Wiler Talfahrt geht unvermindert weiter

FC WIL ⋅ Der FC Wil bezieht eine weitere empfindliche Niederlage. Dem FC Winterthur unterliegt er auswärts trotz 22:3-Schüssen mit 0:2. Wie schon im «Hinspiel» im August ist mit Silvio ausgerechnet jener Mann Matchwinner, den die Wiler gerne verpflichtet hätten.
19. November 2017, 08:23
Simon Dudle
Im Prinzip war es schwierig, dieses Spiel zu verlieren. 60 Prozent Ballbesitz besassen die Wiler, 19 Abschlüsse mehr hatten sie zu verzeichnen als der Gegner. Und trotzdem schritten sie ein weiteres Mal bedröppelt von dannen. Es war ein Abbild der bisherigen enttäuschenden Saison. Wie so oft war der jungen Mannschaft in kämpferischer Hinsicht kein Vorwurf zu machen. Sie schaffte es, einem qualitativ besseren Gegner den Schneid abzukaufen.

Und trotzdem war es wie viel zu häufig: Am Ende blieben nur die tröstenden Worte des Gegners, mit denen es nichts zu kaufen gibt. Bereits zum zweiten Mal in dieser Spielzeit schoss ausgerechnet der einstige Wiler Silvio den FC Wil ab. Nachdem der Brasilianer Ende August im Bergholz das Führungstor zum 2:0-Sieg in der Schlussphase beigesteuert hatte, traf er dieses Mal schon früh in der Partie. Wils Verteidiger Michael Gonçalves konnte einen Vorstoss von Manuel Sutter über links nicht stoppen. Die Flanke landete auf dem Kopf von Silvio, der seinen fünften Saisontreffer erzielte.

Auch beste Chancen bringen kein Tor

In der Nachspielzeit lancierte Silvio bei einem Konter den eingewechselten Luka Sliskovic, der mit einem Abschluss in die lange Ecke das Spiel entschied. Somit hat Silvio den Wilern zum zweiten Mal Punkte gekostet, seit er im vergangenen Sommer mit Wechselgelüsten zu seinem ehemaligen Arbeitgeber von sich Reden gemacht hatte und ihn die Wiler gerne verpflichtet hätten.

In der langen Phase zwischen den beiden Toren bestimmten die Gäste die Gangart. Obwohl sie sich in der heissen Zone des Gegners oftmals zu umständlich anstellten, kamen sie zu mehreren Möglichkeiten. Alleine in den ersten zehn Minuten hätten drei Tore fallen können, wobei es Zé Eduardo schaffte, den Ball aus wenigen Metern über das leere Tor zu dreschen. Da es der eingewechselte Sergio Cortelezzi kurz vor Schluss nicht besser machte und weitere Möglichkeiten ausgelassen wurden, mussten die Wiler ein nächstes frustrierendes Erlebnis akzeptieren. Sie liegen nun schon drei Punkte und mehr hinter der gesamten Konkurrenz.

Captain Muslin nicht eingesetzt

Bei den Wilern sass Captain Marko Muslin 90 Minuten auf der Ersatzbank, was der gesperrte Trainer Konrad Fünfstück nach der Partie mit einer «taktischen Umstellung» begründete. Es dürfte die Konsequenz gewesen sein, nachdem Muslin in den Spielen zuvor wiederholt Fehler unterlaufen waren. Der einstige Nationalspieler Johan Vonlanthen gehörte nicht einmal zum Kader. Er sei krank gewesen und haben Trainingsrückstand, sagte Fünfstück. Captain war Granit Lekaj.
 
Winterthur – Wil 2:0 (1:0)
Schützenwiese: 3000 Zuschauer. – Sr: Hänni.
Tore: 5. Silvio 1:0. 92. Sliskovic 2:0.
Winterthur: Minder; Stettler, Katz, Schättin, Schulz; Lanza (62. Ulrich); Duah, Gazzetta (46. Huser), Radice, Sutter (75. Sliskovic); Silvio.
Wil: Freid; Gonçalves, Lekaj, Stillhart; Schällibaum; Zé Eduardo, Scholz; Keller (69. Cortelezzi), Alves, Kucani (79. Breitenmoser); Kienast (89. Savic).
Bemerkungen: Winterthur ohne Markaj (gesperrt), Lopez, Ljubicic, Roth (alle verletzt), Zimmerli, Di Gregorio, Simic und Krasniqi (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Fünfstück, Latifi (beide gesperrt), Baumann, Huber, Ilazi, Lombardi, Sacirovic, Rahimi (alle verletzt), Vonlanthen, Hamdiu, Schiavano, Atila, Roesler, Gjoshi und Pugliese (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 8. Stettler (Foul). 26. Duah (Foul). 38. Lekaj (Reklamieren). 45. Gonçalves (Foul).
 
Rangliste:
1. Xamax 15/37. 2. Servette 15/32. 3. Schaffhausen 14/30. 4. Rapperswil-Jona 15/20. 5. Vaduz 14/19. 6. Chiasso 14/16. 7. Aarau 15/14. 8. Winterthur 15/11. 9. Wohlen 14/11. 10. Wil 15/8.

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