FC Wil fordert von Günal zwölf Millionen

ÜBERLEBENSKAMPF ⋅ Die 0:4-Niederlage am Wochenende gegen Zürich ist für den FC Wil die höchste seit über zehn Jahren. Wichtiger ist aber die Rettungsaktion der Task Force. Vom ehemaligen Investor fordern die Wiler einen zweistelligen Millionenbetrag.
20. Februar 2017, 06:20
Simon Dudle
Das Spiel gegen den FC Zürich ist schnell abgehakt. Zu deutlich war die Überlegenheit des Leaders. Den Wilern war zu attestieren, dass sie sich eine Halbzeit lang nach Kräften wehrten, spätestens nach dem zweiten Gegentreffer aber abbauten. «Wir haben gegen einen starken FC Zürich verloren und hatten nur zeitweise ein Gegenmittel», sagte Trainer Ronny Teuber.

Von grösserem Interesse als dieses Resultat sind derzeit jene Entscheidungen, welche auf der Geschäftsstelle gefällt werden. Während weitere Spielerlöhne gesenkt werden müssen, geht es aber auch darum, Geld aufzutreiben. Die Wiler sind der Überzeugung, dass ihnen vom einstigen Investor Mehmet Nazif Günal ein zweistelliger Millionenbetrag zusteht. Dieser hat das Aktienpaket an der Gesellschaft, über welche er im Sommer 2015 die Aktienmehrheit an der FC Wil 1900 AG gekauft hatte, an einen Dritten weiterverkauft. Der neue Eigentümer teilte der FC Wil 1900 AG mit, dass die Gesellschaft illiquid sei und er die Zahlungsverpflichtung aus dem Darlehensvertrag nicht mehr einhalten könne. Günal hatte sich zuvor über eine MNG-Gruppengesellschaft vertraglich verpflichtet, die Liquidität der Darlehensgeberin jederzeit sicherzustellen – für einen Betrag von insgesamt 30 Millionen Franken. Rund 18 Millionen davon sind in den FC Wil investiert worden. Es bleiben rund zwölf Millionen, welche die Wiler nun geltend machen.

Bis eine Entscheidung fällt, ob dieses Geld fliesst, dürfte es aber Monate oder Jahre dauern. Zuerst hat ein Schiedsgericht in Zürich darüber zu befinden, ehe das Geld womöglich in der Türkei noch erstritten werden muss.

Noch nicht geklärt ist, in welche Gesellschaft der FC Wil kommende Saison eingebettet wird, so es ihn dann noch gibt. Möglich ist, dass es die FC Wil AG sein wird. Dabei handelt es sich neben der FC Wil 1900 AG um eine zweite Aktiengesellschaft, welche nach den Wirren um den ukrainischen Investor Igor Belanov vor zwölf Jahren saniert worden war. Das funktioniert aber nur, wenn die FC Wil 1900 AG nicht Konkurs anmelden muss.
 

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