Die zwei verlorenen Punkte des FC Wil

CHALLENGE LEAGUE ⋅ Der FC Wil kommt im Auswärtsspiel gegen Wohlen trotz einer Leistungssteigerung nach der Pause nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Caine Keller und Roman Kienast feiern ihre Torpremieren für Wil.
22. Oktober 2017, 20:54
Simon Dudle
Der einstige österreichische Nationalspieler Roman Kienast, Wils neuester Zugang, brachte es auf den Punkt: «Wenn man ein Spiel dreht und nur mit einem Punkt nach Hause fährt, ist das bitter.» Zumal der Gegner jener sein könnte, der punkto Qualität des Kaders zum Hauptkonkurrenten im Abstiegskampf wird.

Lange waren Parallelen zum «Hinspiel» zu sehen, als die Wiler ihren noch immer einzigen Saisonsieg realisiert hatten. Damals wie gestern lagen die Ostschweizer gegen Wohlen zur Pause in Rückstand und drehten die Partie. Im Stadion Niedermatten waren knapp 20 Minuten vorbei, als Wohlens Captain Alain Schultz aus der Drehung einen Steilpass spielte. Daniele Romano lief Wils Kenzo Schällibaum davon und traf zur Führung.

Wie schon Anfang August dauerte es auch dieses Mal nach der Pause nur wenige Minuten, bis der Ausgleich Tatsache war. Mit der Einwechslung Kienasts für die zweite Hälfte wurden die Wiler Angriffe zielstrebiger und Chancen häuften sich. Das Tor zum 1:1 war äusserst sehenswert. Caine Keller kam nach einem schnell ausgeführten Freistoss auf der rechten Angriffsseite an den Ball, zog zur Mitte, liess mit einem Haken seinen ehemaligen Teamkollegen Dylan Stadelmann stehen und schlenzte den Ball in die weite Ecke.
 

Stammgoalie Baumann reisst sich den Meniskus

Für Keller war es in seinem 37. Spiel genau so seine Torpremiere für den FC Wil wie eine Viertelstunde später für Kienast in seinem zweiten Einsatz. Von Johan Vonlanthen mit einem Steilpass lanciert, vollendete der Österreicher die Kombination zweier ehemaliger Nationalspieler sicher.

Da die Gäste in jener Phase mehr vom Spiel und auch einige gute Möglichkeiten besassen, schien der Weg frei zum ersten Auswärtssieg der Saison. Ein Wohler Freistoss von nahe der Grundlinie eine Viertelstunde vor Schluss verhinderte aber den ersten Sieg seit dem 5. August. Kilian Pagliuca lenkte die Hereingabe von Schultz aus kurzer Distanz über die Linie. Somit war es auch um die Parallelen zum Hinspiel geschehen. «Das sind zwei verlorene Punkte. Wir hatten vier hundertprozentige Chancen und schenken dem Gegner zwei Tore. Man hat aber nicht gesehen, dass der Tabellenletzte gespielt hat. Die Leistung war gut, dieser Auftritt gib Mut», sagte Wils Trainer Konrad Fünfstück. Obwohl die Wiler die «rote Laterne» zumindest bis heute Abend an Winterthur übergeben haben, sind sie nun schon ein ganzes Meisterschaftsviertel ohne Sieg.

Nicht ins Gewicht gefallen ist, dass die Ostschweizer auf ihren Stammtorhüter Noam Baumann verzichten mussten. Dieser hatte sich im Training den Meniskus gerissen und wird für den Rest der Hinrunde ausfallen. Ersatz Jim Freid machte seine Sache in seinem erst dritten Challenge-League-Spiel gut und konnte sich mehrfach auszeichnen.

Wohlen – Wil 2:2 (1:0)
Niedermatten: 638 Zuschauer. – Sr: Fähndrich.
Tore: 20. Romano 1:0. 52. Keller 1:1. 66. Kienast 1:2. 76. Pagliuca 2:2.
Wohlen: Tahiraj; Hajrovic, Bicvic, Cvetkovic; Schultz; Romano, Pasquarelli (67. Foschini), Kuzmanovic, Stadelmann (82. Kleiner); Tadic, Pagliuca (82. Sulejmani).
Wil: Freid; Gonçalves, Lekaj, Muslin, Schällibaum; Stillhart, Zé Eduardo; Kucani (59 Maroufi), Scholz (46. Kienast), Keller; Vonlanthen (92. Savic). 

 

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