Streit spitzt sich zu

FC WIL ⋅ Der einstige FC-Wil-Mittelfeldspieler Rémi Gomis zieht seinen ehemaligen Arbeitgeber vor den Sportgerichtshof TAS. Mattia Bottani verlässt den Klub freiwillig.
18. August 2017, 21:33
Simon Dudle
Die türkischen Investoren haben den FC Wil zwar schon vor mehr als einem halben Jahr verlassen, noch heute ist aber deren Wirken spürbar. Zum Beispiel beim Fall Rémi Gomis. Der Mittelfeldspieler bezog einen für Challenge-League-Verhältnisse fürstlichen Lohn im fünfstelligen Bereich und wollte das tiefere Angebot der neuen, alten Wiler Vereinsführung nicht akzeptieren. Eine Einigung ist bis heute nicht erzielt.

Nachdem der FC Wil im Juli plötzlich verlauten liess, zwischen Gomis und dem Verein gebe es keinen Vertrag mehr, war der Gang vor die Schlichtungskommission der Swiss Football League (SFL) der nächste Schritt. "Das Schlichtungsverfahren ist gescheitert", sagt nun SFL-Sprecher Philippe Guggisberg auf Anfrage.

 
Bottani zurück nach Lugano

Aus Wil ist von Mediensprecher Dani Wyler zu vernehmen: "Weder der Spieler noch sein Rechtsanwalt sind zu diesem Termin erschienen. "Was aber nicht heisst, dass die Sache erledigt wäre. "Der Fall wurde vor den Internationalen Sportgerichtshof TAS weitergezogen. Wir sind aber mit der Gegenpartei in Kontakt", sagt Wyler. Beim TAS handelt es sich um ein unabhängiges, internationales Schiedsgericht mit Sitz in Lausanne. Für den Spieler und den FC Wil geht es um viel Geld. Kolportiert wird, Gomis habe rund 50'000 Franken im Monat verdient. Fakt ist: Er hatte bei den Ostschweizern einen Vertrag bis im Juni 2018 unterschrieben.

Auch Mattia Bottani gehörte zu jenen Spielern mit einem hohen Lohn. Darum wurde eine Lösung ausserhalb des Klubs gesucht – und am Freitagabend gefunden. Der Tessiner löste seinen bis 2020 gültigen Vertrag mit dem FC Wil auf und wechselt zurück zu Lugano, wo er bereits vor dem Wechsel in die Ostschweiz im Sommer 2016 gespielt hatte. Über die Transfermodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart.

Im Kader verbleibe zwei Spieler mit hohem Lohn: Ivan Audino und David Roesler. "Für sie wird ebenfalls eine externe Lösung gesucht", sagt Wyler.

 
Einen zusätzlichen Goalie verpflichtet

Im Wiler Kader figuriert auch einen Zuzug. Der 22-jährige Schweizer Goalie Christian Miesch wechselte vom deutschen Fünftligisten Oberachern zu den Ostschweizern und unterschrieb einen Einjahresvertrag. Somit stehen nun für die ersten beiden Mannschaften des FC Wil vier Torhüter zur Verfügung.

Am Samstag um 19 Uhr gastieren die Wiler bei Chiasso. Da beide Teams der unteren Tabellenhälfte zugeordnet werden, hat die Partie wegweisenden Charakter. Neben den verletzten Sandro Lombardi, Nedim Sacirovic und Pascal Huber verzichtet Wil auch in dieser Partie freiwillig auf die Einsätze von Audino und Roesler.
 

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