Gratis-Trainer Jacobacci: Zukunft offen

FC WIL ⋅ Der FC Wil schliesst eine turbulente Saison auf dem letzten Platz ab – hinter Absteiger Le Mont. Schon lange laufen die Planungen für die nächste Spielzeit. Während in der Trainerfrage ein Entscheid aussteht, verlassen drei weitere Spieler den Club.
28. Mai 2017, 07:14
Simon Dudle
Es wird Zeit, dass am kommenden Samstag die Challenge-League-Saison ein Ende findet. Da seit mehreren Wochen feststeht, dass sich Le Mont freiwillig aus dem Profifussball zurückzieht und absteigt, haben die Spiele seither Erledigungs-Charakter. So auch der Kick am Samstag in Wohlen. Das 1:2 war für den FC Wil im 17. Rückrundenspiel die 13. Niederlage. Schon vor dem abschliessenden Heimauftritt gegen Schaffhausen steht fest, dass er die Saison als Tabellenletzter beendet. Er wird so wenige Punkte auf dem Konto haben wie noch nie seit dem Abstieg aus der Super League vor mittlerweile 13 Jahren.

So müssten die Vereinsobrigen eigentlich einen Blumenstrauss mit Dankesworten an Le-Mont-Präsident Serge Duperret schicken, da er den Wilern den Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse ermöglicht hat. Dieser hat auch dafür gesorgt, dass die Planungen für die neue Spielzeit frühzeitig in Angriff genommen werden konnten. Mit Trainer Maurizio Jacobacci, dessen Kontrakt im Sommer ausläuft, ist man zusammengesessen. Ein Entscheid ist aber noch nicht gefallen. Er sei "eine Alternative", heisst es beim FC Wil. Jacobacci hatte beim krisengebeutelten FC Wil Ende März übernommen - vorerst zum Nulltarif, ohne Lohn und Spesen. In einem Interview sagte er damals, zum einen könne er sich so wieder in der Schweiz als Trainer präsentieren. Zum anderen sei die Verbundenheit mit dem FC Wil seit einem früheren Engagement nach wie vor gross.

 
Zwei Spieler der "türkischen Zeit" kehren zurück

Und wie sieht es bei den Spielern aus? Kommuniziert ist, dass Goalie und Captain Steven Deana innerhalb der Challenge League zum FC Aarau zurückkehrt und der derzeit verletzte Verteidiger Adonis Ajeti in die Super League zum FC St.Gallen wechselt. Nach dem Spiel in Wohlen liess Vereinspräsident Roger Bigger verlauten, dass die auslaufenden Verträge mit den derzeit ebenfalls verletzten Nduka Ozokwo und Frano Mlinar sowie mit Arnaud Bühler nicht verlängert werden. Angesprochen auf Stürmer Samir Fazli sagte Bigger: "Er hat grundsätzlich noch einen Vertrag bis Ende Jahr."

Interessant ist, wie die Zukunft der beiden bekannten Spieler Johan Vonlanthen und Mattia Bottani aussieht. Fakt ist: Beide haben weiterlaufende Verträge. Ob sie Klauseln eingebaut haben, mochte Bigger nicht sagen.

Und dann sind da noch zwei Spieler, die zu "türkischer Zeit" langjährige und verhältnismässig hoch dotierte Verträge unterschrieben haben, dann an andere Vereine ausgeliehen wurden und nun wieder zum FC Wil zurückkehren: Die Rede ist von Offensivspieler Ivan Audino, dessen Leihvertrag in Aarau nicht verlängert wird, und Goalie Hrvoje Bukovski, der zuletzt beim zypriotischen Verein THOI Lakatamias unter Vertrag war. "Ja, die beiden kommen wieder zurück, und wir suchen für sie nach Lösungen", sagte Bigger.

Apropos Lösung: Wie steht es um Rémi Gomis, der noch immer auf seinen hohen Vertrag pocht? Man sei derzeit vor der Schlichtungskommission der Swiss Football League. Ein Entscheid wird im Juni erwartet.

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