Erneut eine knappe Niederlage

HANDBALL ⋅ Fortitudo Gossau verliert in der NLA wieder nur mit wenigen Toren Unterschied. Gegen Bern Muri setzt es daheim ein 19:22 ab. Der Gossauer Kampfgeist allein genügte nicht.
15. Oktober 2017, 05:18
Sarina Bischoff

Sarina Bischoff

 

Nach der knappen und etwas ­unglücklichen Niederlage gegen Pfadi Winterthur wollten es die Gossauer in der NLA gegen Bern Muri gestern besser machen. Dies gelang nicht. Die St. Galler verloren mit 19:22 (8:11) erneut knapp. Vor lediglich 140 Zuschauern spielten die beiden Mannschaften ausgeglichen, jedoch mit leichten Vorteilen für die Gäste aus Bern.

Die Gossauer starteten mit viel Wille und Motivation ins Spiel. Es war zu sehen, dass sie den nächsten Sieg und, damit verbunden, den Anschluss an den Trennstrich in der Tabelle schaffen wollten. Doch tat sich Fortitudo schwer, in die Partie zu finden. Ungenaue Abschlüsse im Angriff verhinderten, dass die Gossauer mehr Zählbares zustande brachten. Die Ostschweizer konnten sich jedoch auf ihren Goalie Aurel Bringolf verlassen, der in der ersten Halbzeit 10 und insgesamt 20 Paraden zeigte und so verhinderte, dass sein Team zu sehr in Rücklage geriet. So liessen sich die Fürstenländer nie abschütteln und übernahmen mit 7:6 sogar die Führung.

Furioser Start nach der Pause

Doch in der Folge verspielten die Gossauer den Vorsprung wieder und gestanden den Bernern drei Treffer in Serie zu. Bis zur Pause vermochten die Gäste den Vorsprung zu halten und führten 11:8. Dies hatten die Berner auch Torhüter Dragan Marjanac zu verdanken, der eine gute erste Halbzeit mit – wie Bringolf – zehn Paraden zeigte. Marjanac konnte dabei auf die kompakte Verteidigung seiner Vorderleute zählen.

Nach dem Seitenwechsel legten die Gossauer fulminant los. Sie verteidigten aggressiver und spielten im Angriff druckvoller. Innerhalb von sieben Minuten erzielten sie sechs Tore, während sie nur eines zuliessen. Die Folge war eine 14:12-Führung. «Wir haben uns in der Pause vorgenommen, mit mehr Geduld zu spielen, und dies hat dann auch gut geklappt», sagte Samuel Weingartner nach dem Spiel, «und dann verloren wir unser Konzept.» In der Tat verloren die St. Galler nach dem Systemwechsel der Berner Abwehr auf eine offensivere Verteidigung etwas den Faden. Sie machten zu viele Fehlwürfe und rannten in der Folge dem Rückstand hinterher. Einzig Goalie Bringolf war es – wie in der ersten Halbzeit – zu verdanken, dass seine Mannschaft den Spielstand weiterhin ausgeglichen halten konnte. Dieser gab die Lorbeeren aber gleich weiter: «Wir hatten eine super Deckung, haben gekämpft und unsere Chancen kreiert.»

Kein glückliches Ende

Trotz erneut starkem Kampf reichte es am Ende wieder nicht zum Sieg. Die Angriffe wurden müder, und der Gegner konnte auf gleichem Niveau, wenn auch nicht überlegen, weiterspielen. «Bern hat ein grosses Kader und ist erfahrener als wir», sagte Bringolf, «bei uns fehlt immer etwas. Heute ist uns am Ende die Luft aus­gegangen.» So konnten die Ostschweizer zum Schluss nicht mehr zusetzen und mussten mit dem 19:22 die vierte Saisonniederlage hinnehmen. «Wir haben schlichtweg zu wenig Tore erzielt», analysierte Bringolf, «damit können wir natürlich nicht ganz zufrieden sein. Trotzdem dürfen wir den Kopf nicht in den Sand stecken, denn wir hatten bisher in jedem Spiel die Chance auf den Sieg. Darauf müssen wir bauen.»


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