Diese fünf Wil-Spieler verweigern die Unterschrift

KRISE ⋅ Die Zukunft des FC Wil hängt weiter am seidenen Faden. Am Mittwoch hat Präsident Roger Bigger die fünf Spieler genannt, die nicht für weniger Geld spielen wollen. Wir zeigen, um welche Akteure es geht.
02. März 2017, 14:45
Alexandra Pavlovic/Simon Dudle
Rémi Gomis: Mittelfeldspieler, Marktwert 250'000 €:
Der 33-jährige Rémi Gomis stammt aus Versailles  und ist ein französisch-senegalesischer Fussballspieler. Von 2001 bis 2007 spielte der Mittelfeldakteur für Stade Laval, zur Saison 2007/08 schloss er sich dem SM Caen an und wechselte 2009 zum Erstligisten FC Valenciennes. In der Saison 2013/14 zog es Gomis zum französischen Ligue-1-Verein FC Nantes. Für die Nationalmannschaft des Senegal verzeichnete er seit 2008 bisher 18 Einsätze. Im vergangenen August verpflichtete der FC Wil dann den defensiven Mittelfeldspieler für zwei Jahre. Gomis brachte mit seinen über 200 Pflichtspielen in der höchsten französischen Ligue 1 eine geballte Ladung Erfahrung mit in die IGP Arena. Dennoch leitete er mit einem katastrophalen Fehler am 1. November 2016 die 1:2-Niederlage in Genf bei Servette ein. Es war das letzte Spiel des FC Wil, dem Investor Mehmet Nazif Günal live im Stadion beiwohnte. Seit geraumer Zeit ist Gomis an den Spielen jeweils «nicht im Aufgebot». Gemäss Verein soll er nicht fit und angeschlagen sein. Dem Vernehmen nach ist er einer der Grossverdiener.

Nduka Ozokwo: Mittelfeldspieler, Marktwert 600'000 €:
Im vergangenen Juli gab der FC Wil die Verpflichtung des 27-jährigen Nduka Ozokwo bekannt. Der ehemalige U20-Nationalspieler Nigerias wechselte damals vom türkischen Zweitligisten Adanaspor in die Ostschweiz. Nduka Morrisson Ozokwo absolvierte 48 Zweitligaspiele für den türkischen Verein Adanaspor. Dabei erzielte der Rechtsaussen acht Tore und verzeichnete zehn Assists. Vor seinem Wechsel zu Adanaspor spielte der Nigerianer bei Mersin Idmanyurdu und absolvierte insgesamt 112 Spiele in der 1. und 2. türkischen Liga, er erzielte dabei elf Tore und 14 Assists. Die Wiler statteten Ozokwo mit einem Vertrag über drei Jahre bis zum 30.6.2019 aus. Der Rechtsfüsser ist ein pfeilschneller Flügelspieler. Vor knapp zwei Wochen verletzte er sich im Heimspiel gegen den FC Zürich. Am 26. November 2016 traf er im Heimspiel gegen Wohlen und ist damit noch immer vorletzter Torschütze in den Reihen der Wiler. Dem Vernehmen nach ist er ebenfalls einer der Grossverdiener mit einem Gehalt von 50'000 Franken im Monat.
 
Mattia Bottani: Mittelfeldspieler, Marktwert 750'000 €:
Der 25-jährige Mittelfeldspieler Mattia Bottani wechselte im vergangenen Sommer vom Super-League-Verein Lugano zu den Ostschweizern. Damals unterzeichnete Bottani bei den Äbtestädtern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. In der vergangenen Saison lief er 29 Mal für die Luganesi auf, dabei erzielte der Offensivspezialist acht Tore. Er zeichnet sich immer wieder durch seine Torgefährlichkeit aus. Laut "Blick" hatten die türkischen Investoren damals mit einer Ablöse von 700'000 Franken sogar den Grasshopper Club Zürich ausgestochen. Mattia Bottani ist einer der reizvollsten Spieler beim FC Wil. Da er in der aktuellen Spielzeit bereits für Lugano und Wil gespielt hat, darf er allerdings in dieser Saison für kein weiteres Team mehr auflaufen. Einzig zu Lugano könnte er zurückkehren. Allerdings musste er im Winter bei Wil bleiben, weil die Kontingentliste der Tessiner bereits voll war. Bottani spielte schon als Bub für den FC Lugano. Er wuchs direkt neben dem Stadio Cornaredo auf. Im Tessin hat er den Spitznamen «Sohn des Cornaredo».

Samir Fazli: Stürmer, Marktwert 500'000 €:
Samir Fazli ist ein mazedonischer Fussballspieler, der neben der mazedonischen auch die albanische Staatsbürgerschaft besitzt. Der 25-jährige Stürmer wurde in Skopje geboren und wuchs auch dort auf. Eine Zeitlang besuchte er die Jasper Place Composite High School in Edmonton, Kanada. Im Jahr 2007 kam er zurück nach Skopje und durchlief dort den gesamten Jugendbereich von Makedonija Skopije. Seine erste Profisaison bestritt der Rechtsfüsser in der Saison 2008/09. Mit dem Hauptstadtklub gewann er am Ende der Saison dann den mazedonischen Meistertitel. Nachdem er in der Saison 2008/09 zu 28 Spieleinsätzen gekommen war und drei Tore erzielt hatte, wechselte Fazli im Alter von 17 Jahren zum SC Heerenveen in die Niederlande. Bei den Friesen unterschrieb er bis 2014. Seit August 2014 steht der Stürmer beim FC Wil unter Vertrag und war damit schon vor den Türken beim den Wilern. Im Oktober 2015 riss er sich das Kreuzband und fehlte danach mehr als ein halbes Jahr. Seit dem bekannt gewordenen Abgang von Jocelyn Roux ist er der einzige Stürmer im Fanionteam des FC Wil und ist bisher der einzige Torschütze bei den Wilern im Jahr 2017.
 
Frano Mlinar: Mittelfeldspieler, Marktwert 400'000 €:
Der FC Wil stockte im vergangenen August kurz vor Ablauf der internationalen Transferfrist nochmals seinen Kader auf und holte vom spanischen Primera-Division-Club FC Granada Frano Mlinar in die Ostschweiz. Der Mittelfeldspieler hat bereits Erfahrung mit dem Schweizer Fussball, hat er doch in der Vergangenheit bereits für den FC Aarau gespielt. Der 24-Jährige Kroate ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar und verfügt sowohl defensiv wie auch offensiv über die gewünschten Qualitäten. Mlinar hat seine Ausbildung beim kroatischen Spitzenclub Dinamo Zagreb absolviert und hier mit 18 Jahren sein Debüt im Profifussball bestritten. Als Profi verzeichnete er in der höchsten kroatischen Liga insgesamt 98 Einsätze. Der Rechtsfüsser spielte unter anderem für Lokomotiva Zagreb und Inter Zapresic. Mlinar durchlief zudem sämtliche Nachwuchs-Nationalmannschaften von Kroatien. Im Sommer 2013 wechselte der 1.82 Meter grosse Mittelfeldspieler mit einem Fünfjahresvertrag nach Italien zu Udinese Calcio, von wo aus er ein Jahr später schliesslich zum FC Aarau ausgeliehen wurde. Für den aktuellen Ligakonkurrenten lief der Mittelfeldspieler während seiner Zeit in der Schweiz insgesamt 13 Mal in der Super League auf. Mlinar erhielt beim FC Wil einen Vertrag über ein Jahr bis zum 30. Juni mit Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr. Bei den Äbtestädtern ist er bisher jedoch kaum in Erscheinung getreten.

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