Wiler Kanterniederlagen häufen sich

TABELLENLETZTER ⋅ Zum Glück kann der FC Wil wegen des Rückzugs von Le Mont nicht absteigen. Sonst würde er es wohl tun. Immer wieder passieren die gleichen Fehler: Vorne sind die Wiler zu harmlos oder vergeben gute Möglichkeiten, hinten wird der Gegner mit Eigenfehlern zum Toreschiessen eingeladen. Zum Muster gehört auch, dass die Wiler Auftritte bis zum ersten Gegentreffer jeweils einigermassen gut aussehen, dann die Mannschaft aber den Faden verliert
13. Mai 2017, 23:23
Simon Dudle
Im Falle des Spiels in Aarau ging es so weit, dass Vereinspräsident Roger Bigger nicht nur von «Naivität», sondern auch von «fehlendem Berufsstolz» sprach. Kurzum: Dem FC Aarau, der sieben der vorangehenden acht Partien verloren hatte, war Wil ein willkommener Aufbaugegner.

Auf dem Brügglifeld fiel dieser erste Gegentreffer nach 20 Minuten, womit die danach folgende Leidenszeit ziemlich lang wurde. Nachdem Aaraus Zoran Josipovic den Ball geschickt durchgelassen hatte, musste Alessandro Ciarrocchi nur noch einschieben. Sieben Minuten später leistete sich Basil Stillhart, erstmals als rechter Aussenverteidiger eingesetzt, einen verhängnisvollen Pass zur Mitte in die Füsse von Josipovic, der im Strafraum von Etienne Scholz nur noch mittels Foul gestoppt werden konnte. Der Gefoulte traf sicher zum 2:0. Chancenlos blieb dabei Wils Goalie Steven Deana, den die Aarauer im Sommer gerne zurückholen würden. «Es geht in diese Richtung», sagte Bigger.
 

Zu wenig Leidenschaft

Auch nach der Pause wurde es nicht besser. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Arnaud Bühler den Ball nicht weg drosch, was dem jungen Aarauer Tim Hemmi in seinem ersten Challenge-League-Einsatz von Beginn weg zum ersten Tor in dieser Liga verhalf. Auch das 4:0 war aus Wiler Sicht hausgemacht. Die beiden Verteidiger Caine Keller und Bühler behinderten sich gegenseitig, so dass Geoffrey Tréand profitierte und traf.

Chancen zur Resultatkosmetik waren danach vorhanden. Jedoch lenkte Aaraus Goalie Lorenzo Bucchi einen Freistoss des eingewechselten Erhan Yilmaz und die Latte und sieben Minuten später klärte der Torhüter gegen den alleine auf ihn zulaufenden Angreifer Samir Fazli.
Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr verloren die Wiler mit 0:4 – zum zweiten Mal innerhalb einer Woche. Enttäuschend war in Aarau, mit wie wenig Leidenschaft gewisse Spieler ans Werk gingen. Man wird auf dem Bergholz einfach nur froh sein, wenn in knapp drei Wochen diese schwierige und turbulente Saison Geschichte ist.

Aarau – Wil 4:0 (2:0)
Brügglifeld: 2737 Zuschauer. – Sr: Pache.
Tore: 20. Ciarrocchi 1:0. 27. Josipovic (Foulpenalty) 2:0. 47. Hemmi 3:0. 78. Tréand 4:0.
Aarau: Bucchi; Thrier, Nganga, Thaler, Perrier; Tréand, Jäckle, Burki (78. Rossini), Hemmi (68. Romano); Ciarrocchi, Josipovic (65. Wüthrich).
Wil: Deana; Stillhart, Roesler (65. Stadelmann), Bühler, Keller; Scholz, Breitenmoser (78. Schiavano); Maroufi (53. Yilmaz), Bottani, Fazli; Vonlanthen.
Bemerkungen: Aarau ohne Markaj, Mehidic (beide gesperrt), Besle (krank), Audino, Peralta (beide verletzt), Hunn und Corradi (beide nicht im Aufgebot). Wil ohne Gomis, Lombardi, Schäppi, Ozokwo, Huber, Gjoshi, Mlinar und Ajeti (alle verletzt), Freid und Titaro (beide nicht im Aufgebot). – 72. Bucchi lenkt Freistoss von Yilmaz an die Latte. – Verwarnungen: 45. Stillhart (Foul). 84. Bottani (Foul). 90. Perrier (Foul).
 
Rangliste:
1. FC Zürich 32 78. 2. Xamax 31/66. 3. Servette 31/52. 4. Schaffhausen 31/42. 5. Aarau 32/42. 6. Winterthur 32/35. 7. Wohlen 31/33. 8. Chiasso 31/30. 9. Le Mont 31/30. 10. Wil32/28.


 

Leserkommentare

Anzeige: