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Tagblatt Online
18. September 2016, 21:23 Uhr

Zum Freibier fehlt einiges

Hätte 2.-Liga-Club Bazenheid im Cup-Sechzehntelfinal die Young Boys besiegt, wäre der Gerstensaft gratis geflossen. Nach dem 1:7 musste aber von einer verpassten Chance gesprochen werden.

Simon Dudle, Fussball

Wenn ein Super-League-Vertreter in der zweiten Cup-Hauptrunde aufs Land fährt, auf einen um fünf Ligen tiefer spielenden Amateur-Club trifft und mit 7:1 gewinnt, dann ist das nichts als standesgemäss. Im Lager des FC Bazenheid war man nach dem Schlusspfiff aber trotzdem enttäuscht: «Wir haben uns mehr erhofft und es wäre auch mehr möglich gewesen», sagte Denis Mlinaric, in der dritten Saison Mittelfeldspieler der Toggenburger. 

Bilderstrecke: YB gewinnt in Bazenheid haushoch

Die Young Boys gastierten am Sonntag anlässlich des Sechzehntelfinals des Schweizer Cups in Bazenheid. Sie gewannen, wie erwartet, 7:1. (Bilder: Keystone)

Seine Aussage fusste auf der Tatsache, dass mehr als eine Halbzeit lang wenig auf einen deutlichen Ausgang der Partie hingedeutet hatte. Bazenheid war gut im Spiel, machte den kriselnden Young Boys das Leben mit einer beherzten Leistung schwer und kam zu Möglichkeiten. Stürmer Sven Düring hatte gleich mehrere und setzte kurz vor der Pause den Ball frei vor dem gegnerischen Tor über dieses.

Kubo mit einem Hattrick in nur 13 Minuten
Allerdings machte sich der tapfer kämpfende 2.-Liga-Club die Chance auf einen Coup mit Eigenfehlern selber zunichte. Verteidiger Robin Früh leistete sich vier Minuten vor der Pause leichtfertig einen Abspielfehler. Der Ball gelangte zu Michael Frey, der flach zur Berner Führung traf. Vier Minuten nach Wiederbeginn nutzte die Berner Sturmspitze den nächsten Bazenheider Patzer aus. Dieses Mal liess sich Bence Györky vom heranstürmenden Frey überraschen und verlor den Ball an den Doppeltorschützen. Spätestens als fünf Minuten später Kwadwo Duah auf 3:0 erhöhte, war das Spiel frühzeitig gelaufen.

Immerhin kam Bazenheid kurz danach im vierten Spiel der Vereinsgeschichte gegen einen Vertreter der höchsten beiden Ligen erstmals zu einem Tor. Aus dem Gewühl drückte Mlinaric das Spielgerät aus kurzer Distanz über die Linie. «Es war nicht mein schönstes Tor, aber das wertvollste», sagte der Bankangestellte. Er spielte trotz gebrochener rechter Hand. «So eine Partie durfte ich einfach nicht verpassen.»

Kaum hatte Platzsprecher und Vereins-Vizepräsident Werner Niedermann die frohe Kunde verkündet, stellte der sechs Minuten zuvor eingewechselte Japaner Yuya Kubo den Dreitore-Vorsprung für die Berner wieder her. Da er zwei weitere Treffer folgen liess, war von einem lupenreinen Hattrick zu reden – erzielt binnen 13 Minuten. Als der ebenfalls eingewechselte Yoric Ravet fünf Minuten vor Schluss auf 7:1 stellte, war das Schlussresultat Tatsache.

Cupspiel beschert Bazenheid einen Gewinn
Aus Berner Sicht ging nicht ins Auge, dass Trainer Adi Hütter gleich mehreren Stammspielern eine Pause verordnet hatte. Die individuelle Klasse war im Bazenheider Dauerregen zu gross. Auch wenn die Gastgeber eine Halbzeit lang vom grossen Coup träumen durften, so waren sie am Ende ein ganzes Stück vom Freibier entfernt. Dieses hatte Kantonsrat Linus Thalmann in einem von ihm geführten Restaurant in Kirchberg im Falle eines Siegs versprochen. «Wir sind ins Spiel gegangen, um zu gewinnen. Mit 1:7 zu verlieren ist brutal. Die Young Boys wären heute zu packen gewesen, wenn wir das Führungstor gemacht hätten», sagte Bazenheids Captain Dejan Baumann.

So sehr die Spieler einer vergebenen Chance nachtrauerten, so zufrieden war Vereinspräsident Markus Böni. 3270 Zuschauer entspricht dem zweithöchsten Publikumsaufmarsch auf dem Ifang überhaupt. 3800 Fans hatten 2008 der 0:2-Niederlage gegen St. Gallen beigewohnt. «Das wird einen Batzen für die Clubkasse geben», sagte Böni. Nicht trüben konnte seinen Eindruck, dass die Partie nach gut einer Viertelstunde unterbrochen werden musste, weil die Berner Fans unzählige Papier-Flugzeuge aufs Feld geworfen und dies mit dem Spruchband «YB hat den besten Verwaltungsrat seit dem Swissair-Grounding» unterlegt hatten.
 
Bazenheid – Young Boys 1:7 (0:1)
Ifang: 3270 Zuschauer. – Sr: Schnyder.
Tore. 41. Frey 0:1. 49. Frey 0:2. 56. Duah 0:3. 63. Mlinaric 1:3. 64. Kubo 1:4. 72. Kubo 1:5. 77. Kubo 1:6. 86. Ravet 1:7.
Bazenheid: Bernet; Dilsiz, Früh, Läng, Baumann; Farkas, Györky (64. Gregorin), Mlinaric (73. Ramada), Gebert, Cakir (79. Maksuti); Düring.
Young Boys: Wölfli; Mbabu, Von Bergen, Bürgy, Obexer; Schick, Bertone, Aebischer, Sulejmani (58. Kubo); Duah, Frey (76. Ravet).
Bemerkungen: Bazenheid ohne Perri (verletzt), Recine, Bytyqi, De Martin und Beluli (alle nicht im Aufgebot). Young Boys ohne Gerndt, Seferi, Wüthrich, Nuhu, Sanogo, Joss, Benito, Hoarau (alle verletzt), Vilotic, Gajic, Fekete und Marzino (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 54. Mbaba (Unsportlichkeit). 58. Dilsiz (Foul). 69. Cakir (Foul). 85. Ramada (Unsportlichkeit).


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