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Tagblatt Online
20. August 2016, 22:15 Uhr

Früher und später Treffer genügen

Ohne zu glänzen, realisiert der FC Wil den ersten Saisonsieg. Er gewinnt gegen den weiterhin punktlosen Aufsteiger Servette mit 2:0. Der lettische Neuzuzug Arturs Karasausks trifft mit der ersten Ballberührung.

Simon Dudle

FUSSBALL. Am Ende war aus Wiler Sicht nur von Bedeutung, zum ersten Mal in dieser Saison als Sieger vom Feld zu gehen. Mit fünf sieglosen Partien zum Auftakt hatten sie sich früh in eine missliche Lage gebracht. Die Partie gegen den Tabellenletzten aus Genf verkam bereits zu einem Schicksalsspiel – womöglich auch für Trainer Ugur Tütüneker. Da der geforderte Sieg eingefahren wurde, werden die Diskussionen um seine Person verstummen. "Die Leistung in den vorangehenden Meisterschaftsspielen war zum Teil besser. Wichtig war, dass wir die Tore gemacht haben", sagte Tütüneker.

Die Geschichte dieses an Ereignissen armen Spiels schrieb der 24jährige Lette Artur Karasausks, der erst im Verlauf dieser Woche von Skonto Riga zu den Wilern gewechselt hatte. Der zehnfache lettische Nationalspieler brauchte nach seiner Einwechslung rund zwei Minuten, bis er ein erstes Mal das Spielgerät am Fuss hatte. Diese Ballberührung war gleichbedeutend mit seinem ersten Tor für den neuen Verein. Beim wuchtigen Abschluss war Servette-Goalie David Gonzalez chancenlos. Den Treffer widmete Karasausks seiner Frau, die extra für dieses Spiel von Lettland in die Ostschweiz gereist war und dem Spiel in der IGP Arena beiwohnte.

Fünf Tore, fünf Torschützen
Der Treffer war gleichbedeutend mit der vorzeitigen Entscheidung. Zehn Minuten vor Schluss führten die Wiler mit 2:0 und liessen danach nichts mehr anbrennen. Servette verlor auch sein fünftes Pflichtspiel seit dem Aufstieg und hat in der Meisterschaft seit der Startrunde und nunmehr 276 Minuten nicht mehr getroffen. In der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit waren die Gäste einem Torerfolg allerdings nahe. Einmal klärte Wils Verteidiger Silvano Schäppi einen Abschluss von Alexandre Alphonse auf der Torlinie, einmal annullierte Super-League-Schiedsrichter Urs Schnyder einen Treffer des kurz zuvor eingewechselten Benjamin Besnard wegen eines Handspiels.

Den Wilern kam zupass, dass sie mit dem ersten nennenswerten Angriff in Führung gegangen waren. Nach zweieinhalb Minuten schlug Erhan Yilmaz einen Freistoss von der linken Seite in den Strafraum, wo Captain Egemen Korkmaz von der fehlenden Zuordnung in der Genfer Abwehr profitierte und die Freiheiten für das 1:0 nutzte. Bei den Wilern zeichnen in dieser Saison fünf verschiedene Torschützen für die fünf Treffer verantwortlich.

Heimbilanz weiter aufgewertet
Festzuhalten war hinterher, dass eine solche Leistung gegen stärkere Mannschaften der Liga nicht zu Punkten reichen wird. Vieles blieb Stückwerk. Das konnte den Ostschweizern aber für einmal egal sein, da in ihrer Situation nur die drei Punkte zählten.

Mit dem ersten Saisonsieg konnte die starke Heimbilanz weiter aufgebessert werden. Seit dem 12. August des Vorjahrs – also seit mehr als einem Jahr – haben die Wiler in der IGP Arena nur ein einziges Spiel verloren.
 
Wil – Servette 2:0 (1:0)
IGP Arena: 1020 Zuschauer. – Sr: Schnyder.
Tore: 3. Korkmaz 1:0. 81. Karasausks 2:0.
Wil: Deana; Rapp, Bühler, Korkmaz, Schäppi; Stillhart, Akin; Vonlanthen, Yilmaz (55. Lombardi), Bottani (79. Karasausks); Roux (63. Fazli).
Servette: Gonzalez; Cadamuro, Mfuyi, Faug-Porret; Sauthier, Pont (76. Berisha), Maouche, Le Pogam (46. Besnard); Alphonse (71. Doumbia), Vitkieviez, Delley.
Bemerkungen: Wil ohne Ajeti (krank), Maroufi, Spielmann, Stadelmann, Nganga, Keller, Ozokwo (alle verletzt), Baumann, Breitenmoser, Taipi, Ramos und Roesler (alle nicht im Aufgebot). Servette ohne Yagan (gesperrt), Caslei, Fargues, Rodrigues (alle verletzt), Dumont, K. Gazzetta, Guedes, L. Gazzetta und Kursner (alle nicht im Aufgebot). – 51. Tor von Besnard annulliert (Hands). – 87. Tor von Fazli annulliert (Offside). – Verwarnungen: 32. Vitkieviez (Foul). 33. Stillhart (Foul). 51. Besnard (Hands). 62. Maouche (Foul). 79. Korkmaz (Foul).
 
Rangliste:
1. Aarau 5/11. 2. FC Zürich 4/10. 3. Xamax 4/10. 4. Schaffhausen 5/9. 5. Wil 5/5. 6. Chiasso 4/4. 7. Wohlen 4/4. 8. Winterthur 4/3. 9. Le Mont Lausanne 3/3. 10. Servette 4/0.
 


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