Wiler Ligaerhalt ist Tatsache

FC WIL ⋅ Der FC Wil spielt auch nächste Saison in der Challenge League. Aus dem Welschland kommt die Kunde, dass Le Mont auf einen Rekurs gegen die nicht erteilte Lizenz verzichtet hat und freiwillig absteigt.
05. Mai 2017, 20:25
Simon Dudle/Arcangelo Balsamo
Der FC Wil kann die verbleibenden sechs Spiele dieser Saison zur Vorbereitung auf die nächste Spielzeit in der zweithöchsten Spielklasse verwenden. Und dies, obwohl er zum Heimspiel gegen Xamax (Samstag, 17.45 Uhr, IGP Arena, Gratiseintritt auf den Stehplätzen) als Tabellenletzter antritt.

Was sich Anfang Woche angedeutet hatte, ist nun Tatsache: Konkurrent Le Mont zieht sich nach drei Jahren in der Challenge League aus dem Profifussball zurück. Claude Gross, Sportdirektor der Waadtländer, bestätigte auf Anfrage, dass in den vergangenen Tagen kein Umdenken mehr stattgefunden habe. Die fünftägige Rekursfrist, welche am Donnerstagabend auslief, liess der Club ungenutzt verstreichen. Er wehrt sich also nicht gegen die erstinstanzlich verweigerte Lizenz und steigt Ende Saison freiwillig ab.
 

FC Wohlen kämpft, braucht aber Goodwill der Liga

Somit ist der Abstiegskampf vorzeitig beendet. Seitens der Swiss Football League wird dies erst am Montag publik gemacht. Vorerst gab es noch keine Vollzugsmeldung, weil ein am späten Donnerstagabend abgeschickter Brief mit einem Rekursschreiben auch erst heute eintreffen könnte.

Trotzdem bleibt nun nur noch die Frage zu klären, wie viele Clubs absteigen. Neben Le Mont haben auch Wohlen und Chiasso die Lizenz erstinstanzlich nicht erhalten. Während aus dem Südtessin zu vernehmen ist, dass der Verein gegen die nicht erteilte Lizenz rekurriert hat, kam gleiche Nachricht auch aus dem Freiamt. Dort ist die Lage prekär und selbst Präsident Lucien Tschachtli sagt, dass es «Goodwill der Liga» brauche, um in der Challenge League zu bleiben. Das Hauptproblem ist die nicht ausreichende Lichtstärke im Stadion Niedermatten. Nach dem negativen Lizenzentscheid von Montag setzten sich zwölf wichtige Aktionäre an einen Tisch und beschlossen einstimmig, nicht vorzeitig aufzugeben. Obwohl das Stadion der Gemeinde Wohlen gehört, reichte die FC Wohlen AG ein Baugesuch ein. Unterschrieben ist es auch von Gemeinderat. Wer die nötigen 800'000 Franken bezahlt, ist noch nicht abschliessend geklärt. Fakt aber ist: Eine rechtskräftige Baubewilligung, wie von der Liga gefordert, wird bis zur definitiven Lizenzvergabe aller Voraussicht nicht vorliegen, da das Projekt dem fakultativen Referendum unterstellt wird. So wird die Liga bis Ende Mai zu entscheiden haben, ob sie die Wohler in die Anonymität der 2. Liga interregional schickt. Dorthin ginge deren Reise, wenn die Lizenz ausbleibt. Denn für die Aargauer ist klar: Entweder Niedermatten, oder kein Profifussball mehr.
 

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