Ungefährdet zur Rekordserie

Der 5:1-Heimsieg des FC Wil gegen Winterthur ist sein fünfter Erfolg hintereinander. Er egalisiert damit eine eigene Bestmarke. Zumindest bis am Montagabend und dem Spiel von Verfolger Xamax bei Servette sind die Ostschweizer erster Verfolger von Leader Zürich.

23. Oktober 2016, 22:38
Simon Dudle
Die Wiler finden den Tritt immer besser. Waren zu Beginn der nun fünf Partien umfassenden Siegesserie bescheidene Leistungen dabei, so ändert sich das immer mehr. Auf eine starke zweite Hälfte vor Wochenfrist in Aarau liessen die Ostschweizer gegen Winterthur eine Darbietung folgen, die ihnen den höchsten Heimsieg der Saison eintrug. Der Auftritt der beiden Teams widerspiegelte ihre aktuelle Verfassung. Zwar hatte Winterthur mehr Ballbesitz und fast gleich viele Abschlüsse zu verzeichnen, trotzdem wurde der Wiler Sieg in beiden Lagern als korrekt bezeichnet. Winterthurs Trainer Sven Christ hatte die Grösse, die Niederlage selbst in der Höhe als «gerecht» einzustufen.

Entscheidend war, dass die Gastgeber in wichtigen Phasen zu Toren kamen. Zum Beispiel nach einer Startphase, die recht ausgeglichen verlaufen war. Johan Vonlanthen bediente mit einem Zuspiel in die Tiefe Silvano Schäppi. Dieser legte für Nduka Ozokwo quer und ermöglichte dem Nigerianer den ersten Saisontreffer. Mit je einen Tor kurz vor und nach der Pause, erzielt durch Arturs Karasausks und erneut Ozokwo, wurde den Gästen Wind aus den Segeln genommen. Das dritte Wiler Tor fiel nur 25 Sekunden nach Wiederbeginn.

Schon wieder trifft ein Einwechselspieler
Als Schäppi Mitte zweiter Halbzeit eine Flanke des Winterthurers Luka Sliskovic ins eigene Tor abgefälscht hatte, warteten die Wiler mit der richtigen Antwort auf. Noch bevor die Gäste zu einer Aufholjagd ansetzen konnten, nutzte Igor Nganga eine Freistossflanke von Murat Akin, um per Kopf seinen zweiten Saisontreffer zu erzielen und die Partie vorzeitig zu entscheiden. Das 5:1 in der letzten Minute der Nachspielzeit durch den eingewechselten Marvin Spielmann war nur noch Resultatkosmetik. Es war aber zu sagen, dass Wils Trainer Martin Rueda im vierten Spiel hintereinander einen Torschützen eingewechselt hatte.

Herausragender Akteur war aber Ozokwo. Nachdem der Flügelspieler in den Partien zuvor diverse Chancen vergeben hatte, war er nun mit zwei Treffern und einer Vorlage die grosse Figur – und dies bei einem nur 60minütigen Einsatz. «Es ist immer wichtig zu treffen. Nicht für mich, sondern für das Team», blieb Ozokwo bescheiden.

Noch nie sechs Siege hintereinander
Fünf Siege am Stück: Mehr haben die Wiler seit dem Abstieg aus der Super League im Jahr 2004 noch nie realisiert. Eine eigene Bestmarke ist also egalisiert. Fünf Siege in Serie gab es zuletzt in der Saison 2011/2012, als der Reihe nach Etoile Carouge, Winterthur, Aarau, Lugano und Nyon besiegt worden waren. Gleiches war den Ostschweizern auch in der Spielzeit 2005/2006 gelungen, als gegen Lausanne, Vaduz, Baden, Chiasso und Locarno je die Maximalpunktzahl resultiert hatte.
 
Wil – Winterthur 5:1 (2:0)
IGP Arena: 1360 Zuschauer. – Sr: Erlachner.
Tore: 20. Ozokwo 1:0. 38. Karasausks 2:0. 46. Ozokwo 3:0. 69. Schäppi (Eigentor) 3:1. 74. Nganga 4:1. 93. Spielmann 5:1.

Wil: Deana; Nganga, Papp, Bühler, Schäppi; Mlinar, Gomis (80. Stillhart); Ozokwo (60. Lombardi), Akin, Vonlanthen (70. Spielmann); Karasausks.
Winterthur: Von Ballmoos; Avanzini, Russo, Katz, Di Gregorio; Kamber, Mangold; Dessarzin (55. Sliskovic), M. Sutter, Radice (55. Ljubicic); Silvio (68. Nsiala).

Bemerkungen: Wil ohne Keller, Maroufi, Stadelmann, Bottani, Korkmaz (alle verletzt), Freid, Huber, Breitenmoser, Gjoshi und Ajeti (alle nicht im Aufgebot). Winterthur ohne D’Angelo, Gazzetta, Krasniqi, Schuler (alle verletzt), Bünzli, Roth, Lanza, Calbucci, Trachsel, Schmid und Zimmerli (alle nicht im Aufgebot). – 44. Wils Assistenztrainer Sahin auf die Tribüne verwiesen (Reklamieren). – 65. Pfostenschuss Schäppi. – Verwarnungen: 25. Avanzini (Foul). 36. Mlinar (Reklamieren). 39. Ozokwo (Foul). 42. Papp (Unsportlichkeit). 42. Kamber (Unsportlichkeit). 53. Nganga (Foul).
 
Rangliste:
1. FC Zürich 12/30. 2. Wil 12/23. 3. Xamax 11/22. 4. Aarau 12/18. 5. Winterthur 12/15. 6. Le Mont Lausanne 12/15. 7. Servette 11/13. 8. Chiasso 12/10. 9. Schaffhausen 12/10. 10. Wohlen 12/10.
 

Leserkommentare

Anzeige: