Ein Abend zum Vergessen

ENTTÄUSCHUNG ⋅ Die Handballerinnen des LC Brühl verlieren die zweite Partie des Playoff-Finals auswärts gegen Zug 20:25. Vor allem in der Offensive erreichen die St.Gallerinnen nicht ihr gewohntes Rendement. Die Entscheidung um den Titel fällt somit am Sonntag.
24. Mai 2017, 05:18
Ives Bruggmann, Zug

Ives Bruggmann, Zug

 

Als Azra Mustafoska das erste Tor für den LC Brühl erzielt, läuft bereits die 13. Minute. Und auch danach stimmt in der St.Galler Offensive nicht viel zusammen. Ein technischer Fehler hier, ein Fehlwurf da. «Wir sind nicht bereit gewesen», sagte Brühls Trainer Werner Bösch. Man habe zu oft die falschen Entscheide getroffen. «Wenn du erst sechs Minuten vor Spielende anfängst zu treffen, dann ist das eindeutig zu spät», sagte Bösch.

In der Tat erzielten die St.Gallerinnen in den letzten fünf Minuten der Partie noch fünf Treffer und hielten damit den Schaden in Grenzen. Es war aber die einzige Phase, in der im Angriff sowohl schnell gespielt als auch im richtigen Moment abgeschlossen wurde. Auch nach der Pause mussten sich die Brühlerinnen bis zur 39. Minute gedulden, ehe ihnen der erste Treffer des zweiten Abschnitts gelang. Dies, obwohl Bösch in der Pause nochmals eindringlich auf seine Spielerinnen eingewirkt hatte. «Ich habe gesagt, dass sie die Chancen fertig spielen, vielleicht noch einen Pass mehr spielen sollen.» Doch bis auf die letzten Minuten fanden Böschs Spielerinnen nie das richtige Rezept. Kaum eine Spielerin war zuvor auf eine Abschlussquote von über 50 Prozent gekommen.

Zugs Steigerung in der Abwehr

Ganz anders die Gefühlslage beim LK Zug. Die Zentralschweizerinnen vermochten sich im Vergleich zur ersten Partie, als sie 34 Gegentore erhalten hatten, vor allem in der Deckung erheblich zu steigern. «Wir haben sensationell gedeckt», sagte der zufriedene Trainer Damian Gwerder. «Die Abwehr hat es heute ausgemacht.» Zudem konnten sich die Innerschweizerinnen im Tor auf Marion Betschart verlassen. Sie kam mit insgesamt 17 Paraden auf eine ausgezeichnete Abwehrquote von 48 Prozent. Gwerder will nach dem Sieg im zweiten Spiel mehr. «Jetzt fahren wir mit einem positiven Gefühl nach St.Gallen.» Zur Ausgangslage des Entscheidungsspiels sagt er: «Brühl muss, wir dürfen.»

Auch die Brühler Rückraumspielerin Stephanie Haag fand nach dem Spiel schnell den Grund für die Niederlage. «An der Deckung lag es nicht», sprach sie die 25 Gegentreffer an. «Wir verwerteten die hundertprozentigen Chancen nicht», fügte Haag hinzu. Zudem hätten sie statisch agiert und den Ball schlecht laufen gelassen. «Wenn du so spielst, kommt dann auch noch das Pech dazu, was die vielen Pfosten- und Lattentreffer zeigen.» Zwar sei die Enttäuschung kurz nach dem Spiel vorhanden. Nach dem Duschen sei sie aber schon wieder runtergespült. Schliesslich warte am Sonntag Spiel drei. «Ich bin sehr positiv, was diese Partie anbelangt», sagt Haag. Dass der LC Brühl am Sonntag vor heimischer Kulisse antreten darf, stimmt Haag zuversichtlich. «Das ist unsere Halle. Daheim werden wir es besser machen.»


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