Eine gefühlte Niederlage

PUNKTETEILUNG ⋅ Der FC Wil holt beim selbst ernannten Aufstiegsaspiranten Aarau ein 2:2 und ist enttäuscht. Den Ausgleich kassiert er erst in der dritten Minute der Nachspielzeit.
30. Juli 2017, 07:20
Simon Dudle, Aarau

Simon Dudle, Aarau

Es brauchte in der Pause deutliche Worte von Trainer Konrad Fünfstück, um die junge Wiler Mannschaft auf Kurs zu bringen. Hinter ihr lag eine erste Hälfte, in welcher sie gegen das vermeintliche Spitzenteam aus Aarau zwar ordentlich verteidigt und nicht allzu viel zugelassen hatte, aber eben doch wegen eines Gegentreffers von Patrick Rossini zehn Minuten vor der Pause mit 0:1 in Rückstand geraten war. Offensiv waren die Gäste kaum je in Erscheinung getreten. Zudem hatten sie sich zu viele Fehlzuspiele in der Angriffsauslösung geleistet. «Ich musste die Mannschaft in der Pause wachrütteln», sagte Fünfstück nach dem Spiel.

Und siehe da: Der Auftritt wurde couragierter, offensiver, chancenreicher – also schlicht besser. Allerdings brauchte es ein «Luftloch» von Aaraus Verteidiger Marco Thaler, um den Wilern das erste Tor in dieser noch jungen Saison zu ermöglichen. Als Folge davon stand der zur Pause eingewechselte Sergio Cortelezzi alleine vor dem letztjährigen Wil-Goalie sowie Captain Steven ­Deana und liess sich die Chance zum 1:1 nicht entgehen.

Verkehrte Welt nach dem späten Ausgleich

In der Schlussphase kam es noch besser: Johan Vonlanthen umspielte nach einem abgewehrten Wil-Corner Michael Perrier und lief von rechts in den Strafraum, um Deana auch bei dieser Aktion keine Chance zu lassen.

Plötzlich sahen die Wiler wie der Sieger aus. Sie leisteten sich aber tief in der Nachspielzeit im Defensivverhalten Unzulänglichkeiten, welche zwei Punkte kosteten. Nach einem langen Ball von Deana verlor Basil Stillhart ein Kopfballduell und Atila griff nach einem Pass von Rossini in den Strafraum nicht ein. So traf Léo Itaperuna, der ehemalige Stürmer des FC Sion, zum umjubelten Aarauer Ausgleich.

Es herrschte nach dem Schlusspfiff verkehrte Welt im Brügglifeld: Während sich die favorisierten Aargauer mit einem Punkt zufriedengeben mussten, war die Enttäuschung im Wiler Lager spürbar. «Aufgrund des Spielverlaufs sind es zwei verlorene Punkte. Das ist ärgerlich und wir sind enttäuscht. Allerdings hätten wir vor dem Spiel für ein 2:2 unterschrieben», sagte Vonlanthen. Auch Trainer Fünfstück sprach von zwei verlorenen Zählern. Er sagte: «Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Das schmerzt für die junge Mannschaft, der manchmal noch die Cleverness fehlt. Alles in allem war es eine Steigerung im Vergleich mit dem Spiel am vergangenen Sonntag gegen Vaduz.»

Präsidiales Lob für die Leistungssteigerung

Über das ganze Spiel gesehen hatte die Punkteteilung ihre Richtigkeit. In der ersten Halbzeit waren die Aarauer spielerisch überlegen. Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Wiler aber merklich und verdienten sich den einen Punkt redlich. «In der zweiten Halbzeit war es ein guter Auftritt der Mannschaft, die Moral bewiesen hat», sagte Klubpräsident Roger Bigger.


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