Licht wirft Schatten auf den FC Wil

FC WIL ⋅ Weil im Fussballstadion Bergholz die Beleuchtung nicht den Vorgaben der Swiss Football League entspricht, hat der FC Wil eine Anzeige am Hals. Ob er sanktioniert wird, steht aber noch nicht fest. Auch drei andere Vereine der Challenge League sind angezeigt worden.
07. August 2017, 20:44
Simon Dudle
Was seit Saisonbeginn zu erwarten war, ist nun Tatsache: Der FC Wil sieht sich mit einer nächsten Anzeige der Swiss Football League konfrontiert. Nachdem es im Frühjahr nach dem abrupten Ausstieg der türkischen Investoren unter anderem um nicht rechtzeitig bezahlte Sozialleistungen bei einem Spielerlohn gegangen war, so ist dieses Mal die Lichtanlage das Problem. Denn die Lizenz für die noch junge Spielzeit hat der Klub Anfang Mai nur mit der Auflage erhalten, dass die Stadionbeleuchtung bis zum Saisonbeginn aufgebessert ist. Das ist nicht geschehen.
Zwar werden die neu geforderten 500 Lux an Lichtstärke in der IGP-Arena erreicht, jedoch sind sie nicht gleichmässig verteilt. Auf dem Kunstrasen gibt es dunklere Stellen. «Die Disziplinarkommission wird nun beurteilen, ob die Nichterfüllung der Auflage disziplinarisch zu sanktionieren ist», schreibt die Liga.
 

Lichter unter dem Tribünendach

Es ist also noch nicht sicher, ob der FC Wil bestraft wird. Wenn, dann ist der Rahmen für das Strafmass gemäss Artikel 23 der Rechtspflegeordnung der Swiss Football League gross. Er reicht von einer Verwarnung über eine Busse und einem Abzug von bis zu zwölf Punkten bis hin zum Lizenzentzug. Liga-Sprecher Philippe Guggisberg hatte bereits im Juli gegenüber der «Wiler Zeitung» gesagt, dass es sich beim Abzug von zwölf Punkten um eine theoretische Maximalstrafe handle, welche in diesem Fall nicht realistisch sei. Die Disziplinarkommission hat einen Monat Zeit, um ein Urteil zu fällen.

Dani Wyler, Mediensprecher des FC Wil, hofft auf «gesunden Menschenverstand» der Disziplinarkommission. «Es wäre nicht verständlich, wenn es eine Strafe gäbe. Wenn in einer Mietwohnung etwas nicht den Bestimmungen entspricht, kann nicht der Mieter bestraft werden. Die Stadt als Vermieter ist nun daran, die Sache in Ordnung zu bringen», sagt Wyler. Tatsächlich nimmt alles seinen Lauf. Das Baugesuch ist am 21. Juli eingereicht worden. Als nächstes wird dieses öffentlich aufgelegt. Dabei sind Einsprachen möglich. Erst danach kann bei der Stadt Wil die Frage beantwortet werden, wann die Arbeiten ausgeführt werden. Ferner hat die Stadt der Liga laut dem FC Wil einen Brief zugestellt und dabei die Absicht erklärt, die Arbeiten ausführen zu wollen.

Geplant ist gemäss FC, unter dem Dach der Haupttribüne zusätzliche Lampen anzubringen, um so auf eine einheitliche Ausleuchtung zu kommen. Somit wäre die Situation gleich wie im alten Bergholz, wo die gleichen Scheinwerfer die einheitlichen 500 Lux produziert hatten. Damals hatten Lampen auf dem Dach der Haupttribüne ihren Teil dazu beigetragen.
 

Auflagen sind seit 2012 bekannt

Der FC Wil ist nicht der einzige Challenge-League-Club, der gestern eine Anzeige erhalten hat. Dem FC Chiasso, dem FC Wohlen und der FC Rapperswil-Jona ging es nicht anders. Somit ist derzeit fast die halbe Liga im Ungewissen. Alle Vereine wissen seit dem Jahr 2012, welche Anforderungen in der Challenge League erwartet werden. Seit dann ist nämlich der aktuelle Stadionkatalog gültig. Dieser legt die Anforderungen an die Beleuchtung des Spielfeldes in den Stadien der Challenge League verbindlich fest.

Ursprünglich waren diese Werte bereits ab der Saison 2015/2016 gefordert worden. «Aus Rücksichtnahme gegenüber den Klubs und Stadioneigentümern wurde die Frist auf spätestens Saison 2017/2018 erstreckt», schreibt die Liga in einer Mitteilung.

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