An der Genfer Klasse gescheitert

FC WIL ⋅ Der FC Wil wehrt sich im Auswärtsspiel bei Aufstiegsaspirant Servette nach Kräften, muss aber doch eine verdiente 0:1-Niederlage hinnehmen. Ein abgefälschter Treffer macht schliesslich den Unterschied aus.
09. August 2017, 23:25
Simon Dudle, Genf
«Die Niederlage ist das eine. Das Auftreten der Mannschaft hat mich aber stolz gemacht. Das war bombastisch», sagte Wils Trainer Konrad Fünfstück nach der zweiten 0:1-Niederlage in dieser Saison. Ihm hatte gefallen, wie seine junge Equipe dem überlegenen Gegnern Paroli bot. Trotzdem war nüchtern festzuhalten, dass die Genfer die bessere Mannschaft und somit der verdiente Seiger waren.

Aus Wiler Sicht hatte das Unheil schon auf der Hinreise seinen Lauf genommen, als der Mannschaftsbus vor Genf in einen Stau geraten war und das Programm nicht wie gewohnt durchgezogen werden konnte.
 

Schon wieder ein abgefälschtes Gegentor

Die Wiler schafften es auch im vierten Saisonspiel nicht, vor der Pause einen Treffer zu erzielen. Allerdings waren sie im Stade de Genève so nahe dran wie noch nie. Fünf Minuten vor der Pause durfte Sergio Cortelezzi, der erstmals in der Starformation stand, einen Freistoss aus rund 25 Metern Distanz treten. Sein Versuch landete nahe des Lattenkreuzes am rechten Pfosten. Servette-Goalie Jérémy Frick wäre chancenlos gewesen.

Ansonsten war die Gangart aber über weite Strecken von den Genfern bestimmt worden. Auch sie hatten Pech mit der Torumrandung – und zwar gleich doppelt. Mitte erster Halbzeit traf Steven Lang mit einem wuchtigen Abschluss von innerhalb des Strafraums die Latte. Seinen Nachschuss sah der Genfer Flügelspieler von Wils Captain Marko Muslin geblockt. Wenige Sekunden nach der Pause ging es Alexandre Alphonse nicht besser, als auch sein Abschluss von der Latte ins Feld zurücksprang.

Trotzdem gerieten die Wiler auch im vierten Spiel dieser Saison mit 0:1 in Rückstand. Wie schon am vergangenen  Samstag im Heimspiel gegen Wohlen sorgte ein abgelenkter Abschlussversuch des Gegners für die Wiler Unbill – und in diesem Fall gar für die Entscheidung. Muslin lenkte den Ball von Sébastien Wüthrich ins eigene Tor ab. So unglücklich dies aus Wiler Sicht war, so verdient war es für die Genfer. Denn sie hatten mehr fürs Spiel getan, ohne sich allerdings eine grosse Anzahl Torchancen zu erspielen.
 

Auch ein Platzverweis gegen Servette hilft nicht

In Rückstand liegend waren die Wiler zwar um eine Reaktion bemüht. Alles in allem war aber zu wenig zwingend, was sie zeigten. Es blieb bei einer Kopfball-Möglichkeit von Granit Lekaj nach einem Eckball. Obwohl die Genfer die fünfminütige Nachspielzeit in Unterzahl bestreiten mussten – Goalie Frick hatte sich eine völlig unnötige Tätlichkeit an Basil Stillhart geleistet – kamen die Wiler zu keinen Chancen mehr. Wie schon bei der 0:1-Niederlage im Startspiel gegen Vaduz setzte sich auch an dieser Partie die grössere individuelle Qualität durch.
 
Servette – Wil 1:0 (0:0)
Stade de Genève: 2106 Zuschauer. – Sr: Schärli.
Tor: 51. Wüthrich 1:0.

Servette: Frick; Sauthier, Sarr, Mfuyi, Le Pogam; Cespedes, Fabry; M. Stefanovic, Wüthrich (82. Vitkieviez), Lang; Alphonse.

Wil: Baumann; Lekaj, Muslin, Atila, Schällibaum; Gonçalves, Breitenmoser (49. Korkmaz), Stillhart, Vonlanthen; Cortelezzi (61. Keller), Savic (65. Maroufi).
Bemerkungen: Servette ohne D. Stefanovic und Hasanovic (beide verletzt). Wil ohne Huber, Sacirovic, Lombardi (alle verletzt), Audino, Bottani, Hamdiu, Kucani, Roesler, Rahimi, Scholz, Gjoshi und Pugliese (alle nicht im Aufgebot). – 25. Lattenschuss Lang. – 41. Freistoss von Cortelezzi an den Pfosten.  46. Lattenschuss Alphonse. – Verwarnungen: 37. Breitenmoser (Schwalbe). 62. Stillhart (Foul). 76. Mfuyi (Foul).
 
Ranglsite:
1. Xamax 4/12. 2. Schaffhausen 3/9. 3. Servette 4/8. 4. Wil 4/4. 5. Vaduz 3/4. 6. Chiasso 4/4. 7. Wohlen 4/3. 8. Rapperswil-Jona 4/3. 9. Aarau 3/2. 10. Winterthur 3/1.

 

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