Unerwartete Premieren

0:2-SIEG ⋅ Der FC Wil tritt bei der vorgezogenen Aufstiegsfeier des FC Zürich als Spassbremse auf und gewinnt mit 2:0. Es ist der erste Wiler Sieg überhaupt im Letzigrund. Im Fokus steht Silvano Schäppi, der das Führungstor erzielt.
20. Mai 2017, 22:45
Simon Dudle
Auch wenn die sportliche Relevanz des Spiels aufgrund der bereits gefallenen Entscheidungen tief war, so brachte der Auftritt des Tabellenletzten aus der Ostschweiz beim souveränen Leader und Aufsteiger unerwartete Premieren mit sich: Im zweitletzten Spiel dieser Saison vor eigenem Anhang bezog der FC Zürich die erste Heimniederlage. Er blieb im 34. Meisterschaftsspiel seit dem Abstieg zum ersten Mal ohne Torerfolg. Auch aus Wiler Sicht war eine Premiere festzuhalten: Zum ersten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte verliess er den Letzigrund als Sieger – und dies im siebten Anlauf.

 
So überraschend der Erfolg auch sein mag: Er ist erklärbar. Bei den Zürchern, die zwei Tage zuvor dank fremder Hilfe den Aufstieg sichergestellt hatten, fiel einiges an Spannung ab. Zudem  nahm Trainer Uli Forte im Vergleich mit dem vorangehenden Spiel gegen Servette gleich fünf Wechsel in der Stammformation vor. Andris Vanins, Cédric Brunner, Alain Neff, Roberto Rodriguez und Adrian Winter gehörten nicht einmal dem Aufgebot an. So konnte sich ein Spiel entwickeln, über welches Forte hinterher sagte: «In der ersten Halbzeit war Wil viel besser. Da hatten wir nichts zu bestellen.»

Dritter Penalty hat bringt erste Tor für Wil
Die Wiler nutzten vor über 10000 Zuschauern gegen ein junges Zürcher Team die Gunst der Stunde und zeigten einen starken Auftritt. Besonders bemerkenswert war der Führungstreffer zehn Minuten nach der Pause. Im Anschluss an einem Doppelpass mit Magnus Breitenmoser tunnelte Silvano Schäppi Zürichs Ivan Kecojevic. Goalie Novem Baumann konnte den ersten Versuch Schäppis noch abwehren, den zweiten nicht mehr. Es war der erste Wiler Treffer nach torlosen 349 Minuten.

Die Freude bei Schäppi war riesig. Er hatte einen grossen Teil der Saison wegen einer Entzündung im Knie verpasst. Da diese einfach nicht abklingen wollte, musste schliesslich ein Schleimbeutel herausgeschnitten werden. Erstmals seit der Genesung stand der ehemalige Junior des FC Zürich wieder in der Wiler Startformation. «Wir waren hierher gereist, um zu gewinnen. Es ist ein verdienter Erfolg. Am Schluss war ich allerdings leer und habe wieder Schmerzen bekommen», sagte Schäppi.

Für die Entscheidung war Mitte zweiter Hälfte Mattia Bottani verantwortlich, der einen von Shaho Maroufi herausgeholten Foulpenalty sicher verwertete. Der dritte Elfmeter für die Wiler in dieser Saison hatte erstmals ein Tor zur Folge. Zum ersten Mal seit ziemlich genau sieben Monaten haben die Ostschweizer in einer Partie doppelt getroffen.$
 
Zürich – Wil 0:2 (0:0)
Letzigrund: 10’135 Zuschauer. – Sr: Gut.
Tore: 55. Schäppi 0:1. 64. Bottani (Foulpenalty) 0:2.
Zürich: Nov. Baumann; Stettler, Bangura, Kecojevic, Kempter; (62. Voser), Rohner, Rüegg (53. Marchesano), Kukeli, Schönbächler; Koné (62. Cavusevic), Dwamena.
Wil: Deana; Stadelmann, Roesler, Stillhart, Schäppi (90. Bühler); Scholz; Maroufi, Yilmaz, Breitenmoser, Bottani (92. Latifi); Vonlanthen (87. Fazli).
Bemerkungen:  Zürich ohne Alesevic, Chiumiento, Kleiber, Kryeziu, Sarr (alle verletzt), Vanins, Brunner, Nef, Buff, Rodriguez, Winter und Yapi (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Ajeti, Gjoshi, Gomis, Huber, Lombardi, Mlinar, Ozokwo (alle verletzt), Freid, Rahimi, Titaro und Veliji (alle nicht im Aufgebot). – 91. Pfostenschuss Bottani.
 
Rangliste:
1. FC Zürich 34/79. 2. Xamax 33/69. 3. Servette 33/53. 4. Schaffhausen 33/48. 5. Aarau 33/42. 6. Winterthur 33/38. 7. Wohlen 33/36. 8. Chiasso 33/33. 9. Le Mont 33/33. 10. Wil 34/31.

Leserkommentare

Anzeige: