FC Wil überweist Januarlöhne

FC WIL ⋅ Gute Nachrichten aus Wil: Laut den Verantwortlichen des FC Wil wurden die Januarlöhne überwiesen. Damit hält der Club die Nachfrist der Swiss Football League ein.

Aktualisiert: 
06.03.2017, 19:00
06. März 2017, 15:00
"Das Ziel, die Januarlöhne bis zum 28. Februar 2017 bezahlt zu haben, hatte man zunächst bekanntlich nicht erreicht", schreibt der FC Wil in einer Medienmitteilung. "Die vielen Stunden Arbeit haben sich nun ein erstes Mal
ausbezahlt, die Angestellten der FC Wil 1900 AG erhalten ihre Januarlöhne." Die Gehälter seien auf der Basis der in den letzten Wochen reduzierten Verträge ausbezahlt worden.

Gegen Abend bestätigte Philippe Guggisberg, Sprecher der Swiss Football League, den Eingang von Dokumenten des FC Wil. "Die Papiere müssen nun aber noch im Detail analysiert werden", so Guggisberg.

"Vorbildliche Arbeit der Angestellten"
Der Club verweist darauf, dass die Gelder bereits vor einer Woche zur Auszahlung bereit gestanden wären. "Nun also erhalten die Angestellten für ihre vorbildliche Arbeit in schwierigen Zeiten die Belohnung in Form von Geld."

An einer Pressekonferenz wurde betont, man habe für alle Spieler eine Lösung gefunden. Nähere Präzisierungen gab es jedoch nicht. Die nun erfolgte Auszahlung kam dank lokalen Geldgebern zustande, konkretere Angaben wurden aber auch in diesem Fall nicht gemacht. Nächster wichtiger Termin ist der 31. März, wenn die Löhne für den Februar fällig werden. Auch in diesem Fall ist eine fünftägige Nachfrist denkbar.

Mit der Bezahlung der Januarlöhne per 6. März 2017 vermeidet der Club einerseits eine weitere Verfahrenseröffnung durch die Swiss Football League und setzt damit ein deutliches Ausrufezeichen im Zuge der Rettungsmassnahmen, wie es in der Mitteilung heisst. Ob die endgültige Rettung gelingen wird, ist aktuell hingegen noch nicht abschliessend geklärt. Der Club werde diesbezüglich zu gegebener Zeit wieder informieren. "Der Fokus gilt am heutigen Abend erstmal der Partie gegen den FC Aarau in der heimischen IGP Arena", so der Club.

Plötzlich ausgestiegen
Ein erstes Verfahren gegen den FC Wil war am 17. Februar durch die Disziplinarkommission der Swiss Football League eröffnet worden. Dies aufgrund des nicht bewilligten Eigentümerwechsels des Aktienpaketes. Die SFL wies damals explizit darauf hin, dass das Erstatten der Anzeige nichts mit der aktuellen Klubführung zu tun habe, sondern allein mit der Übertragung der Aktien. Gemäss Artikel 8 des Lizenzreglementes erfordern erhebliche Veränderungen der Verhältnisse bei einem Lizenznehmer die Zustimmung der Lizenzbehörde. Unter diese Bestimmung fällt namentlich auch eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse.

Seit Juni 2015 wurde die FC Wil 1900 AG von Mehmet Nazif Günal, dem Inhaber der MNG-Gruppe, kontrolliert, welcher die Aktienmehrheit über eine Gesellschaft der Gruppe mit Sitz in Dubai hielt. Diese hat per Ende Januar ihre regelmässigen Zahlungen an die FC Wil 1900 AG eingestellt. Gleichzeitig haben die türkischen Verwaltungsräte ihren Rücktritt bekanntgegeben und mitgeteilt, dass sämtliche Aktien der Gesellschaft in Dubai an einen namentlich nicht genannten Dritten veräussert worden seien. (tn/sda)

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