Für GC beginnt die Mission Ligaerhalt

SUPER LEAGUE ⋅ GC müsste die Planung der neuen Saison an die Hand nehmen, aber die kritische Lage in der Tabelle lässt es nicht zu. Denn der Sportchef Mathias Walther ist jetzt auch der Trainer Mathias Walther.
14. April 2018, 04:00

Walter beginnt sein nicht geplant Mission am Samstag mit dem Heimspiel gegen St.Gallen.

"80 bis 90 Prozent meines Kopfes sind jetzt Trainer", sagte Walther an einer Medienkonferenz drei Tage nach der Absetzung von Cheftrainer Murat Yakin und am Tag vor dem Match gegen St.Gallen. Gewinnen sie zum sechsten Mal in Folge in der Meisterschaft nicht, könnten die Hoppers noch tiefer in den Abstiegssog geraten, zumal sich Schlusslicht Sion seit Wochen verbessert präsentiert.

Um sich der üblicherweise schon im April laufenden Saisonplanung widmen zu können, will Mathias Walther nur so kurz wie möglich als Trainer wirken. Andererseits aber auch so lange wie nötig, denn CEO Manuel Huber hielt fest, dass der Klub bei der Suche nach Yakins Nachfolger nichts überstürzen werde. "Wir werden erst dann einen Trainer präsentieren, wenn wir sicher sind, dass wir den Richtigen gefunden haben", sagte Huber vor den Medien. Als "der Richtige" wurde allerdings auch schon Murat Yakin Ende August letzten Jahres vorgestellt.

Walther und Huber wurden auch gefragt, welche Gründe zu Yakins Entlassung geführt hätten. Waren es die vielen Umstellungen und Transfers in der Winterpause, die sich allesamt nicht positiv auswirkten? "Die Transfers kann man nicht allein Murat Yakin anhaften. Wir haben sie mitgetragen", sagte Huber. Die Trennung von Yakin sei vielmehr einfach die Konsequenz aus den ungenügenden Resultaten gewesen.

Mathias Walther musste zu dem in die U21 abgeschobenen Verteidiger Milan Vilotic Stellung nehmen. Er werde keineswegs Vilotic nach Yakins Weggang begnadigen. Denn was Vilotic gesagt und geschrieben habe, richte sich nicht nur gegen den Trainer, sondern gegen den ganzen Verein. Walther räumte aber ein, dass Vilotic die Chance bekommen werde, sich in der U21 zu beweisen. Die Degradierung müsse deshalb nicht für ewige Zeiten gelten.

Vorderhand tun Walther und Huber alles, um die Mannschaft nach den verschiedenen unrühmlichen Vorkommnissen der letzten Wochen wieder in ruhigere Gewässer zu führen. "Wir brauchen Resultate auf dem Feld und nicht Stimmung neben dem Feld", sagte CEO Huber.

Die Super-League-Spiele der 29. Runde vom Samstag:

Grasshoppers - St. Gallen (bisherige Direktbegegnungen Saison 2017/18: 2:0, 1:3, 1:2). - Samstag, 19.00 Uhr. - SR San. - Absenzen: Zesiger, Doumbia (beide gesperrt) und Bajrami (verletzt); Lüchinger, Koch, Barnetta, Van der Werff, Muheim und Ajeti (alle verletzt). - Statistik: Der letzte Sieg der Grasshoppers, das 1:0 gegen Zürich, liegt sechs Runden zurück. Eine längere Durststrecke erlebte GC in dieser Saison nicht. Die St. Galler haben zwar die letzten zwei Spiele verloren, jedoch bei den derzeit wohl schwierigsten Aufgaben: beim aufblühenden FC Luzern und im Heimspiel gegen YB. Davor hatten die Ostschweizer fünf Siege aneinandergereiht. Sie gewannen auch drei der letzten vier Duelle mit den Grasshoppers.

Lugano - Thun (4:1, 1:1, 2:0). - Samstag, 19.00 Uhr. - SR Klossner. - Absenzen: Da Costa, Bottani und Guidotti, (alle verletzt); Bigler, Bürgy, Joss und Costanzo (alle verletzt). - Fraglich: Gerndt; - . - Statistik: Noch vor vier Runden steckten beide Mannschaften im Elend und in Niederlagenserien. Lugano bilanziert mittlerweile sechs Nuller am Stück, aber Thun hat sich erholen können; zuerst mit einem 0:0 gegen Lausanne, danach mit ebenfalls ohne Gegentore errungenen Siegen bei den Grasshoppers und gegen Luzern. Die jüngsten Direktbegegnungen sprechen allerdings für die Tessiner. Sie holten aus den letzten vier Duellen zehn Punkte.

Rangliste: 1. Young Boys 28/65 (68:30). 2. Basel 28/52 (49:23). 3. St. Gallen 28/42 (43:51). 4. Luzern 28/40 (39:42). 5. Zürich 28/37 (35:35). 6. Grasshoppers 28/32 (34:39). 7. Thun 28/31 (42:53). 8. Lausanne-Sport 28/31 (40:53). 9. Lugano 28/31 (27:43). 10. Sion 28/28 (38:46). (sda)


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