Ein weiterer Schritt Richtung Abstieg

SCHLUSSLICHT ⋅ Noch bevor dem FC Wil diese Woche womöglich bis sechs Punkte abgezogen werden, rutscht er ans Tabellenende. Bei der 1:3-Niederlage in Chiasso liefert er kaum Argumente, Challenge League tauglich zu sein.
23. April 2017, 18:41
Simon Dudle
Seit über einem halben Jahr ist der FC Wil nun schon ohne Sieg. 17 Partien – fast eine halbe Saison – rennt er einem Erfolgserlebnis hinterher. Die Erfahrungen, die er beim vormaligen Tabellenletzten Chiasso machte, waren fast durchwegs negativ. Gegen einen keineswegs überragenden Gegner bezog er eine leistungsgerechte Niederlage. Daran ändert auch nichts, dass der Tessiner Mattia Bottani in der Südschweiz die Wiler schon nach wenigen Minuten in Führung brachte. Auf Zuspiel Samir Fazlis schob er den Ball in die lange Ecke. Es war Bottanis erster Treffer für Wil.

Es blieb der einzige Abschluss der Gäste aufs gegnerische Tor in der gesamten ersten Halbzeit. Und dies gegen eine Mannschaft, der mit Andrea Guatelli und Alberto Regazzoni zwei routinierten Teamstützen gesperrt fehlten. Doch die Tessiner waren mit mehr Leidenschaft dabei und leisteten sich vor allem weniger Fehler als die Wiler. Ein gröberer Schnitzer in der Gästeabwehr führte nur zwei Minuten nach dem Führungstor zum Ausgleich. Arnaud Bühler schlug über den Ball, so dass Inters Gui am hinteren Pfosten zum 1:1 traf.
 
Bei Wil stimmt es hinten und vorne nicht
Allen drei Gegentoren lagen Wiler Eigenfehler zu Grunde. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit stimmte die Zuordnung nicht, so dass Younes Bnou Marzouk mit einem sehenswerten Abschluss zum 2:1 traf. Nach knapp einer Stunde profitierte der Marokkaner von einer Unzulänglichkeit Frano Mlinars. Dieser konnte einen Ball im Mittelfeld nicht annehmen. Bnou Mazrouk lief alleine auf das Wiler Tor und traf sicher zum 3:1-Schlussresultat.

Und die Wiler? Wie schon in den vergangenen Spielen stimmte es hinten und vorne nicht. In der ersten Halbzeit liessen die Gäste Chiasso zu sehr gewähren, was sich in der Abschlussstatistik der ersten Halbzeit widerspiegelte: 11:2 für die Tessiner. Den Versuch, in einem 4-4-2-System mit dem jungen Fuad Rahimi als zweiten Stürmer neben Samir Fazli mehr Robustheit zu bekommen, wurde nach gut einer halben abgebrochen. In Rückstand liegend, war der Auftritt viel nur harmlos. «So reicht es nicht. Der letzte Wille hat gefehlt. Ich werde mir viele Gedanken machen und dann entscheiden, mit welcher Mannschaft wir ins nächste Spiel gehen», sagte Wils Trainer Maurizio Jacobacci.
 
Chiasso – Wil 3:1 (2:1)
Riva IV: 650 Zuschauer. – Sr: Gut.
Tore: 7. Bottani 0:1. 9. Gui 1:1. 45. Bnou Marzouk 2:1. 58. Bnou Marzouk 3:1.

Chiasso: Bellante; Urtic, Cinquini, Monighetti, Belometti; Carte Said, Abedini, Simic; Padula (92. Ivic), Gui (75. Mujic); Bnou-Marzouk (85. Ramadani).

Wil: Deana; Keller (70. Breitenmoser), Bühler, Stillhart, Huber; Vonlanthen (84. Maroufi), Mlinar, Latifi, Bottani; Fazli, Rahimi (37. Yilmaz).

Bemerkungen: Chiasso ohne Guatelli, Palma, Regazzoni (alle gesperrt), Bongiorno, Di Lauro, Nilovic (alle verletzt), Kandiah, Manfreda, Fraga, Ferati und Selmanaj (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Scholz (gesperrt), Ajeti, Ozokwo, Gomis, Schäppi, Lombardi, Gjoshi (alle verletzt), Freid und Titaro (beide nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 16. Stillhart (Foul). 86. Latifi (Foul). 87. Belometti (Foul). 93. Ramadani (Unsportlichkeit).
 
Rangliste:
1. FC Zürich 27/68. 2. Xamax 28/59. 3. Servette 29/51. 4. Schaffhausen 29/36. 5. Aarau 28/36. 6. Winterthur 29/32. 7. Wohlen 29/30. 8. Le Mont Lausanne 29/30. 9. Chiasso 29/29. 10. Wil 29/28.

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