Mit einem Punkt schlecht bedient

CHALLENGE LEAGUE ⋅ Der FC Wil zeigt in Winterthur die beste Leistung seit Langem, kommt beim Tabellenletzten aber nicht über ein 1:1 hinaus. Eine passive Phase nach der Pause hat den doppelten Punktverlust zur Folge.
01. April 2017, 23:48
Simon Dudle
So engagiert waren die Wiler schon lange nicht mehr bei der Sache gewesen. Das erste Mal in diesem Jahr vermittelte das Team den Eindruck, auch wirklich eines zu sein. Endlich war jene Leidenschaft zu sehen, die unter türkischer Führung und danach in chaotischen Tagen viel zu oft gefehlt hatte. So erstaunte es nicht, dass man im Wiler Lager hinterher von zwei verlorenen Punkten sprach.
 
Obwohl der neue Trainer Maurizio Jacobacci erst fünf Tage zuvor engagiert wurde, war seine Handschrift bereits gut erkennbar. Nachdem Vorgänger Ronny Teuber, der auch im Stadion weilte, auf eine Dreierabwehr gesetzt hatte, stellte Jacobacci vier Abwehrspieler auf. Etwas überraschend gehörte auch der defensive Mittelfeldspieler Basil Stillhart dazu. Auch ihm war es zu verdanken, dass die Gastgeber in der ersten Halbzeit zu keinen wirklich zwingenden Möglichkeiten kamen und das grundsätzlich wohlwollende Winterthurer Publikum die eigene Equipe mit Pfiffen in die Pause schickte.


Erstmals seit über fünf Monate in Führung

Zu jenem Zeitpunkt führten die Wiler verdient mit 1:0. Dies dank des dritten Saisontreffers von Samir Fazli, der zum dritten Mal in der Fremde reüssierte. Bereits nach zehn Minuten verwertete er eine Kopfball-Vorlage von Johan Vonlanthen sicher. Zum ersten Mal seit Ende Oktober lagen die Wiler mal wieder in Führung.

Dass es nicht zum Sieg reichte, hatte mit einer passiven Viertelstunde nach der Pause zu tun. In dieser bekamen die Winterthurer ein spielerisches Übergewicht. Nach einer Stunde konnte Wils Goalie Steven Deana einen Lupfer Manuel Sutters noch spektakulär zum Corner klären. Wenige Sekunden später war der Ausgleich aber Tatsache. Luca Radice erwischte Deana mit einem wuchtigen Abschluss in der kurzen Ecke. Dass die Wiler zu Beginn der Szene ein Foul an Adonis Ajeti monierten, änderte nichts am neuen Spielstand.

Beim Unentschieden blieb es, obwohl sich die Gäste nach dem Ausgleich wieder steigerten und zu Chancen kamen. Ein starker Winterthurer Goalie David von Ballmoos verhinderte den ersten Wiler Sieg seit Ende Oktober genauso wie die Latte Mitte zweiter Halbzeit, als der starke Etienne Scholz aus rund 30 Metern dem Siegtor sehr nahe kam.

Junger Stürmer soll Fazli entlasten

Zu den Geschehnissen des Tages gehörte auch, dass der FC Wil nun wieder zwei Stürmer im Kader hat. Von der U21-Mannschaft der Grasshoppers wurde der 21-jährige Thomas Schiavano verpflichtet und mit einem Vertrag bis Ende Juni 2018 ausgestattet. Bei den Zürchern hat dieser in 38 Spielen 11 Tore erzielt. Gegen Winterthur war Schiavano noch nicht spielberechtigt.
 
 
Winterthur – Wil 1:1 (0:1)
Schützenwiese: 3100 Zuschauer. – Sr: Gut.
Tore: 10. Fazli 0:1. 62. Radice 1:1.
Winterthur: von Ballmoos; Hebib, Katz, Schättin; Ljubicic; Di Gregorio, Kamber (86. Nsiala), Gazzetta (65. Rafhinha), Radice; Sutter, Silvio.
Wil: Deana; Stadelmann, Stillhart, Ajeti, Bühler; Scholz, Lombardi (72. Mlinar); Vonlanthen (86. Maroufi), Yilmaz, Bottani, Fazli.
Bemerkungen: Winterthur ohne Frontino, Roth (beide gesperrt), D’Angelo, Mangold, Russo (alle verletzt), Bünzli, Zimmerli, Dessarzin und Cani (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Freid, Gomis, Ozokwo, Schäppi (alle verletzt), Rösler, Breitenmoser, Gjoshi (alle nicht im Aufgebot) und Schiavano (noch nicht spielberechtigt). – 69. Lattenschuss Scholz. – Verwarnungen: 28. Sutter (Foul). 66. Lombardi (Reklamieren).
 
Rangliste:
1. FC Zürich 25/62. 2. Xamax 25/52. 3. Servette 25/46. 4. Aarau 24/36. 5. Le Mont 26/30. 6. Wil 26/28. 7 Schaffhausen 26/27. 8. Chiasso 25/25. 9. Wohlen 26/24. 10. Winterthur 26/23.
 

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