Solidarische Wiler bleiben ohne Punkte

FUSSBALL ⋅ Der FC Wil verliert bei Neuchâtel Xamax mit 1:3. Für den FC Wil ist es das neunte Spiel in Serie ohne Sieg. Die Manschaft tritt am kommenden Mittwoch in Schaffhausen an.

26. Februar 2017, 08:39
Simon Dudle
Die Lage spitzt sich zu: Bis am Dienstag muss der FC Wil die Januarlöhne überweisen, bis am Donnerstag die Lizenz eingeben und gleichzeitig der Liga aufzeigen, wie die Saison fertiggespeilt werden soll. Clubpräsident Roger Bigger sagte gestern nach Spielschluss, dass die Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung bei 50 Prozent lägen. Das hatte er schon in den Tagen und Wochen zuvor getan.
Den Spielern war nicht anzumerken, dass der Club vor dem Abgrund steht. Sie zeigten einen solidarischen Auftritt und wehrten sich beim heimstarken Xamax selbst dann, als die Gastgeber nach gut einer Stunde mit 3:1 in
Führung gegangen waren.

Erstes Wiler Tor seit über sechseinhalb Stunden
Der Auftritt war aber offensiv zu wenig effizient und defensiv zu wenig konsequent, um Xamax ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Einfach nur unnötig war das erste Gegentor nach gut einer Viertelstunde: Statt den Ball weg zu dreschen, verlor Pascal Huber das Spielgerät nahe der eigenen Cornerfahne an Gaëtan Karlen. Dieser passte zur Mitte, wo Frédéric Nimani aus kurzer Distanz Xamax in Führung brachte.
In eine Schockstarre verfielen die Gäste danach nicht. Stück für Stück arbeiteten sie sich in die Partie. Unmittelbar vor der Pause wurden die Anstrengungen belohnt. Ein Corner von rechts wurde von Arnaud Bühler mit dem Kopf verlängert. Samir Fazli drückte den Ball über die Linie. Es war der erste Wiler Jubel nach 454 torlosen Minuten.

Der neuerliche Führungstreffer von Xamax war keineswegs zwingend. Einen ersten Versuch von Thibault Corbaz konnte Wils Goalie Steven Deana noch klären. Doch der Ball kam zurück in den Strafraum, wo Charles-André Doudin per Kopf das 2:1 erzielte. Da für die Gäste in der Folge Fazli und Shaho Maroufi beste Möglichkeiten ausliessen, fanden sie nicht mehr zurück in die Partie. Dem gerade mal eine Minute zuvor eingewechselten Pedro Teixeira war es vorbehalten, das 3:1 zu erzielen. Seit über vier Monaten ist Wil schon ohne Sieg.

«In Schaffhausen wird gespielt»
«Man kann der Mannschaft nichts vorwerfen. Sie hat gekämpft» sagte Bigger. Mehr interessierte jedoch, was er zum Stand der Sanierung zu sagen hatte. «Wir geben nicht auf und werden auch den hintersten und letzten Strohhalm ziehen. Am Mittwoch in Schaffhausen wird gespielt», sagte Bigger. Die Zahl jener Mitarbeiter, welche das tiefere Lohnangebot nicht akzeptiert haben, lag gestern laut dem Vereinspräsident noch bei «vier oder fünf», wobei es sie nicht nur um Spieler handle.
 
Xamax – Wil 3:1 (1:1)
Maladière: 2235 Zuschauer. – Sr: Pache.
Tore: 17. Nimani 1:0. 45. F azli 1:1. 56. Doudin 2:1. 64. Teixeira 3:1.
Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Djuric, Gonçalves; Corbaz, Veloso; Doudin, Nimani (74. Duah), Ramizi (63. Teixeira), Karlen (86. Qela).
Wil: Deana; Stadelmann, Bühler, Ajeti, Huber; Mlinar (86. Roux), Stillhart; Maroufi, Yilmaz, Bottani; Fazli.
Bemerkungen: Xamax ohne Nuzzolo (gesperrt), Witschi, Kilezi, Farine, A. Sallaj (alle verletzt), Odabasi und Mulaj  (beide nicht im Aufgebot). Wil ohne Lombardi, Ozokwo, Keller, Schäppi (alle verletzt), Freid, Gomis, Titaro und Latifi (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 31. Fazli (Foul). 36. Mlinar (Foul). 91. Maroufi (Foul).
 
Rangliste:
1. FC Zürich 21/52. 2. Xamax 22/46. 3. Servette 21/34. 4. Aarau 21/33. 5. Wil 21/27. 6. Le Mont 21/25. 7. Wohlen 21/22. 8. Winterthur 22/21. 9. Chiasso 21/18. 10. Schaffhausen

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