Wil-Führung muss Liga überzeugen

FC WIL ⋅ Mit der Bestätigung der Lohnzahlungen für Januar hat sich der FC Wil Luft verschafft. Für die Februarlöhne hat er nun Zeit bis Ende Monat. Die neue Führung muss allerdings aufzeigen, dass sie den Betrieb in der laufenden Saison aufrechterhalten kann.
07. März 2017, 16:02
Johannes Wey
Es war ein kleiner Befreiungsschlag für den FC Wil: Zum letztmöglichen Termin hat er am Montag die Bestätigung für die Januar-Lohnzahlungen bei der Swiss Football League (SFL) eingereicht. Diese hat die Dokumente nun geprüft und ihr OK gegeben, wie SFL-Sprecher Philippe Guggisberg auf Anfrage bestätigt. Nun bleibt dem FC Wil Zeit bis Ende März, die Februarlöhne zu begleichen und die Bestätigung bei der Liga einzureichen.

Gemäss Guggisberg muss jeder SFL-Verein jeweils bis Ende Monat die Zahlung der Löhne für den Vormonat bestätigen. Hätte der FC Wil die Lohnzahlungen bis Montag nicht bestätigen können, wäre er mit dem Abzug von drei Punkten bestraft worden. "Diese Regelung wurde auf dieses Jahr hin als Lehre aus den Ereignissen beim FC Biel eingeführt", sagt Guggisberg. Zuvor hatte die Disziplinarkommission beim Strafmass einen grösseren Handlungsspielraum. Der FC Biel war 2016 in Konkurs gegangen (siehe unten).

Mehrere Verfahren laufen
Zusätzlich zum Punktabzug hätte es eine weitere Anzeige durch die Disziplinarkommission der SFL gegeben. Eine solche läuft bereits, weil vorgängig keine Genehmigung des Verkaufs durch den türkischen Investor eingeholt worden war. Eigentümerwechsel während einer laufenden Saison müssen gemäss Guggisberg von der Liga abgesegnet werden. Dieses Versäumnis könne man zwar nicht der aktuellen Führung um Roger Bigger anlasten. Dennoch sei die Anzeige aufgrund des Reglements zwingend gewesen. Der Eigentümerwechsel machte auch ein "kleines Lizenzierungsverfahren" für die laufende Saison nötig. "Die neue Führung muss den Betrieb für die laufende Saison garantieren", sagt Guggisberg. Sollte dies nicht gelingen oder der Verkauf nicht nachträglich genehmigt werden, wäre ein Lizenzentzug möglich. Davon ist man derzeit laut Guggisberg aber noch weit entfernt. Zudem habe der FC Wil das Lizenzgesuch für die Saison 2017/18 eingereicht. Darüber soll laut Guggisberg bis Ende April oder Anfang Mai entschieden werden.

Der FC Wil hält die Liga derzeit also auf Trab. Aussenstehenden dürfte es schwer fallen, den Überblick zu behalten. "Das Prozedere ist auch für uns kompliziert", sagt Guggisberg. Der nicht genehmigte Verkauf mache es aber unumgänglich, dass mehrere Verfahren gleichzeitig geführt werden.
 

Böses Ende in Biel

Liest man von nicht bezahlten Fussballer-Löhnen, werden Erinnerungen an den FC Biel wach. Dieser hatte im Juni 2016 Konkurs anmelden müssen, nachdem ihm Ende April bereits während der laufenden Saison die Lizenz entzogen worden war. Die Disziplinarkommission der SFL hatte den Club im Januar wegen fehlender Bestätigungen für die Dezemberlöhne angezeigt. Es folgten der Abzug von insgesamt acht Punkten und mehrere Bussen. Am 21. April attackierte der Ende März eingestellte Trainer Zlatko Petricevic während eines Spiels den Masseur von Gegner Schaffhausen, einen Tag später trat die Mannschaft in Streik. Keine Woche später folgte der sofortige Lizenzentzug. (jw)

Gomis soll auf Vertrag beharren

Nicht alle Spieler des FC Wil haben sich offenbar auf die neuen Verträge mit grossen Lohneinbussen eingelassen. Rémi Gomis soll monatlich weiterhin rund 50'000 Franken verdienen. Gomis habe einen gültigen Vertrag bis 2018, wird sein Spielerberater im "Blick" zitiert. Wil-Präsident Roger Bigger weiss davon laut eigenen Angaben nichts. Bei der 0:3-Heimniederlage gegen Aarau am Montag stand der 33-jährige Senegalese wegen einer Verletzung nicht im Aufgebot. (jw)


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