Sion ist nicht Vaduz' Lieblingsgegner

VADUZ - SION 0:1 ⋅ Sion gewinnt auch das vierte und letzte Meisterschaftsspiel gegen den FC Vaduz in dieser Saison. Die Walliser siegen diesmal auswärts 1:0.
Aktualisiert: 
15.04.2017, 21:00
15. April 2017, 19:36

Die Sittener mussten auch ohne den verletzten Offensivspieler Carlitos keine aussergewöhnliche Leistung zeigen, um den schlechten Eindruck zu korrigieren, den sie bei der jüngsten 2:4-Niederlage in Lugano hinterlassen hatten. Nach der Begeisterung über den Einzug in den Cupfinal scheinen sie sich immerhin wieder etwas besser auf das Alltagsgeschäft, die Meisterschaft, zu konzentrieren. In der Abwehr leisteten sie sich keine gravierenden Fehler mehr. Jérémy Taravel, als Ersatz für den verletzten Reto Ziegler vorgesehen, sass auf der Bank. In Lugano hatte der Franzose die ersten drei Gegentore im Alleingang verschuldet. Im Angriff blieb die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler fast alles schuldig, vor allem in der enttäuschenden zweiten Halbzeit.

Für Vaduz wird die Lage am Tabellenende prekärer. Es sind immer weniger Runden zu spielen, und der Rückstand von derzeit fünf Punkten auf drei verschiedene Mannschaften wird tendenziell grösser. So gross war die Abstiegsgefahr für Vaduz seit dem Wiederaufstieg im Sommer 2014 nie.

Die ersten drei Saisonspiele gegen Sion hatten die Vaduzer mit dem Gesamtskore von 5:12 verloren. Jetzt, wo sie sich in der Defensive wenig zuschulden kommen liessen, waren ihre Anstrengungen vor dem Tor nicht wirkungsvoll oder von riesigem Pech begleitet. Nach 83 trafen sie in wenigen Sekunden zweimal die Latte: Albion Avdijaj mit einem Drehschuss, der kurz vorher eingewechselte Aldin Turkes mit einem Kopfball. Und nur Sekunden vor dem Ende der Nachspielzeit traf erneut Avdijaj aus spitzem Winkel den Pfosten.

Die Geschehnisse in der 21. Minute waren ebenfalls bezeichnend für die Lage der Vaduzer, denen in diesen Wochen nichts gelingt. Avdijaj, der Vaduzer Offensivspieler mit der geringsten Wirkung in der ganzen Saison, hätte die Einheimischen in Führung bringen können. Er scheiterte aber mit seinem Scherenschlag aus kurzer Distanz am Walliser Goalie Kevin Fickentscher, der den leicht verletzten Anton Mitrjuschkin ersetzte. Im Gegenzug bekam Sion einen Freistoss von der Seite zugesprochen. Verteidiger Pa Modou lenkte diesen mit einem raffinierten Manöver ab, und weit hinter ihm traf der senegalesische Mittelfeldspieler Birama Ndoye in die weite Ecke.

Nach den ersten drei Vaduzer Spielen unter Trainer Roland Vrabec könnte man mit einer gewissen Boshaftigkeit sagen: Das hätte Giorgio Contini auch noch zustande gebracht. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Vaduz im ersten Spiel unter Vrabec auf ungewöhnliche Art verloren hatte. Es war das 2:3 in Bern, bei dem die Young Boys in der 92. und in der 94. Minute trafen.

Vaduz - Sion 0:1 (0:1)

3085 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tor: 21. Ndoye (Pa Modou) 0:1.

Vaduz: Siegrist; Borgmann, Konrad, Grippo, Göppel; Kukuruzovic, Hasler, Stanko (63. Janjatovic); Zarate (74. Cecchini); Mathys (81. Turkes), Avdijaj.

Sion: Fickentscher; Lüchinger, Zverotic, Ricardo, Pa Modou; Salatic; Ndoye, Karlen (46. Follonier), Adão (93. Morgado); Akolo (87. Itaperuna), Konaté.

Bemerkungen: Vaduz ohne Muntwiler, Brunner (beide gesperrt), Jehle, Costanzo, Ciccone, Pfründer, Strohmaier und Kaufmann (alle verletzt). Sion ohne Mitrjuschkin, Ziegler, Carlitos, Constant, Mveng, Bia und Lurati (alle verletzt). 82. Lattenschuss Avdijaj, 82. (Anschlussszene) Kopfball von Turkes an die Latte. 94. Pfostenschuss Avdijaj. Verwarnungen: 13. Akolo (Schwalbe), 18. Stanko (Foul), 54. Grippo (Reklamieren), 69. Konrad (Foul).

Weiteres Resultat vom Samstag: Lausanne-Sport - Basel 0:4 (0:2)

Rangliste: 1. Basel 28/73 (73:21). 2. Young Boys 27/53 (60:38). 3. Sion 28/45 (51:44). 4. Luzern 27/40 (50:46). 5. Lugano 27/34 (38:50). 6. St. Gallen 27/31 (31:42). 7. Thun 27/27 (41:53). 8. Grasshoppers 27/27 (33:45). 9. Lausanne-Sport 28/27 (44:53). 10. Vaduz 28/22 (33:62). (sda)


Leserkommentare

Anzeige: