Ein erster herber Rückschlag

LEISTUNGSEINBRUCH ⋅ Der FC Wil verliert in der Challenge League in Chiasso verdientermassen mit 0:3 und zeigt nach der Pause die schwächste Halbzeit der Saison. Das Verdikt hatte selbst in der Höhe seine Berechtigung.
19. August 2017, 22:24
Simon Dudle, Chiasso
Die Wiler blieben im zweiten Meisterschafts-Auswärtsspiel in Serie ohne Punkt und Tor. Hatte die 0:1-Niederlage in Genf zehn Tage zuvor als zu erwartender Ausrutschter bezeichnet werden können, so war dieses 0:3 im Tessin ein erster herber Rückschlag in dieser Saison. Nachdem es den Ostschweizern auch im fünften Meisterschaftsspiel nicht gelang, vor der Pause ein Tor zu erzielen, folgte dieses Mal ein Leistungseinbruch. Eine Kombination, die folgerichtig eine deutliche Niederlage nach sich zog.
 
Vor der Pause hatte der Auftritt noch dem entsprochen, was zu erwarten gewesen war. Zwar hatte Chiasso mehr vom Spiel, die Wiler kamen aber auch zu Chancen. Nach knapp einer Viertelstunde wurde ein Treffer von Shaho Maroufi wegen Offsides annulliert, kurz vor der Pause traf Sergio Cortelezzi den Pfosten. Nach dem Seitenwechsel sorgte einmal mehr Jean Paul Farrugia für die Führung. Das hatte der sechsfache maltesische Internationale bereits in den zwei Partien zuvor getan. Bei den beiden 1:0-Siegen gegen Rapperswil-Jona und Brühl im Cup hatte er genauso das erste Tor des Spiels erzielt wie gegen Wil – abermals nach einer Flanke per Kopf. Dieses Mal löste er sich nach einem Corner von rechts geschickt, genoss dann aber auch viel zu viele Freiheiten im Gäste-Strafraum.
 

Soumah trifft zwei Minuten nach der Einwechslung

Auch im fünften Meisterschaftsspiel erzielte somit der Wiler Gegner das erste Tor des Spiels. War der Gegentreffer in den anderen Partien jeweils einem Weckruf gleichgekommen und eine Reaktion gefolgt, so war an der südlichen Landesgrenze nichts davon zu sehen. Trainer Konrad Fünfstück liess fortan mit noch drei Verteidigern spielen. Dies hatte allerdings eher eine defensive Anfälligkeit denn eine offensive Reaktion zur Folge.

Zwei Einwechselspieler sorgten für das deutliche Verdikt. Alhassasne Soumah war erst zwei Minuten zuvor eingewechselt worden, als er nach einem Pfostenschuss von Assan Ceesay am schnellsten reagierte und traf. Soumah durfte nur spielen, weil Chiasso zweimal gegen eine aus dem Spiel gegen Xamax resultierende Sperre rekurriert hatte und der Fall bis zu einem definitiven Entscheid aufschiebende Wirkung hat. Das 3:0 durch Kenan Faktic war Resultatkosmetik.

Im Wiler Lager blickte man in leere Gesichter. «In der zweiten Halbzeit waren wir nicht in den Zweikämpfen. Nach dem 0:1 haben wir aufgegeben. Das darf nicht sein», sagte Captain Marko Muslin. Trainer Fünfstück ergänzte: «Die ersten 45 Minuten waren gut, die zweiten total enttäuschend. Solche Erfahrungen wird es mit dieser jungen Mannschaft auch in Zukunft geben.»

Chiasso – Wil 3:0 (0:0)
Riva IV: 540 Zuschauer. – Sr: Gut.
Tore: 60. Farrugia 1:0. 81. Soumah 2:0. 94. Faktic 3:0.

Chiasso: Russo; Delli Carri, Martignoni, Abedini; Krasniqi, Rey, Carte Said (73. Faktic), Belometti; Bilinovac (46. Ceesay), Padula; Farrugia (79. Soumah).

Wil: Baumann ; Gonçalves, Lekaj, Atila, Schällibaum (66. Breitenmoser); Maroufi (49. Kucani), Muslin, Stillhart, Keller 66. Savic); Vonlanthen, Cortelezzi.

Bemerkungen: Chiasso ohne Bellante, Urbano, Nilovic (alle verletzt), Monighetti, Franzese, Vergine, Cvetkovic (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Lombardi, Sacirovic, Huber (alle verletzt), Hamdiu, Ilazi, Audino, Korkmaz, Schiavano, Rahimi und Roesler (alle nicht im Aufgebot). – 14. Tor von Maroufi annulliert (Offside). – 45. Pfostenschuss Cortelezzi. – 81. Pfostenschuss Cesay. – Verwarnungen: 25. Farrugia (Foul). 29. Cortelezzi (Foul). 52. Ceesay (Foul). 77. Padula (Ballwegschlagen). 89. Lekaj (Foul).
 
Rangliste:
1. Schaffhausen 5/15. 2. Xamax 5/12. 3. Servette 4/8. 4. Chiasso 5/7. 5. Rapperswil-Jona 5/6. 6. Vaduz 4/5. 7. Wil 5/4. 8. Wohlen 5/3. 9. Aarau 4/2. 10. Winterthur 4/2.

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