Kiel zu stark für Kadetten Schaffhausen

HANDBALL ⋅ Die Kadetten Schaffhausen halten in der Champions League im Heimspiel gegen den deutschen Rekordmeister Kiel zwar lange gut mit, am Ende resultiert aber dennoch eine 25:30-Niederlage.
Aktualisiert: 
11.02.2017, 22:12
11. Februar 2017, 20:19

In der 37. Minute führten die Kadetten in der mit 3500 Zuschauern ausverkauften BBC-Halle noch 15:14, worauf Luka Maros eine Topchance zum 16:14 vergab. Dies rächte sich. In der 43. Minute gerieten die Schaffhauser beim 16:19 zum zweiten Mal nach dem 1:4 (8.) mit drei Toren in Rückstand. Danach war der arg dezimierte Schweizer Meister zu keiner Reaktion mehr fähig.

"Wir waren in der zweiten Halbzeit müde. Ich denke, das ist normal", sagte der ungarische Regisseur Gabor Csaszar, der wie Dimitrij Küttel und Luka Maros fünf Tore für die Kadetten erzielte. Damit sprach er die deutlich grössere Breite bei Kiel an. Während die Norddeutschen auf der Bank zahlreiche Weltklassespieler hatten, fehlten bei den Schaffhausern nicht weniger als fünf Spieler wegen Verletzungen, unter anderen Manuel Liniger, Nik Tominec und Markus Richwien. Deshalb mussten die Kadetten im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Peter Kukucka ohne gelernten Flügelspieler antreten, was auf diesem Niveau kaum zu kompensieren ist.

Unter diesem Aspekt ist es dem Heimteam hoch anzurechnen, dass es überhaupt so lange mithielt. "Das ist sicher positiv. Das zeigt, das die Mannschaft Qualität hat", erklärte Teammanager Gabor Vass. Allerdings hätten sie damit nichts gewonnen. Sie müssten jedoch anerkennen, dass Kiel eine der besten Mannschaften der Welt sei.

Kiel macht das Nötigste

Tatsächlich gehören die Kieler im Handball zu den Topadressen im Handball, sie gewannen unter anderem dreimal die Champions League (2007, 2010, 2012). Allerdings hinterliessen die Gäste alles andere als einen unwiderstehlichen Eindruck, sie beschränkten sich auf das Nötigste. So schonten sie lange Domagoj Duvnjak, das Herzstück der Mannschaft. Der Kroate hob das Niveau beim aktuell Dritten der Bundesliga nach der Pause sichtlich, und er zeichnete zudem für fünf Tore verantwortlich. Für Csaszar war es "ein kleiner Sieg", dass Kiel Duvnjak bringen musste. Sie hätten erst wenige Trainings unter dem neuen Trainer gehabt. Insofern sei die Leistung nicht so schlecht gewesen, sagte Csaszar.

Bereits am kommenden Donnerstag geht es für die Kadetten in der Champions League weiter. Dann empfangen sie das spanische Topteam FC Barcelona. Die Katalanen haben in der heimischen Meisterschaft noch keinen Punkt abgegeben. In der Champions League verloren sie bislang einzig auswärts gegen Paris Saint-Germain.

Telegramm:

Kadetten Schaffhausen - Kiel 25:30 (13:13)

3500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Krstic/Ljubic (SLN). - Torfolge: 0:2, 1:2, 1:4, 4:4, 6:7, 8:7, 8:9, 10:9, 10:11, 12:11, 12:13, 13:13; 13:14, 15:14, 15:17, 16:17, 16:19, 17:19, 17:21, 18:22, 20:22, 21:23, 21:25, 22:25, 22:28, 23:28, 23:30, 25:30. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kadetten Schaffhausen, 3mal 2 Minuten gegen Kiel.

Kadetten Schaffhausen: Marinovic/Kindle (42. bis 47.); Meister (4), Delhees (2), Küttel (5), Graubner, Pendic (3), Brännberger (1) Csaszar (5/1), Markovic, Maros (5), Muggli.

Kiel: Wolff; Duvnjak (5), Toft Hansen (1), Lackovic, Sprenger, Dissinger, Wiencek (1), Ekberg (8/4), Zeitz (1), Vujin (5/1), Bilyk (3), Nilsson (4), Santos (2).

Bemerkungen: Kadetten Schaffhausen ohne Szyba, Koch, Liniger, Richwien und Tominec (alle verletzt). Marinovic hält Penalty von Bilyk (7./1:3).

Champions League. Vorrunde. 10. Runde. Gruppe A. Samstag: Kadetten Schaffhausen - Kiel (GER) 25:30 (13:13). Veszprem (HUN) - FC Barcelona 22:25 (14:13). Paris Saint-Germain - Bjerringbro-Silkeborg (DEN) 32:27 (18:13). - Sonntag. 17.30 Uhr: Wisla Plock (POL) - Flensburg-Handewitt.

Rangliste: 1. FC Barcelona 10/18. 2. Paris Saint-Germain 10/16. 3. Kiel 10/11. 4. Veszprem 10/10. 5. Flensburg-Handewitt 8/9. 6. Wisla Plock 9/6. 7. Bjerringbro-Silkeborg 10/4. 8. Kadetten Schaffhausen 9/2.

Nächstes Spiel der Kadetten: Donnerstag, 16. Februar (20.00 Uhr) gegen den FC Barcelona.

Modus: Gruppensieger direkt in den Viertelfinals, Teams auf den Rängen 2 bis 6 für Achtelfinals qualifiziert. (sda)


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