FC Wil leitet Busse an die Stadt weiter

GELDSTRAFE ⋅ 3000 Franken Busse soll der FC Wil für die mangelhafte Stadionbeleuchtung bezahlen. Der Club allerdings sieht das anders: Die Stadt Wil müsse als Eigentümerin dafür aufkommen.
Aktualisiert: 
05.09.2017, 18:00
05. September 2017, 18:21
Simon Dudle
Kein Punktabzug für den FC Wil. Ein solcher hatte gedroht, weil der Verein die Lichtanlage in der IGP-Arena bis zu Saisonbeginn nicht auf das geforderte Mass aufgerüstet und damit gegen eine Lizenzauflage vorstossen hatte. Mit 3000 Franken wird er nun von der Disziplinarkommission der Swiss Football League gebüsst. Das Strafmass liegt um 2000 Franken unter jenem der Ligakonkurrenten FC Wohlen und FC Chiasso. Diese haben ebenfalls nicht genug Licht im Stadion.  "Der FC Wil konnte nachweisen, dass die Stadt mehrmals auf die verschiedenen Mängel aufmerksam gemacht worden war", begründet die Liga ihr Urteil.

Hat sich der Fall somit erledigt? Nein. Denn nun stellt sich die Frage, wer die 3000 Franken und die 1000 Franken Verfahrenskosten berappt. Für die FC-Verantwortlichen ist klar: die Stadt hat die 4000 Franken zu zahlen. Denn diese trage als Eigentümerin des Stadions für die nicht reglementskonforme Beleuchtung die alleinige Verantwortung. Die Rechnung wird an die Stadt weitergeleitet. Dort bestätigt man den Eingang eines entsprechenden Schreibens. Der städtische Kommunikationsbeauftragte, Stefan Hauser, sagt: "Dieses Thema wurde an einer Stadtratssitzung behandelt. Die schriftliche Antwort wird in den nächsten Tagen versandt." Da der Empfänger zuerst direkt und nicht über die Medien informiert werden soll, will Hauser den Inhalt des städtischen Schreibens noch nicht verraten.

Ein Rekurs des FC Wil bei der Swiss Football League ist nicht möglich. Das Reglement sieht einen solchen erst ab einer Busse von 10'000 Franken vor.
 

Liga muss das weitere Vorgehen noch definieren

Womit nun zu klären ist, was passiert, falls die Rechnung weder vom Klub noch der Stadt bezahlt werden sollte. Diese Frage stellt sich nicht. Denn die Liga wird das Geld von einem FC-Wil-Konto abbuchen. Auf dieses musste der Klub vor der Saison Geld überweisen – als Sicherheit im Falle finanzieller Schwierigkeiten.

Noch unbeantwortet ist die Frage, wie es nun weitergeht. Fakt ist, dass die Lichtstärke noch immer nicht dem entspricht, was gefordert wird. "Wir müssen das weitere Vorgehen nun ligaintern beurteilen. Die Clubs sind ja nicht alleine für das Licht verantwortlich", sagt Marc Juillerat von der Swiss Football League. Es würde überraschen, wenn der Fall weitere Konsequenzen hätte. Dann in der Zwischenzeit laufen die Vorbereitungen für die Aufrüstung der Lichtanlage. Noch bis am nächsten Dienstag liegen die Pläne im ehemaligen Gemeindehaus Bronschhofen öffentlich auf und können eingesehen werden. Bis dann sind auch Einsprachen gegen das Projekt möglich.
Aus diesen Plänen geht hervor, dass im Dach der Haupttribüne acht Scheinwerfer eingebaut werden sollen, womit die geforderte Lichtstärke erreicht wird. Die Lampen werden gegen unten zeigen, um nicht unnötiges Streulicht Richtung Nachbarschaft zu werden. Wann die zusätzlichen Lichter eingebaut werden, kann erst gesagt werden, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt.
 

Rapperswil-Jona "nur" verwarnt

Nicht alle angezeigten Challenge-League-Vereine sind mit einer Busse bedacht worden. Rapperswil-Jona kommt mit einer Verwarnung davon. In der Strafzumessung wurde berücksichtigt, dass der Klub als Aufsteiger in die Challenge League seit der Erteilung der Lizenz weniger Zeit hatte, die Auflagen betreffend Spielfeldbeleuchtung umzusetzen. 

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