FC St.Gallen: "Enormer Schritt nach vorne"

NEUER TV-VERTRAG ⋅ Bald ist es vorbei mit Spielen des FC St.Gallen, die am Sonntag um 13.45 Uhr stattfinden: Der Ball in der Super League wird künftig nur noch am Samstag ab 19 Uhr und am Sonntag ab 16 Uhr rollen. Beim FC St.Gallen herrscht Freude über diese Neuerung - der Club spricht von einem enormen Schritt nach vorne.

06. Oktober 2016, 14:42
Daniel Walt
FUSSBALL. Jedes Mal, wenn die Swiss Football League ihren Spielplan veröffentlichte, setzte bei vielen Fans des FC St.Gallen das grosse Wehklagen ein. Dies deshalb, weil die Ostschweizer in den letzten Jahren überproportional oft am Sonntag um 13.45 Uhr zu ihren Heimspielen antreten mussten - einem Termin, der bei den Anhängern äusserst unbeliebt ist. Damit hat es ab der Saison 2017/2018 nun ein Ende: Die Swiss Football League schafft diese Anspielzeit ab, wie sie in einem Communiqué mitteilt.

Hoffnung auf mehr Samstags-Heimspiele
Am Samstag werden neu zwei Partien der Super League gleichzeitig um 19 Uhr angepfiffen. Sonntags setzt die Swiss Football League alle drei Partien auf 16 Uhr an. Bei der Festlegung der Anspielzeiten habe sich die Swiss Football League insbesondere an den Wünschen der Klubs und der Fans orientiert, heisst es im Communiqué.

Beim FC St.Gallen zeigt man sich erfreut über die neuen Anspielzeiten. "Grundsätzlich ist es schön, dass es einen einheitlicheren Spielplan gibt mit attraktiveren Anstosszeiten", hält Mediensprecher Daniel Last fest. In der Tat seien die 13.45-Uhr-Spiele nicht beliebt gewesen - nicht nur bei den Anhängern, sondern auch und besonders bei den Mannschaften. "Dies, da der ganze Ablauf am Spieltag bei einer so frühen Anstosszeit speziell ist", so Last. Zwar seien für die Fans weite Anfahrten am Sonntag für 16-Uhr-Spiele eventuell nicht so attraktiv - "aber insgesamt überwiegen ganz sicher die positiven Aspekte", sagt Last.

Zur Frage, ob die neuen Anspielzeiten auch mehr Heimpartien für die Ostschweizer am Samstagabend mit sich bringen werden, gibt sich der Mediensprecher zurückhaltend. Er verweist auf den speziellen Schlüssel, der für die Spielansetzungen zum Tragen kommt, sagt aber: "Natürlich hoffen wir grundsätzlich auf mehr Samstagsspiele."

"Enormer Schritt nach vorne"
Mit der Beschränkung auf zwei Anspielzeiten setzt die Swiss Football League einen Gegentrend zu anderen europäischen Ligen. In der deutschen Bundesliga beispielsweise oder in Spaniens Primera Division geht die Tendenz klar dahin, möglichst viele Spiele zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden zu lassen. Dies, da durch mehr TV-Einzelübertragungen mehr Einnahmen generiert werden können. Dazu sagt Daniel Last: "Diese Ligen haben gänzlich andere Voraussetzungen mit einem völlig anderen Zuschauerpotenzial." Für die Schweiz sei dieser neue TV-Vertrag schon einmal ein enormer Schritt nach vorne - insbesondere auch in Bezug auf die Einnahmen, die nun generiert würden.

Laut Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League, fliesst dank des neuen TV-Vertrags nämlich markant mehr Geld, was den einzelnen Clubs zugute kommen wird.

Konferenzen auf Teleclub
Die Swiss Football League hat die Bewegtbildrechte für die Partien der beiden höchsten Schweizer Spielklassen für vier weitere Spielzeiten an den bisherigen Partner CT Cinetrade AG verkauft. Zur Unternehmensgruppe gehört unter anderem Teleclub. Cinetrade wird via Teleclub weiterhin sämtliche 180 Spiele der Super League übertragen. Neu kommt gemäss dem Communiqué eine breitere Verwertung auf ihren eigenen, kostenfrei empfangbaren Kanälen hinzu. Zudem plant Teleclub die Ausstrahlung von Konferenzen bei parallel stattfindenden Spielen. Dies wird wegen der neuen Anspielzeiten möglich.

Auch in Zukunft wird gemäss der Swiss Football League ein Sonntagsspiel auf den Kanälen der SRG in allen Landesteilen ausgestrahlt. Damit kommen die Fussballfans weiterhin in den Genuss von 36 Partien im frei empfangbaren Fernsehen.

Zwei Spieltermine auch in der Challenge League
In der Challenge League bleibt es bei einer Partie, die jeweils am Montagabend angepfiffen wird. Cinetrade zeigt weiterhin ein Topspiel der Runde live auf ihren Kanälen. Ergänzend strahlt der TV-Veranstalter auf kostenfreien Plattformen von den anderen vier Spielen der Runde Berichte mit den Höhepunkten der Partien aus. Diese finden entweder am Samstag um 19 Uhr oder am Sonntag um 16 Uhr statt.

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