Schweiz wieder im Rennen

FRAUEN-EM ⋅ Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft darf an der EM in den Niederlanden weiter auf den Einzug in die Viertelfinals hoffen. Sie gewinnt das zweite Spiel der Vorrunde gegen Island 2:1.
Aktualisiert: 
22.07.2017, 22:54
22. Juli 2017, 20:01

Lara Dickenmann (43.) und Ramona Bachmann per Kopf (52.) drehten die Partie zugunsten der Schweizerinnen, die nach gut einer halben Stunde nach einem erfolgreich abgeschlossenen Konter von Fanndis Fridriksdottir entgegen dem Spielverlauf in Rückstand geraten waren.

Die Schweiz hatte nämlich in der ersten halben Stunde rund 70 Prozent Ballbesitz und war das spielerisch bessere Team. Zudem bekundete die SFV-Auswahl Pech, dass kurz vor dem Gegentreffer ein Foul an Vanessa Bürki nicht gepfiffen worden war. "Das war ein kritischer Moment. Ich befürchtete, dass nach dem Rückstand etwas in uns brechen könnte", gab Trainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem Spiel zu.

Für ihre Bemühungen wurden die Schweizerinnen aber noch vor der Pause belohnt. Nach einem Einwurf von Noëlle Maritz und einer herrlichen Ballstafette über Bürki, Martina Moser und Bachmann traf Dickenmann zum verdienten 1:1. Für die Luzernerin war es im 121. Länderspiel der 47. Treffer, womit sie wieder zur Schweizer Rekordtorschützin Ana-Maria Crnogorcevic aufschloss.

Auch der zweite Schweizer Treffer in der 52. Minute fiel nach einer schönen Kombination. Bürki spielte den Ball auf die linke Seite zu der stark spielenden Maritz, deren Flanke in der Mitte Bachmann mit dem Kopf zum 2:1 verwertete.

Für Bachmann, die sich wie die ganze Mannschaft im Vergleich zum Startspiel enorm steigerte und in der Nachspielzeit noch die Latte traf, war es der 43. Treffer im Nationaltrikot. "Es war ein sehr schönes Gefühl, aber wichtiger sind der Sieg und die Leistung", so die Torschützin. "Wir haben uns viel vorgenommen und wussten, dass wir gegen Island viel würden kämpfen und laufen müssen."

Die Schweizer Mannschaft war von der ersten Minute an bemüht gewesen, sich für den schwachen Auftritt beim 0:1 gegen Österreich zu rehabilitieren. Voss-Tecklenburg hatte ein Zeichen gesetzt und in der Startaufstellungen vier Änderungen vorgenommen. Mit Cinzia Zehnder, Vanessa Bernauer, Jana Brunner und Bürki setzte die Deutsche auf physisch starke Spielerinnen, was sich auszahlte. Die Schweizerinnen hielten gegen die phasenweise rustikal einsteigenden Isländerinnen auch kämpferisch dagegen.

"Es gab heute keinen Schönheitspreis zu gewinnen. Wir wollten, dass die Schweiz stolz sein kann auf dieses Team", so Voss-Tecklenburg. Man habe dies geschafft, "mit Blut und Schweiss", stellte die Deutsche erleichtert fest. "Wir haben gezeigt, dass wir zu Recht an der EM dabei sind."

Im dritten und letzten Gruppenspiel trifft die Schweiz am Mittwoch in Breda auf Frankreich. Nach dem Unentschieden des Gruppenfavoriten gegen Österreich (1:1) braucht die Schweiz einen Sieg, um noch in die Viertelfinals vorzustossen.

Das Telegramm:

Schweiz - Island 2:1 (1:1)

Doetinchem. - 5647 Zuschauer. - SR Pustowoitowa (RUS). - Tore: 33. Fridriksdottir (Brynjarsdottir) 0:1. 43. Dickenmann (Bachmann) 1:1. 52. Bachmann (Maritz) 2:1.

Schweiz: Thalmann; Crnogorcevic, Brunner, Wälti, Maritz; Bernauer; Zehnder, Dickenmann; Moser (57. Aigbogun); Bachmann (100. Rinast), Bürki (76. Humm).

Island: Gudbjörg Gunnarsdottir; Viggosdottir, Atladottir, Sigurdardottir; Jonsdottir (83. Magnusdottir), Sara Gunnarsdottir, Gardarsdottir (88. Thorsteinsdottir), Gisladottir; Asbjörnsdottir (66. Albertsdottir), Brynjarsdottir, Fridriksdottir.

Bemerkungen: Schweiz ohne Kiwic (gesperrt). 96. Lattenschuss Bachmann. Verwarnungen: 7. Dickenmann (Foul). 44. Jonsdottir (Foul). (sda)


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