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Tagblatt Online
25. August 2016, 14:24 Uhr

Trotz Haftbefehl: Tütüneker will zurück in die Türkei

Der ehemalige Wil-Trainer Ugur Tütüneker wurde bei den Äbtestädtern wegen eines Haftbefehls aus der Türkei entlassen. Obwohl der 53-Jährige in seiner Heimat nun als Terrorist gilt, will er dahin zurück.

FUSSBALL. Gegen Ugur Tütüneker liegt in seiner Heimat Türkei ein Haftbefehl vor. Der 53-Jährige wird verdächtigt, Mitglied der Gülen-Bewegung zu sein, die nach Ansicht von Staatschef Recep Tayyip Erdogan Urheber des Militärputschs vom Juli sein soll.

Die türkischen Investoren des FC Wil stellten den 53-Jährigen nach Erhalt dieser Nachricht umgehend frei. "Wir hatten keine andere Wahl. Wir wollen uns schliesslich an die Regeln halten", sagte Wils Verwaltungsrat Abdullah Cila zur Entlassung. Wo sich Tütüneker aufhält, wusste Cila am Mittwoch nicht.

Reise in die Heimat
Gemäss "Blick" hat Tütüneker noch am Tag der Entlassung seine Wohnung in Wil abgegeben. Doch wo will er hin? Die Schweiz verlassen oder gar untertauchen? - Weder, noch: "Ich fliege zurück in die Türkei. Dort lebt meine Familie", sagt Tütüneker.

Mit der Reise in seine Heimat riskiert der ehemalige Wil-Trainer viel. In der Türkei gilt Tütüneker nun als Terrorist. Als Mitglied der Gülen-Bewegung kann er bei der Einreise umgehend verhaftet werden. Nicht nur das: Er müsste vielleicht auch ins Gefängnis. Er wäre einer von mittlerweile über 35'000 Personen, die nach dem Militärputsch verhaftet worden sind. "Ich weiss nicht, was passieren wird", sagt Tütüneker gegenüber "Blick".

Keine Auslieferungsgesuche an die Schweiz
Trotz der Gefahr will sich Tütüneker vor Ort wehren, anstatt in der sicheren Schweiz zu bleiben. Hierzulande hätte er nämlich nichts zu befürchten. Laut dem Bundesamt für Justiz sind von der Türkei bis jetzt keine Gesuche eingegangen, die Auslieferungen von Gülen-Anhängern betreffen.

Koch für Tütüneker
Nach der Entlassung von Ugur Tütüneker übernimmt Wils Sportchef Roland Koch interimistisch die Trainer-Verantwortung beim Challenge-League-Verein. (red.)

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mwiesmann (25. August 2016, 17:34)
Fremde Richter

Gibt es da nicht eine Partei, die gegen fremde Richter antreten will? Ein fremder Richter wäre wohl noch besser als ein fremder Diktator mit devoten Erfüllungsgehilfen in der Schweiz. Mir graut vor dieser 5. Kolonne. Mirt graut auch vor Leuten, die diesen Vorgang als Lachnummer bezeichnen.

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rkern (25. August 2016, 17:02)
Lachnummer

Was sich beim FC Wil abspielt ist die grösste Lachnummer im Schweizer Fussball seit langer Zeit. Nicht zu beneiden sind die stillen Schaffer zum Wohle der Juniorenabteilungen. Wo ist eigentlich Roger Bigger?

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Salix (25. August 2016, 17:01)
Feige Verantwortliche des FC Wil

Wie immer die Arbeit des türkischen Trainers gewesen sein mag - die kann ich nicht beurteilen - ihn wegen des Haftbefehls eines Diktators fristlos freizustellen, zeugt nicht von staatspolitischer Vernunft, sondern von Duckmäusertum. Schämt euch!
Felix Sachs

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