Kommentar

Freudentag ohne Details beim FC Wil

KOMMENTAR ⋅ Trotz aller Erfolgsmeldungen macht eines stutzig: Die Geldgeber und die Dauer ihres Engagements für den FC Wil sollen partout geheim bleiben. Sportredaktor Ralf Streule fragt sich in seinem Kommentar, ob es Geldquellen gibt, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.
29. März 2017, 10:21
Gestern wurde vielleicht das wahre Wiler Märchen geschrieben. Auch wenn Präsident Roger Bigger dieses 2015 mit der Ankunft des türkischen Investors angekündigt hatte. Die FC Wil 1900 AG ist wieder in heimischen Händen – und die Finanzierung soll bis zum Saisonende sichergestellt sein. Bemerkenswert ist, dass es zum grossen Teil lokale Geldgeber sein sollen, die dem Verein aus der Patsche helfen.

Dies deutet darauf hin, dass der FC Wil, der während und nach der «türkischen Ära» an Goodwill zu verlieren schien, in der Region dennoch eine breite Basis hat. Der Boden für weitere Challenge-League-Jahre ist gelegt – nun müssen nur die Spieler nach der Frohbotschaft ebenfalls den Tritt finden. Eher kitschig wird der Wiler Freudentag, wenn Maurizio Jacobacci erklärt, gratis zu arbeiten, und dies mit einem Dank für ein früheres Engagement verbindet. 

Trotz aller Erfolgsmeldungen macht eines stutzig: Die Geldgeber und die Dauer ihres Engagements sollen partout geheim bleiben. Wie immer ist solche Nicht-Kommunikation Basis für Spekulationen. Gibt es Geldquellen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind? Will der Verwaltungsrat keine Zahlen nennen, da damit das eigene finanzielle Engagement erahnt würde? Allen Sympathisanten des Clubs kann es egal sein, woher die Rettung kommt. Dennoch: Detaillierter erzählte Märchen tönen schlicht und einfach plausibler.

Ralf Streule
ralf.streule@tagblatt.ch

Leserkommentare

Anzeige: