Italiens U21 will wieder zuschlagen

U21-EM ⋅ Heute beginnt in Polen die erstmals mit zwölf Teams ausgetragene U21-EM-Endrunde. Favoriten sind Rekordsieger Italien und Spanien, das zwei der letzten drei Endrunden gewonnen hat.
16. Juni 2017, 06:34

Mit fünf Titeln ist Italien noch immer Rekordsieger bei der prestigeträchtigen U21-EM-Endrunde. Der letzte Triumph liegt allerdings bereits 13 Jahre zurück. Nun ist die Nachwuchsförderung wieder im Aufwind. Die U19 stand im letzten Jahr im EM-Final, die U20 wurde vor wenigen Tagen WM-Dritter. Und die U21-Auswahl des ehemaligen Internationalen Luigi Di Biagio gilt bei der U21-EM als Favorit.

"Italien habe die beste U21-Mannschaft seit 20 Jahren", erklärte Di Biagio vor der Abreise nach Polen. Der frühere Mittelfeldspieler kann fast durchwegs auf Spieler zurückgreifen, die sich bei Klubs in der oberen Tabellenhälfte der Serie A den Status eines Leistungsträgers und Führungsspielers erworben haben. Torhüter Gianluigi Donnarumma (Milan), Abwehrchef Daniele Rugani (Juventus Turin), Aussenverteidiger Andrea Conti (Atalanta Bergamo), Mittelfeldspieler Roberto Gagliardini (Inter Mailand) sowie die Stürmer Domenico Berardi (Sassuolo) und Federico Bernardeschi (Fiorentina) gehören längst zum Kader der A-Nationalmannschaft.

Auch Spanien hochkarätig besetzt

Eher unerwartet hat Spanien, das die U21-EM 2011 (im Final gegen die Schweiz) und 2013 gewonnen hatte, die Endrunde erst über den Umweg der Barrage erreicht. Dabei sind die Iberer ebenso hochkarätig besetzt wie die Italiener. In ihrem Team figurieren Spieler wie Verteidiger Hector Bellerin (Arsenal), Mittelfeldspieler Saul Niguez (Atletico Madrid) oder die Flügel Marco Asensio (Real Madrid), der im Champions-League-Final ein Tor erzielte, und Captain Gerard Deulofeu (Milan).

Interessantes Detail: Das Internetportal transfermarkt.de gibt den Marktwert der U21-Kader von Italien und Spanien mit 214 beziehungsweise 283 Millionen Euro an und damit markant höher als etwa jenen des Schweizer A-Aufgebots für das WM-Qualifikationsspiel auf den Färöern (137 Mio).

Deutschland mit einigen Absagen

Während Spanier und Italiener aus dem Vollen schöpfen können, muss der deutsche Trainer Stefan Kuntz Spieler mit Länderspielerfahrung auf höchster Stufe wie Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Joshua Kimmich (Bayern München), Niklas Süle (Hoffenheim), Emre Can (Liverpool), Leon Goretzka (Schalke) oder Timo Werner (Leipzig) an die A-Nationalmannschaft abtreten, die gleichzeitig den Confederations Cup spielt. Ausserdem sind Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) und Leroy Sané (Manchester City) verletzt. (sda)


Leserkommentare