Eine nächste bittere Pille

NIEDERLAGE ⋅ Beim FC Wil ist der Wurm drin. Obwohl er seine Torblockade nach über zehn Stunden löst, verliert er das Heimspiel gegen Schaffhausen unglücklich mit 2:3 und bleibt Letzter. Tunahan Cicek entscheidet die Partie mit einem Doppelschlag in zwei Minuten.
26. September 2017, 05:18

Nach einer ersten Halbzeit mit tiefem Unterhaltungswert und fast gänzlich ohne Torabschlüsse überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Lanciert wurde die Partie nach knapp einer Stunde von Yassin Mikari , der einen ­Penaltytreffer erzielte. Da Basil Stillhart bei der vorgängigen Intervention an Hélios Sessolo den Ball gespielt hatte, hätte es den Penalty nicht geben dürfen.

Wer nun glaubte, der seit über sechs Spielen torlose FC Wil sei damit erledigt, sah sich getäuscht. Nach genau zehn Stunden und drei Minuten ohne Treffer durchbrach Johan Vonlanthen die Blockade, als er ein Zuspiel von Kenzo Schällibaum zum Ausgleich verwertete. Als dann gut zehn Minuten später der Brasilianer Zé Eduardo nach einem sehenswerten Spielzug über mehrere Stationen aus kurzer Distanz die Wiler gar in Führung brachte, schien sich das Thema Tabellenende für die Ostschweizer erledigt zu haben. Denn die enttäuschenden Schaffhauser machten nicht den Eindruck, darauf reagieren zu können.

Doch die Partie fand eine neuerliche und entscheidende Wende. Innerhalb von zwei Minuten führte Tunahan Cicek mit zwei Toren die Gäste zum glücklichen Sieg. Die Treffer waren praktisch identisch. Es genügte jeweils ein einfacher Steilpass in die Schnittstelle der Abwehr, um diese auszuhebeln. In beiden Situationen stand der Schaffhauser Flügelspieler nach dem Zuspiel von Captain André Luis Neitzke frei vor dem Tor und liess sich diese Chance nicht entgehen. Aus Wiler Sicht war aber auch anzumerken, dass die Gäste viel zu einfach zu diesen beiden Toren kamen.

Auf diesen zweiten Rückstand hatten die Gastgeber keine Antwort mehr, weshalb sich die Serie an sieglosen Spielen auf deren sieben erweiterte und sie nach dem ersten Meisterviertel doch die rote Laterne in den Händen halten. Dieses Fazit ist besonders bitter, weil zum wiederholten Mal in dieser Saison mehr möglich gewesen wäre. In den entscheidenden Momenten begeht die junge Ostschweizer Mannschaft aber fast schon regelmässig Fehler, welche Punkte kosten.

 

Simon Dudle


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