzten die Schweizer wie seit Jahren nicht mehr in einem relevanten Spiel auf Ausscheidungs-Niveau. Suters verjüngte Equipe überraschte den Favoriten mit ihrem beträchtlichen Repertoire im Angriff und ihrer exzellenten Abwehrarbeit. In der besten Phase erhöhte die SHV-Auswahl ihre Reserve auf fünf Treffer.

Neben der bemerkenswerten Effizienz im Angriff war Keeper Nikola Portner vorübergehend ein zentraler Faktor. Der 22-jährige Professional des französischen Topklubs Montpellier verhinderte mit seiner Serie von Schlüsselparaden lange die viel früher befürchtete Differenz zu Gunsten der Slowenen.

Am Samstag steht für die Mannschaft von Nationaltrainer Michael Suter das Heimspiel im Zürcher Hallenstadion gegen Deutschland an. Der Europameister deklassierte in seinem ersten Spiel Portugal mit 35:24 (16:10). (sda)


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