Immerhin nicht mehr Letzter

FC WIL ⋅ Der FC Wil kommt beim selbst ernannten Aufstiegsaspiranten Vaduz zu einem torlosen Remis und gibt die rote Laterne ab. Eine Szene in der zweiten Halbzeit bei der Vaduzer Torlinie sorgt für Diskussionen.
01. Oktober 2017, 22:42
Simon Dudle
Wie so oft nach einem Unentschieden war es eine Frage der Optik, wie man das Gebotene beurteilte. Ist man dem FC Wil positiv gesinnt, war eine solide Defensive und eine gute Organisation ins Feld zu führen. Dem Absteiger aus dem Fürstentum Liechtenstein war wenig zugestanden worden. Wenn man nörgeln mochte, war vor der Pause die offensive Harmlosigkeit anzumerken, nach dem Seitenwechsel die mangelnde Effizienz. Zum siebten Mal in den vergangenen acht Partien blieben die Wiler ohne erzieltes Tor.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit mit leichten Vorteilen für die Vaduzer besassen die Wiler in der zweiten Halbzeit die besseren Möglichkeiten. In einer Aktion nach drei Vierteln des Spiels blieb den mitgereisten Anhängern der Torjubel im Hals stecken. Eine Cornerflanke Johan Vonlanthens landete bei Enis Latifi. Dieser setzte aus kurzer Distanz zu einem Kopfball an, welcher von Goalie Peter Jehle auf oder knapp hinter der Linie geklärt wurde. Auch die bewegten Bilder dieser Szene klärten den Sachverhalt nicht schlüssig. Während die Wiler Spieler selbstredend auf Tor plädierten, zeigte der Schiedsrichter-Assistent sofort «weiterspielen» an.
 

Wiler Trainer mit dem Punkt nicht zufrieden

Da Latifi bei einer weiteren Aktion freistehend vor Jehle an diesem scheiterte, Zé Eduardo von der Strafraumgrenze aus das Tor knapp verfehlte und die Vaduzer in ihren Offensivbemühungen kaum zwingend waren, blieb es beim zweiten Wiler 0:0 hintereinander in einem Auswärtsspiel. «Ich bin mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Wenn ich das Spiel anschaue, hätte es nur einen Sieger geben dürfen», sagte Wils Trainer Konrad Fünfstück. Ein Blick auf die Statistiken besagte, dass die Wiler mehr Torschüsse und ziemlich genau gleich viel Ballbesitz wie Vaduz zu verzeichnen hatten. Für die Liechtensteiner war es im fünften Heimspiel seit dem Abstieg das vierte Unentschieden.

Dieses Punkteteilung war für die Wiler zwar gleichbedeutend mit dem achten sieglosen Spiel in Serie, brachte aber mit sich, dass die Ostschweizer nicht als Tabellenletzte in die nun anstehende zweiwöchige Meisterschaftspause gehen. Diese Position wurde abgetreten an Winterthur, das zwar punktgleich ist, aber das um einen Treffer schlechtere Torverhältnis aufweist.
 
Vaduz – Wil 0:0
Rheinpark: 1939 Zuschauer. – Sr: Amhof.
Vaduz: Jehle; von Niederhäusern, Bühler, Puljic, Borgmann; Muntwiler; Coulibaly, Jüllich (59. Kamber), Ciccone, Schirinzi (59. Turkes); Devic (79. Mathys).
Wil: Baumann; Gonçalves, Lekaj, Muslin, Schällibaum; Stillhart (52. Latifi), Zé Eduardo; Kucani, Vonlanthen (83. Korkmaz), Keller (91. Savic); Cortelezzi.
Bemerkungen: Vaduz ohne Siegrist, Pfründer, Konrad, Gajic, Felfel, Brunner (alle verletzt), J. Ospelt, P. Ospelt und Sherko (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Kienast (nicht spielberechtigt),j Ilazi, Lombardi, Maroufi, Sacirovic, Huber (alle verletzt),  Miesch, Hamdiu, Schiavano, Roesler, Breitenmoser, Gjoshi und Rahimi 

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