Der FC Wil wartet so lange wie noch nie auf einen Sieg

FC WIL ⋅ Die Zahlen des FC Wil sind Besorgnis erregend. Mit 15 Partien in Serie ohne Sieg hat er den Negativrekord aus dem Jahr 2015 schon deutlich übertroffen. Vor allem auswärts und in der ersten Halbzeit hapert’s. Drei Viertel der Saison sind in der Challenge League gespielt.
10. April 2017, 22:10
Simon Dudle
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der FC Wil ist ein Abstiegskandidat. Das bestätigen auch die diversen Statistiken zur laufenden Challenge- League-Saison. Seit 15 Spielen hat er nicht mehr gewonnen und dabei nur 5 von 45 möglichen Punkten geholt. Die Äbtestädter sind das einzige Team der höchsten beiden Ligen im Schweizer Fussball, das in diesem Jahr noch ohne Sieg dasteht. Seit die Wiler vor knapp 13 Jahren in die Challenge League abgestiegen sind, mussten sie noch nie so lange auf einen Sieg warten wie derzeit. Vorletzte Saison waren es elf Partien ohne Vollerfolg, ehe im letzten Saisonspiel mit einem 4:0-Sieg gegen Lausanne-Sport in extremis der Ligaerhalt doch noch sichergestellt wurde. Im Herbst 2004 war die Mannschaft acht Spiele ohne Vollerfolg geblieben. Ansonsten überstieg die Sieglosigkeit nie die Marke von sechs Partien.
 

Erst viermal  zur Pause in Führung

In den 15 sieglosen Partien hat der FC Wil gerade mal sechs Tore erzielt. Kein Spieler hat in der laufenden Saison mehr als vier Treffer auf dem Konto. Auf jene Marke kommen Samir Fazli und Johan Vonlanthen. Von ihren Teamkollegen hat mit Nduka Ozokwo nur ein Spieler schon mehr als ein Tor erzielt. Und der Nigerianer ist derzeit verletzt.

Auffällig ist auch die Auswärtsschwäche des FC Wil. Von den 13 Gastauftritten gingen 8 verloren. Kein anderes Challenge-League-Team hat auf des Gegners Platz weniger Punkte gemacht als der FC Wil mit seinen elf Zählern. Zudem legt er zu selten schon in der ersten Halbzeit die Basis zum Erfolg. Lediglich in 4 der 27 Spiele führte er bei Spielhälfte. Das ist der schlechteste Wert aller zehn Teams der zweithöchsten Spielklasse.

In dieser Phase ist guter Rat teuer. «Es muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Jene, die Verantwortung tragen, müssen diese auch übernehmen», fordert Trainer Maurizio Jacobacci. Der Übungsleiter sieht vorab im konditionellen Bereich Versäumnisse. «Wir müssen nun schauen, wie wir diese Defizite korrigieren können», sagt Jacobacci. Viel Zeit bleibt nicht mehr.
 

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