Das bange Warten auf das Geld geht weiter

FUSSBALL ⋅ Auch bis gestern Abend gab es keine Anzeichen, dass die Spieler und der Staff des FC Wil ihre Januarlöhne erhalten hätten. Mit jedem Tag, an dem sich das nicht ändert, wird die Angst grösser, dass Investor Mehmet Nazif Günal dem Verein den Rücken zuwendet.
06. Februar 2017, 07:08
Simon Dudle

«Wir sind nicht der erste Club, der am 4. oder 5. des Folgemonats bezahlt.» So liess sich der FC Wil vergangene Woche zitieren, als er auf die erstmals ausbleibenden Löhne angesprochen wurde. Mittlerweile sind der 4. und 5. Februar verstrichen, ohne dass die Kunde gekommen wäre, das Geld für die Januarlöhne sei eingetroffen. Damit konfrontiert, sagte ­Vizepräsident Roger Bigger am Samstagabend nach dem 0:0 beim Rückrundenstart gegen Le Mont Lausanne in kurzen Worten: «Wir schauen, dass das Geld kommt, und können momentan nicht mehr dazu sagen.»

Es bleibt zu hoffen, dass schon sehr bald mehr gesagt werden kann. Denn mit jedem Tag, an dem die Löhne nicht überwiesen werden und es vom Verein keine Infos gibt, wird die Verunsicherung im Club und Umfeld grösser. Wurde das Geld, wie vom «Blick» gemutmasst, in der Türkei eingefroren? Oder will ­Investor und Milliardär Mehmet Nazif Günal nicht mehr zahlen?

Mannschaft demonstriert Geschlossenheit

Der Verein ist dringend darauf angewiesen, dass Geld fliesst. Seit dem Einstieg der türkischen Investoren werden horrende Löhne bezahlt. Manch ein Spieler dürfte wegen des Gehaltes in die Ostschweiz gewechselt sein. Am Samstag gab es allerdings noch keine Anzeichen von Zerfallserscheinungen in der Mannschaft. Ganz im Gegenteil: Kurz vor Spielbeginn bildeten die Akteure auf dem Feld einen Kreis, um sich einzuschwören. Damit stellten sie Geschlossenheit unter Beweis. Die Leistung, welche sie danach ablieferten, war allerdings nicht gut genug, um ein defensiv eingestelltes Le Mont in die Knie zu zwingen. Trotz Chancenplus gab es gegen die Waadtländer in dieser Saison zum ­zweiten Mal ein torloses Unentschieden, womit nun selbst der Rückstand auf das zweitplazierte Xamax schon auf zwölf Punkte angewachsen ist.

Und was sagen die Spieler zu den ausbleibenden Löhnen? Sie bekamen ein Redeverbot auferlegt. Nur für die clubeigene Homepage durften sie Fragen beantworten. Natürlich wurden in jenen Interviews die Finanzen ausgeklammert. Vertrauen weckt auch diese Massnahme nicht.

 

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch


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