Bayern - Real: Wunschfinal im Halbfinal

CHAMPIONS LEAGUE ⋅ Bayern München gegen Real Madrid und Liverpool gegen Roma heissen die Halbfinals der Champions League 2017/18. Die Hinspiele finden am 24. und 25. April statt, die Rückspiele am 1. und 2. Mai.
Aktualisiert: 
13.04.2018, 17:41
13. April 2018, 13:23

Die ersten zwei Kugeln, die Glücksfee Andrej Schewtschenko an der Auslosung in Nyon aus dem Kübel zog, enthielten die Zettel mit den Aufschriften Bayern München und Real Madrid. Als zuerst gezogene Mannschaft werden die Bayern das Hinspiel am 25. April daheim bestreiten, was gemeinhin als Nachteil angesehen wird.

Das zweite Duell in den Halbfinals der Königsklasse hat auch seinen grossen Reiz. Liverpool und Roma sind die beiden Mannschaften, die in ihren Ligen nicht Leader sind, dafür aber in den Viertelfinals der Champions League mit grossartigen Leistungen die Leader grosser Ligen ausgebootet haben. Roma eliminierte Barcelona, Liverpool den Nachbarn Manchester City. Liverpool und Roma sind indessen auch zwei Mannschaften, die sich in den letzten zehn Jahren in der Königsklasse nicht hervorgetan haben.

Bayern gegen Real ist für viele der vorweggenommene Final, auf jeden Fall aber ein Klassiker im europäischen Klubfussball. Ausgeglichener könnte die Bilanz zwischen den beiden über die Jahre kaum sein. Sie gewannen je elf Mal. Nur zwei Partien endeten unentschieden. Im Torverhältnis haben die Spanier die Nase vorn, mit 37:36 aber ebenfalls nur knapp. Real setzte sich jedoch in den letzten zwei K.o.-Duellen der Champions League durch: 2014 in den Halbfinals, vor einem Jahr - auf dem Weg zum zweiten Titel in Folge - schon in den Viertelfinals.

Heynckes selbstbewusst

Auf seiner vorläufig letzten Mission für die Bayern jammert Trainer Jupp Heynckes nach der Auslosung nicht. "Das ist eine Knallerpartie, ein Gigantentreffen", sagte der 72-Jährige und fügte vielsagend hinzu: "Ich finde das Los nicht besonders ungünstig. Das ist ein schwieriges Los, aber das gilt für beide Lager." Klubpräsident Uli Hoeness sagte pragmatisch: "Wer die Champions League gewinnen will, muss den Besten schlagen."

Zur Motivation soll bei den Bayern das unglückliche Ausscheiden in den letztjährigen Viertelfinals beitragen, als sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und viele andere im Lager der Bayern beim 2:4 nach Verlängerung im Rückspiel in Madrid vom Schiedsrichter "beschissen" fühlten. Nicht nur der Schiedsrichter, sondern auch Cristiano Ronaldo war vor einem Jahr ein Schreckgespenst für den deutschen Meister. Der Ausnahmestürmer erzielte gegen die Bayern insgesamt fünf Tore. (sda)


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