Der FC Wil wehrt sich

FUSSBALL ⋅ Der FC Wil setzt sich gegen den Abzug von insgesamt sechs Punkten durch die Swiss Football League zur Wehr. Er beurteilt die Strafe als unverhältnismässig - und erklärt, weshalb drei Spieler nicht ihre vollen Löhne erhalten haben.
07. April 2017, 17:34
"In den letzten Tagen sind in verschiedenen Medien Zweifel an der Glaubwürdigkeit der FC Wil-Verantwortlichen in Verwaltungsrat und Task Force geäussert worden", schreibt der FC Wil in einem Communiqué. Der Verein betont, dass die Januar-, Februar- und Märzlöhne mit allen fälligen Sozialabgaben bezahlt worden seien.  

Weil die Bestätigung zur Bezahlung  der Sozialabgaben für den Januar zu spät an die Swiss Football League (SFL) gelangte, beschloss deren Disziplinarkommission, dem Club drei Punkte abzuziehen. "Das beurteilt der FC Wil als unverhältnismässig, weil nicht die Löhne und Sozialabgaben selbst ausstehend waren, sondern nur die Bestätigung betreffend Sozialabgaben. Deshalb wurde gegen diese Verfügung auch fristgerecht Rekurs eingelegt", schreibt der Verein.
 

Drei Sonderfälle

Weitere drei Punkte will die Disziplinarkommission den Äbtestädtern nun abziehen, weil die Löhne für Januar, Februar und März nicht vollständig bezahlt worden seien. Auch in diesem Verfahren wird fristgerecht Rekurs erhoben, wie die Wiler mitteilen.

"Grundsätzlich wurden alle Löhne bezahlt", schreibt der Verein zu diesem Punkt. Ohne Namen zu nennen, gesteht der Verein aber ein, dass es drei Sonderfälle gebe. Bei einem Spieler sei der Januarlohn aufgrund eines Missverständnisses "in zwei Tranchen (die zweite davon leicht verspätet), aber vollständig" bezahlt worden. Bei einem zweiten Spieler habe der FC Wil ohne dessen Einverständnis eine Lohnanpassung vorgenommen, weil er beim Vertrag einen Grundlagenirrtum einklage, das entsprechende Verfahren laufe noch. Und ein dritter Spieler wolle ein Darlehen nicht zurückzahlen, das der FC Wil anteilmässig jeden Monat mit dem Lohn verrechne.
 

"Jeden Anschein einer Einflussnahme ausschliessen"

Der FC Wil hält in seiner Mitteilung fest, dass die Task Force mit einem gewaltigen Aufwand – und zusammen mit den Mitarbeitern und lokalen Geldgebern - die vorläufige Rettung geschafft habe und selbst nicht Verursacher der Probleme – etwa im Fall der zu hohen Spielerlöhne – sei. "Er hofft, dass die Swiss Football League diese Anstrengungen überall dort, wo sie Ermessensspielraum hat, würdigt und in die Beurteilung mit einbezieht", heisst es im Communiqué. Wil-Präsident Roger Bigger ist als SFL-Finanzchef im Übrigen in den Ausstand getreten - "um jeden Anschein einer Einflussnahme zugunsten seines Vereins auszuschliessen", wie die Wiler schreiben. (red.)

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