Axel Thoma von Wil zu GC

Axel Thoma verlässt Wil in Richtung Zürich. (Urs Bucher/Archiv)
Bei den Grasshoppers soll endlich Ruhe einkehren. Und dafür sorgen soll Axel Thoma, der Trainer und Sportchef des FC Wil. Er wird bei GC als Sportchef angestellt. Beim FC Wil übernimmt Assistenztrainer Neno Kuruzovic vorübergehend die Mannschaft.
07. Oktober 2014, 23:04
Ein schwacher Start in die Meisterschaft und viel Wirbel um Trainer Michael Skibbe und den abgesetzten Captain Vero Salatic: Bei den Grasshoppers hat man sich den Herbst sicher auch schöner und vor allem ruhiger vorgestellt. Eine wichtige Personalie wurde nun geklärt: Der Deutsche Axel Thoma wird neuer Sportchef bei GC. Seit dem Abgang von Dragan Rapic im Mai 2014 war diese Stelle bei den Zürchern vakant.
 
Beim FC Wil übernimmt nun interimistisch der bisherige Assistenztrainer Neno Kuruzovic die Mannschaft. Er verfügt laut Wil-Präsident Roger Bigger über die notwendigen Diplome. "Wir stehen nicht unter Druck. Spätestens bis Ende Vorrunde wollen wir aber einen definitiven Entscheid zur Nachfolge Thomas treffen", sagt Bigger.
 
Vertrag erst gerade verlängert
Der 50-jährige Thoma kam 2006 als Sportchef zum FC Wil und übernahm 2010 in einer Doppelfunktion auch das Traineramt. Bei den Äbtestädtern verlängerte er seinen Vertrag im Juni um ein weiteres Jahr bis 2015. Noch am Montagabend stand er bei der 1:2-Niederlage gegen Lugano an der Seitenlinie in der IGP Arena Bergholz in Wil. Auf die Frage zu einem möglichen Wechsel zu den Grasshoppers antwortete Thoma gegenüber unserer Zeitung nach dem Spiel mit: "Zu meiner persönlichen Zukunft äussere ich mich derzeit nicht."
 
Heute lässt sich Thoma in einer Mitteilung der Grasshoppers folgendermassen zitieren: "Diese Funktion beim Rekordmeister bedeutet für mich eine neue Herausforderung, der ich mich mit grosser Freude stelle." Thoma wird dem Verwaltungsrat Martin Keller unterstellt sein, der weiterhin für den gesamten Bereich Sport zuständig ist. Thoma befindet sich derzeit in einem Weiterbildungskurs in Magglingen und war telefonisch nicht erreichbar.
 
Laut Wil-Präsident Roger Bigger hat sich der Abgang Thomas abgezeichnet: "Er war über acht Jahre bei Wil. Wir hatten also genügend Zeit, um uns auf diesen Tag vorzubereiten." Bigger glaubt sogar, dass sich nun für beide Parteien neue Chancen ergeben: "Vielleicht ist es jetzt gut, dass der FC Wil und Axel Thoma eine neue Herausforderung bekommen. Auf dem falschen Bein wurden wir jedenfalls nicht erwischt."
 
Ob der neue Trainer auch wieder Sportchef in Wil sein wird, lässt Bigger noch offen. "Mit Thoma hat das funktioniert. Bei Transfers war aber immer auch unsere Sportkommission involviert, die jetzt bis auf weiteres alleine entscheiden wird", sagt Bigger. Der Wil-Präsident kann sich auch vorstellen, dass aus dieser Übergangslösung auch ein Dauerzustand werden kann.
 
Erfolgreicher Talentförderer
Mit GC hat Thoma auch schon Erfahrungen gesammelt: 2004 war er eine Saison lang U15-Trainer. GC-Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker freut sich über die neue Zusammenarbeit: "Wir konnten einen profunden Kenner und ausgewiesenen Fachmann des Schweizer Fussballs gewinnen. Vor allem auch sein Leistungsausweis in der Entwicklung von jungen Spielern hat uns überzeugt."
 
Thoma machte sich einen Namen als Trainer, der regelmässig Spieler in die Super League bringt. Unter dem 50-Jährigen schafften zum Beispiel Moustapha Salifou (zu Arsenal), Jérôme Thiesson (zu Bellinzona), Kristian Nushi (zu Aarau), Dario Lezcano (zu Thun), Anatole Ngamukol (zu Thun) oder Fabian Schär (zu Basel) den Sprung in die Super League oder ins Ausland. (rr)
 

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