Türkei, Argentinien oder Polen - Wie spielt die Schweizer Nati, wenn es um die Wurst geht?

ENDSPIELE ⋅ Neun Spiele, neun Siege - dennoch ist die Schweiz noch nicht für die WM-Endrunde qualifiziert. Die Entscheidung fällt erst morgen in Lissabon. Es ist nicht das erste Spiel, in welchem es für die Schweizer um alles geht. Ein Blick zurück auf die "Endspiele" der jüngeren Vergangenheit.
09. Oktober 2017, 13:55
Christian Brägger
16. 11. 2005: Die «Hölle von Istanbul» – Schweiz an der WM
Im Hinspiel der WM-Barrage, das die Schweiz in Bern gegen die Türkei 2:0 gewinnt, geht der Stern von Valon Behrami auf. Im Rückspiel wartet auf das Team Köbi Kuhns die «Hölle von Istanbul». Es verliert 2:4, doch das reicht für die WM-Endrunde 2006 in Deutschland. Anhänger, Spieler und der Trainer der Türken verlieren darob die Nerven – es kommt zu wüsten Ausschreitungen.

25. 6. 2010: 0:0 gegen Honduras – Out in der WM-Vorrunde
Die Schweiz besiegt Spanien zum Auftakt an der WM in Südafrika 1:0 – trotz der Niederlage werden die Iberer später Weltmeister. Danach verliert die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld gegen Chile und muss Honduras im dritten Gruppenspiel fürs Weiterkommen unbedingt bezwingen. Doch sie scheitert mit dem 0:0 am eigenen überhöhten Anspruch und an ihren Nerven.


1. 7. 2014: Argentinien Paroli geboten – und doch verloren
Wieder so eine WM, an der die Schweiz endlich mehr sein will als nur Achtelfinalist. In São Paulo bietet sie Argentinien lange die Stirn, ehe in der 118. Minute Angel di Maria die favorisierten Südamerikaner erlöst. Die Schweiz versinkt im Tränenmeer, auch weil Blerim Dzemaili in der Schlussminute die Ausgleichschance verpasst und den Ball aus nächster Nähe an den Pfosten köpfelt.

5. 9. 2015: Vom 0:2 zum 3:2 – Schweiz besiegt Slowenien
Schlecht mit zwei Niederlagen ist der neue Nationaltrainer Vladimir Petkovic mit der Schweiz in die EM-Qualifikation gestartet. Sie rappelt sich auf, doch im vorentscheidenden Heimspiel gegen Slowenien liegt sie bis zur 80. Minute 0:2 zurück. In den letzten zehn Minuten schaffen Stocker und Drmic die wundersame Wende zum 3:2 – die Basis für die EM-Teilnahme in Frankreich.



25. 6. 2016: Das bittere Scheitern im Penaltyschiessen
In St-Etienne warten im EM-Achtelfinal die Polen, die schnell vorlegen. Danach kann sich die Schweiz steigern – mit seinem Traumtor bringt Xherdan Shaqiri sie wieder auf Kurs. Trotz Überlegenheit vergibt Petkovics Team auch in der Verlängerung beste Chancen, das Penaltyschiessen entscheidet, die Schweiz verliert. Wieder einmal ist sie in einem «Endspiel» gescheitert. 

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