Tage der Wahrheit für den FC Wil

ZUKUNFT ⋅ Diese Woche dürfte sich entscheiden, ob es mit dem FC Wil weitergeht. Allerdings sagt Präsident Roger Bigger nun erstmals, dass womöglich auch weitergemacht wird, wenn die Löhne morgen nicht bezahlt werden.
27. Februar 2017, 06:58
Simon Dudle

Wie schlimm es um den FC Wil wirklich steht, ist dieser Tage schwierig einzuschätzen. Immer wieder wiederholt Präsident Roger Bigger, dass die Sanierungschancen bei 50 Prozent stünden. «Wir kämpfen weiter und werden nichts unversucht lassen», sagte er auch am Samstagabend wenige Minuten nach der 1:3-Niederlage bei Xamax. In den vergangenen Tagen haben weitere Mitarbeiter Verträge zu tieferen Konditionen unterzeichnet. Noch müssen aber laut Bigger «vier oder fünf» Angestellte von der Notwendigkeit dieser Massnahme überzeugt werden. Die Rede ist explizit von Mitarbeitern, da es nicht nur Spieler betrifft.

Fliesst morgen kein Geld, gibt es drei Punkte Abzug

Welche Profis es sind, will das Vereinsoberhaupt nicht sagen. Dem Vernehmen nach sollen aber die Grossverdiener Rémi Gomis und Nduka Ozokwo weiterhin die Unterschrift verweigern. Beide gehörten auf der Maladière nicht zum Kader.

Ozokwo hatte sich eine Woche zuvor im Heimspiel gegen den FC Zürich verletzt, Gomis war zum zweiten Mal hintereinander nicht im Aufgebot. «Gomis ist angeschlagen und nicht fit», sagte Bigger. Doch was ist nun schwieriger? Löhne nach unten korrigieren oder Geld beschaffen? Eher das erste, sagte Bigger. Er zeigt zunehmend Unverständnis über das Verhalten der nichtunterzeichnenden Mitarbeiter. Zumal ausländische Akteure, die noch keine zwölf Monate im Verein sind, im Falle einer Insolvenz per Ende Februar maximal noch zweimal 12350 Franken bekommen würden.

Auch heute dürfte es weitere Gespräche geben. Denn spätestens morgen müssen die Januarlöhne ausgelöst werden, um den Abzug von drei Punkten zu verhindern. Obwohl es laut Bigger weiterhin eine «Herkulesaufgabe» ist, geht er davon aus, dass das Nachtragsspiel im neuen Schaffhauser Lipo-Park am Mittwoch planmässig stattfindet. Das Vereinsoberhaupt bestätigte auch ein mögliches Szenario, wonach der Abzug von drei Punkten in Kauf genommen wird, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. «Wenn immer wir eine Chance auf Rettung sehen, nehmen wir allenfalls diese Massnahme in Kauf. Gibt es einen Hoffnungsschimmer, so dürfen wir nicht einfach so aufgeben. Dann hätten wir vier Wochen lang vergebens Tag und Nacht gearbeitet.»

Liga will ein Sanierungskonzept sehen

Auch aus einem anderen Grund beginnt heute die Woche der Wahrheit. Am Donnerstag muss der FC Wil – wie alle Vereine der Super League und Challenge League – die Lizenz für die Saison 2017/2018 beantragen. Beizulegen hat er ein Sanierungskonzept. Darin ist aufzuzeigen, wie die Saison fertiggespielt werden soll.


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