Aus für St.Otmars Trainer

TRENNUNG ⋅ Predrag Borkovic ist nicht mehr Trainer der St.Galler NLA-Handballer. Drei Niederlagen in den ersten drei Spielen der neuen Saison führen zur sofortigen Freistellung.
15. September 2017, 17:25
Daniel Good
Verbannung in die Abstiegsrunde in der vergangenen Saison, drei Niederlagen zu Beginn der neuen Spielzeit: Der St.Galler Traditionsclub St.Otmar hat schon bessere Zeiten erlebt als zuletzt. Da stellt sich die Trainerfrage von selbst – auch im Handball. Im Umfeld des Clubs war schon seit längerem Unruhe auszumachen. Der Trainer war vielen ein Dorn im Auge. Fachlich macht dem 52-jährigen Predrag Borkovic zwar keiner so schnell etwas vor, aber die Art und Weise, wie er die – oft jungen – Spieler behandelte, löste häufig Kopfschütteln aus. Nun stellt die Clubleitung St.Otmars den Trainer frei. Triebfeder der Trennung waren die laschen Auftritte des Teams im Cupspiel Ende August daheim gegen Bern-Muri und am vergangenen Mittwoch gegen Wacker Thun.

Borkovic hatte einen noch bis am 31. Mai 2018 gültigen Vertrag. Er war seit Anfang 2015, als sich St.Otmar vom Tschechen Jan Filip trennte, Cheftrainer des Ostschweizer NLA-Clubs. Mit Borkovic erreichte St.Otmar 2015 den Playoff-Final gegen Kadetten Schaffhausen und ein Jahr später den Cupfinal gegen den gleichen Gegner. Nach diesen Erfolgen gab es einen Umbruch in der Mannschaft. Gleich fünf Leistungsträger verliessen St. Otmar im Sommer des vergangenen Jahres. Die Integration der neuen Spieler dauerte länger als vermutet. So häuften sich die Niederlagen. Die Verantwortlichen St. Otmars hielten trotzdem an Borkovic fest. Noch im April dieses Jahres nahmen sie eine Vertragsverlängerung vor.
 

Ein Club mit grosser Reputation

Aber auch in dieser Saison blieben die Erfolge aus. St.Otmar hat jedoch den Anspruch, wesentlich häufiger zu siegen als zu verlieren. Es ist zwar schon über 30 Jahre her, aber der St.Galler Verein ist der einzige Schweizer Club, der im Endspiel um den Meistercup – heute Champions League – stand. Im Herbst 2015 erreichte St. Otmar im Europacup immerhin noch die dritte Runde. 

Interimslösung mit einem Dreierteam

Drei Männer sollen nun St.Otmar wieder auf den Erfolgsweg bringen. Einstweilen ad interim. Der eine ist die langjährige Teamstütze Vedran Banic, der seine Karriere als Aktiver im Sommer wegen einer Knieverletzung beenden musste. Ihm zur Seite steht Lubomir Svajlen, der im Team geschätzte Goalietrainer. Der Dritte im Bund ist Miki Radojicic, der sich bislang vorab um die jungen Spieler in der ersten Mannschaft kümmerte.

St.Otmar bestreitet am Sonntag um 16 Uhr in Zürich sein drittes NLA-Spiel in dieser Saison gegen GC Amicitia. Beide Renommierclubs stehen ohne Punkt am Tabellenende. Auch GC Amicitia ist im Cup schon gescheitert – mit 19:23 am NLB-Club Möhlin. Mit Borkovic, so die Befürchtung von St.Otmars Führungsriege, wäre auch das Spiel gegen GC Amicita verloren gegangen.
 

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