Bitteres Aus für Schweizerinnen

FRAUEN-EM ⋅ Die Schweizer Frauen verpassen an der EM in den Niederlanden die Qualifikation für die Viertelfinals durch ein 1:1 gegen Frankreich knapp.
Aktualisiert: 
26.07.2017, 23:12
26. Juli 2017, 22:43

Im dritten und letzten Gruppenspiel in Breda waren die Schweizerinnen aber nahe an einer Überraschung. Die Schweizerinnen lagen ab der 19. Minute und einem Kopfballtor von Ana-Maria Crnogorcevic in Führung und konnten zudem mit einer Spielerin mehr agieren. Ein direkt verwandelter Freistoss von Camille Abily eine Viertelstunde vor Schluss liess die Schweizer Träume vom grossen Coup gegen die Nummer 3 des FIFA-Rankings aber jäh platzen.

Thalmann avancierte zur tragischen Figur im Schweizer Team, als sie den nicht allzu scharf und platziert geschossenen Ball passieren liess. Ausgerechnet Thalmann, die zuvor keine Schwächen gezeigt und in der ersten Halbzeit die Schweizerinnen mit zwei Glanzparaden vor einem Gegentreffer bewahrt hatte.

In der Schlussphase stemmte sich die SFV-Auswahl zwar noch einmal gegen das Ausscheiden. In der 83. Minute traf Crnogorcevic nach einem Corner aus aussichtsreicher Situation den Ball nicht richtig, Sekunden vor dem Schlusspfiff bot sich Ramona Bachmann noch eine Freistosschance. Den Schuss der Chelsea-Stürmerin parierte Sarah Bouhaddi im französischen Tor aber souverän.

Taktik ging lange perfekt auf

Als "Spiel des Jahres" hatte Martina Voss-Tecklenburg das Spiel gegen die Nummer 3 der Weltrangliste bezeichnet. Dementsprechend engagiert und konzentriert traten die Schweizerinnen von der ersten Minute an auf. Sie waren sich der Wichtigkeit der Aufgabe bewusst und boten eine disziplinierte und kämpferisch einwandfreie Leistung. Und nach dem Platzverweis gegen Eve Périsset (17.) und dem 1:0 durch Crnogorcevic kontrollierten sie gegen die technisch und spielerisch starken Französinnen über weite Strecken die Partie - bis sie durch den Faux-pas Thalmanns um die Früchte ihrer Arbeit gebracht wurden.

Die Taktik der Schweizerinnen war bis zu diesem Zeitpunkt perfekt aufgegangen. Voss-Tecklenburg organisierte ihre Mannschaft in einem 4-1-4-1-System, um die Räume in der Defensive eng zu machen. Auf der rechten Seite brachte sie erstmals an diesem Turnier von Beginn an die schnelle Eseosa Aigbogun, die zusammen mit Lara Dickenmann auf der linken Seite die einzige Stürmerin Bachmann unterstützen sollte.

Der Plan funktionierte. Mit ihrer Schnelligkeit stellte Bachmann die französische Defensive immer wieder vor Probleme. Sowohl Wendie Renard (14.) als auch Perisset (17.) konnten die Chelsea-Angreiferin nur mit einem Foul stoppen, wobei Perisset wegen einer Notbremse folgerichtig des Feldes verwiesen wurde. Der anschliessende Freistoss führte zum Führungstreffer durch Crnogorcevic, die ihren 48. Länderspiel-Treffer erzielte, was der SFV-Auswahl noch mehr in die Karte spielte.

Die Schweiz beendet damit an ihrer ersten EM die Vorrunden-Gruppe C hinter Österreich und Frankreich auf dem 3. Platz und ist ausgeschieden.

Telegramm:

Schweiz - Frankreich 1:1 (0:1)

Breda. - 3347 Zuschauer. - SR Kulcsar (HUN). - Tore: 19. Crnogorcevic (Freistoss Moser) 0:1. 76 Abily (Freistoss) 1:1.

Schweiz: Thalmann; Crnogorcevic, Kiwic, Wälti, Maritz; Bernauer; Aigbogun (79. Terchoun), Zehnder (80. Reuteler), Moser (65. Calligaris), Dickenmann; Bachmann.

Frankreich: Bouhaddi; Perisset, Mbock, Renard, Karchaoui; Geyoro, Henry; Abily (88. Thiney); Diani (83. Houara), Le Sommer, Lavogez (71. Delie).

Bemerkungen: 17. Platzverweis Perisset (Notbremse). Verwarnungen: 14. Renard (Foul). 43. Henry (Unsportlichkeit). 66. Bernauer (Foul). 68. Calligaris (Foul). 72. Dickenmann (Unsportlichkeit/im Viertelfinal gesperrt). (sda)


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