Eine starke Stunde genügt Wil nicht

CHALLENGE LEAGUE ⋅ Wie erwartet bleibt der Tabellenletzte FC Wil bei Xamax ohne Punktgewinn und unterliegt dem Leader mit 1:3. Über eine Stunde lang sind die Ostschweizer zwar ebenbürtig. Doch dann profitiert Raphael Nuzzolo von einem Fehler in Wils Defensive.
26. November 2017, 08:44
Simon Dudle/Neuenburg
Der FC Wil dreht sich im Kreis und findet auch auf der Neuenburger Maladière nicht zum Siegen zurück. Dies gegen den souveränen Leader zu erwarten, wäre in der aktuellen Situation allerdings vermessen.

Etwas mehr als eine Stunde gingen die Pläne der Ostschweizer auf. Die Gäste hatten die Neuenburger gut unter Kontrolle. Nach 55 Minuten lag gar der Wiler Führungstreffer in der Luft.

aine Keller stand plötzlich alleine vor Xamax-Torhüter Laurent Walthert, schob den Ball aber flach am linken Pfosten vorbei. Zehn Minuten später ging der Leader in Führung. Einmal mehr traf Raphael Nuzzolo, der kurz vor der Pause mit einem Kopfball aus kurzer Distanz noch an Wils Goalie Jim Freid gescheitert war.
 

Gegentore im Zehn-Minuten-Takt

Eben dieser Freid leistete sich beim ersten Gegentreffer einen unnötigen Ausflug, obwohl Verteidiger Granit Lekaj zugegen war. Nuzzolo umlief die beiden und schob den Ball zu seinem Saisontreffer Nummer 14 ins leere Tor. Er hat ein Tor mehr erzielt als das ganze Wiler Team.

Das 1:0 war gleichbedeutend mit der Vorentscheidung. Denn in offensiver Hinsicht sind die Wiler zu bescheiden, um einen Gegner im Zuschnitt von Xamax unter Druck setzen zu können.

In Zehn-Minuten-Abständen kamen die Neuenburger zu weiteren Toren. Beim 2:0 liess sich Wils Michael Gonçalves an ehemaliger Wirkungsstätte in einem Zweikampf von Gaëtan Karlen düpieren, was am Ende der Aktion Geoffrey Tréand das 2:0 ermöglichte.

Das 3:0 erzielte Karlen mittels Foulpenalty. Dass Marko Muslin nur wenige Sekunden später mit einem Abschluss aus 15 Metern auf 1:3 verkürzte, war nur noch Resultatkosmetik.
 

Captain auf der Ersatzbank, Vonlanthen nicht dabei

Muslin, der Captain und Innenverteidiger, stand zum zweiten Mal hintereinander nicht in der Stammformation und wurde nach 70 Minuten eingewechselt. «Die Überlegungen waren, dass Basil Stillhart gut auf Nuzzolo passt. Muslin ist auch eine Alternative in der Offensive, wie wir es gemacht haben», sagte Wils Trainer Konrad Fünfstück.

Zum zweiten Mal in Serie nicht einmal im Aufgebot stand der Ex-Internationale Johan Vonlanthen. «Vor einer Woche hatte er nach einer Krankheit Trainingsrückstand. Die Mannschaft hat es in Winterthur gut gemacht. Es gab keine Veranlassung, um zu wechseln», sagte Fünfstück.
 
Xamax – Wil 3:1 (0:0)
Maladière: 2246 Zuschauer. – Sr: Schnyder.
Tore: 65. Nuzzolo 1:0. 75. Tréand 2:0. 86. Karlen (Foulpenalty) 3:0. 87. Muslin 3:1.
Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Djuric, Lawson; Di Nardo, Veloso (76. Corbaz); Ramizi (65. Karlen), Doudin, Tréand (79. Mulaj); Nuzzolo.
Wil: Freid; Gonçalves, Lekaj, Stillhart, Schällibaum; Scholz, Zé Eduardo (71. Muslin); Kucani (46. Maroufi), Alves, Keller; Cortelezzi (80. Kienast).x§x§
Bemerkungen: Xamax ohne Qela, Kamber (beide verletzt), Farine, Alic, Nimani und Escolano (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Baumann, Hamdiu, Ilazi, Lombardi, Sacirovic, Huber, Pugliese (alle verletzt), Vonlanthen, Schiavano, Atila, Roesler, Gjoshi, Savic und Rahimi (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 1. Gonçalves (Foul). 45. Sejmenovic (Foul). 69. Zé Eduardo (Foul).

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