FC Wil plant ohne Jacobacci – kommt nun Sforza?

FC WIL ⋅ Der FC Wil verabschiedet sich mit einem 2:1-Heimsieg gegen Schaffhausen in die Sommerpause. Das schwächste Team des Jahres besiegt das beste. Zudem vermeldet der Club, dass der auslaufende Vertrag mit Trainer Maurizio Jacobacci nicht verlängert wird. Als möglicher Nachfolger soll Ciriaco Sforza ein Thema sein.
03. Juni 2017, 23:03
Simon Dudle
Eine in allen Belangen missratene Saison endet für den FC Wil mit einem Erfolgserlebnis. Gegen Schaffhausen realisiert er in der IGP-Arena einen 2:1-Sieg. Somit haben die Wiler nicht nur ihren ersten Heimerfolg 2017 realisiert, sondern auch das beste Team des Jahres besiegt.
Noch vor Ablauf der ersten Viertelstunde gingen die Gastgeber in Führung. In einer Kombination zweier ehemaliger Schaffhauser passte Shaho Maroufi zur Mitte, wo Johan Vonlanthen traf. Der einstige Schweizer Nationalspieler sicherte sich damit den clubinternen Titel des FC-Wil-Torschützenkönigs – mit gerade einmal sechs Treffern.

Da die Wiler danach eine Dreifachchance vergaben, konnten die Schaffhauser mit einem ihrer vorerst wenigen Vorstösse durch Faruk Gül ausgleichen. Eine knappe halbe Stunde war gespielt. So überraschend das 1:1 zu jenem Zeitpunkt kam, so überraschend fiel der Wiler Siegtreffer in der vorletzten Spielminute durch den eingewechselten Nachwuchsspieler Enis Latifi mittels Flatterball. In jener Phase waren die Schaffhauser einem zweiten Treffer näher gewesen.

Interessanter war aber, was sich abseits des Rasens tat. Und da leistete sich der FC Wil eine Kommunikationspanne. Als sich die Akteure vor Anpfiff vor der Haupttribüne aufgereiht hatten,  wurde neben den Spielern Steven Deana, Arnaud Bühler, Frano Mlinar, Erhan Yilmaz und Samir Fazli auch Trainer Maurizio Jacobacci verabschiedet. Sein auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. Man wolle in der nächsten Saison einen Neustart mit einem neuen Trainer vollziehen, sagte Clubpräsident Roger Bigger nach dem Spiel. Dumm nur, dass die Meldung laut Jacobacci erst nach Pfingsten hätte publik werden sollen und die Spieler so wenige Sekunden vor Anpfiff vor versammelter Runde informiert wurden.

Wer Nachfolger Jacobaccis wird, steht noch nicht fest. Gemäss Recherchen dieser Zeitung soll Ciriaco Sforza ein Thema sein. Er wurde nicht nur am vergangenen Samstag beim Wiler Auswärtsspiel in Wohlen gesehen, sondern tags darauf auch vor der IGP-Arena. Bigger wollte dieses Gerücht weder bestätigen nach dementieren.
 
Wil – Schaffhausen 2:1 (1:1)
IGP Arena: 710 Zuschauer. – Sr: Piccolo.
Tore 12. Vonlanthen 1:0. 29. Gül 1:1. 89: Latifi 2:1.
Wil: Baumann; Stadelmann, Roesler, Bühler, Keller; Breitenmoser (87. Schiavano), Stillhart; Maroufi, Yilmaz (76. Latifi), Vonlanthen; Rahimi (58. Titaro).
Schaffhausen: Grasseler; Lekaj (70. Tranquilli), Neitzke, Rhyner, Mevlja; Kucani, Bunjaku, Taipi, Del Toro (57. Mikari); Gül (61. Facchinetti), Lang
Bemerkungen: Wil ohne Bottani (gesperrt), Gomis, Lombardi, Schäppi, Ozokwo, Fazli, Scholz, Gjoshi, Mlinar und Ajeti (alle verletzt). Schaffhausen ohne Zock (gesperrt), Gonçalves, Demhasaj, Matic (alle verletzt), Paulinho, Zuli, Zornjak und Wellhäuser (alle nicht im Aufgebot). – 23. Pfostenkopfball  Bühler. – 23. Pfostenschuss Stillhart. – 83. Lattenschuss Rhyner. – Verwarnung: 28. Rahimi (Foul). 39. Stillhart (Unsportlichkeit). 39. Rhyner (Unsportlichkeit). 72. Mikari (Foul). 92. Neitzke (Reklamieren).
 
Schlussrangliste:
1. FC Zürich 36/85. 2. Xamax 36/73. 3. Servette 36/62. 4. Schaffhausen 36/51. 5. Aarau 36/45. 6. Winterthur 36/41. 7. Wohlen 36/39. 8. Chiasso 36/37. 9. Le Mont 36/35. 10. Wil 36/34.
 

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