Hilflose Wiler immer tiefer im Sumpf

ABSTIEGSKAMPF ⋅ Der FC Wil bleibt im Jahr 2017 ohne Sieg und bezieht im Heimspiel gegen Servette eine verdiente 0:3-Niederlage. Auch gut 40 Minuten in Überzahl bringen ihm nichts ein. Das Tabellenende rückt immer näher.
15. April 2017, 22:34
Simon Dudle
Es braucht in dieser Phase sehr wenig, um die verunsicherten Wiler aus dem Tritt zu bringen. Für gewöhnlich ist das erste Gegentor schon das eine zu viel. So war es auch gegen selbstbewusst aufspielende Genfer. Matias Vitkieviez lief Mitte erster Halbzeit auf der rechten Seite bis fast zur Grundlinie und legte zu Alexandre Alphonse zurück, der ins lange Eck traf.

Servette hatte danach kaum je Schwierigkeiten, das Geschehen zu kontrollieren. Bei den Wilern blieb zu vieles Stückwerk, vor allem in der Offensive. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein war Johan Vonlanthens Chance nach gut einer Viertelstunde die einzig ernst zu nehmende Wiler Möglichkeit.

Am Montag droht der Abstiegsplatz
Die Gäste gerieten auch nicht in Bedrängnis, als sie ihren Goalie Jérémy Frick früh in der zweiten Halbzeit verloren hatten, da er sich gegen Shaho Maroufi knapp ausserhalb des Strafraums nur noch mit einer Notbremse zu wehren wusste und des Feldes verwiesen wurde. Aus Genfer Sicht war dieses Verhalten das einzig richtige. Denn die Wiler waren auch in Überzahl nicht fähig, die Gäste unter Druck zu setzen – und kassierten gar einen Treffer. Erzielt wurde dieser von Jean-Pierre Nsame, der somit schon 21 Mal getroffen hat. Im laufenden Jahr war es im zehnten Spiel bereits sein elftes Tor.
Spätestens jetzt war der Deckel drauf. Denn bereits zuvor hatte Alphonse seinen zweiten Treffer des Tages erzielt. Dabei war erstaunlich, wie viele Freiheiten er zentral im Wiler Strafraum besass. Keiner der Innenverteidiger war in der Nähe. Selbst wenn den hilflosen Ostschweizern der Wille nicht abzusprechen war, so machten sie halt doch einen weiteren Schritt Richtung Promotion League. Gewinnen Wohlen und Chiasso morgen, liegen die Wiler auf dem Abstiegsplatz.

Wyler arbeitet beim FC Wil zu Gotteslohn
Einer ist auch nach dieser Niederlage vom Ligaerhalt überzeugt: Fernseh-Kommentator Dani Wyler. Er arbeitet ab sofort im Medienteam des FC Wil mit und will den Club wieder in ein besseres Licht rücken. Einen Lohn bezieht er dafür nicht.
 
Wil – Servette 0:3 (0:1)
IGP Arena: 780 Zuschauer. – Sr: Schärli.
Tore: 22. Alphonse 0:1. 51. Alphonse 0:2. 63. Nsame 0:3.

Wil: Deana; Huber, Bühler (77. Mlinar), Ajeti, Keller; Scholz, Stillhart; Maroufi, Yilmaz (57. Rahimi), Vonlanthen (84. Schiavano); Fazli.

Servette: Frick; Sauthier, Mfuyi, Cadamuro, Le Pogam; Castro, Cespedes; Vitkieviez (83. Berisha), Alphonse (54. Gonzalez), Maouche (68. Faug-Porret); Nsame.

Bemerkungen: Wil ohne Gomis, Ozokwo, Bottani, Lombardi, Schäppi, Gjoshi (alle verletzt), Freid und Breitenmoser (beide nicht im Aufgebot). Servette ohne Delley (gesperrt), Doumbia (verletzt), Hiraç, Rodrigues und Fargues (alle nicht im Aufgebot). – Platzverweis: 53. Frick (Notbremse an Maroufi). – Verwarnungen: 20. Alphonse (Foul). 44. Stillhart (Foul). 49. Keller (Foul). 72. Vitkieviez (Foul). 93. Scholz (Foul, im nächsten Spiel gesperrt).
 
Rangliste:
1. FC Zürich 26/65. 2. Xamax 27/565. 3. Servette 28/51. 4. Aarau 26/36. 5. Schaffhausen 27/30. 6. Le Mont 28/30. 7. Winterthur 28/29. 8. Wil 28/28. 9. Wohlen 27/27. 10. Chiasso 27/26.

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