"Jeder Mensch braucht Geld - auch Fussballspieler"

EXISTENZKAMPF ⋅ Belastend und mühsam sei die aktuelle Situation rund um den FC Wil, sagt Captain Steven Deana. Der Torhüter und seine Mannschaftskollegen warten weiterhin auf ihren Januarlohn. Trotzdem: Ein Streik sei kein Thema, sagt Deana.

01. März 2017, 15:38
Simon Dudle
Einige wenige Spieler gefährden das Fortbestehen des FC Wil, indem sie die tieferen Löhne nicht akzeptieren. Das macht die Situation innerhalb der Mannschaft, die ohnehin schon ein heterogenes Gebilde ist, kompliziert. Auch für Captain Steven Deana, der seit vergangenem Sommer für Wil spielt und in den vergangenen Tagen einen Vertrag zu markant tieferen Konditionen unterschrieben hat.

Wie viel tiefer der Lohn ist, sagt Deana nicht. Dafür: "Der FC Wil muss am Leben bleiben. Auch aus persönlicher Sicht ist es wichtig, dass es weitergeht. Ich will bis im Sommer spielen. Es bringt niemandem etwas, auf dem hohen Vertrag zu beharren und dann in Konkurs zu gehen."

Der gebürtige Zürcher Oberländer sagt weiter, dass die aktuelle Situation für die ganze Mannschaft "belastend" und "mühsam" sei. Jeder Mensch brauche Geld zum Leben, auch Fussballspieler. Wieso einige Akteure auf den alten Verträgen bestehen, ist für Deana dennoch unklar. "Ich weiss nur, dass Verhandlungen laufen. Hoffentlich wird bald eine Lösung gefunden." Zwar versuche die Mannschaft - und er als Captain im speziellen -, Einfluss auf die nicht unterzeichnenden Spieler zu nehmen. Dies sei aber anspruchsvoll. "Wenn sie persönliche Gründe angeben, dann ist eine Diskussion schwierig", sagt Deana. Auch ein Gespräch innerhalb der Mannschaft am Dienstagnachmittag führte nicht zur Rettung.

Wenn die Löhne bis zum Ende der fünftägigen Nachfrist weiterhin nicht überwiesen werden, kommt es dann zu einem Spielerstreik? "Dieses Wort ist bisher nie gefallen. Ein Streik macht keinen Sinn, da sich alle von uns präsentieren wollen. Zudem haben sich die meisten mit dem neuen Vertrag zum FC Wil bekannt. Es wäre darum nicht konsequent, in den Streik zu treten", sagt Deana. Er glaubt an die Rettung und will darum auch am Montag gegen seinen ehemaligen Verein Aarau antreten.
 

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