Dank Psychotricks den Bann gebrochen

ERFOLG ⋅ Genau 189 Tage nach dem letzten Sieg ist der FC Wil auf die Siegesstrasse zurückgekehrt. In Baulmes besiegte er Le Mont dank eines Treffers von Mattia Bottani mit 1:0. Zwei Tricks auf der psychologischen Ebene verhalfen den Wilern zu einer solidarischen Leistung.
30. April 2017, 20:48
Simon Dudle
Die Spieler feierten mit dem Dutzend mitgereister Fans, als hätten sie gerade den Aufstieg realisiert. Minuten später wurde in der Kabine ausgelassen gesungen und gejohlt. Dabei ist der FC Wil weiterhin Tabellenletzter und hat im Prinzip «nur» jene drei Punkte aufgeholt, die ihm am Freitag wegen Verstoss gegen des Lizenzreglements von der Liga abgezogen worden waren.
 
Der Sieg war aber mehr wert als drei Punkte. Seit dem 23. Oktober des Vorjahres hatten die Wiler 17 Partien lang nicht mehr gewonnen und wiederholt einen desolaten Eindruck hinterlassen. In Baulmes, wo Le Mont noch diese Saison seine Heimspiele austrägt, war vieles anders. Die Mannschaft zeigte sich solidarisch, kämpfte und unterliess vor allem haarsträubende Fehler, die zuvor immer wieder Punkte und Moral gekostet hatten. Die Wiler liessen sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als ihr Goalie und Captain Steven Deana schon früh in der zweiten Halbzeit wegen eines Handspiels ausserhalb des Strafraums des Feldes verwiesen wurde. Ersatzgoalie Noam Baumann musste in seinem ersten Challenge-League-Einsatz nicht hinter sich greifen.

Mehr noch: Mitte zweiter Halbzeit nutzte Mattia Bottani seine dritte Grosschance zum Siegtreffer in Unterzahl. Nahe der Mittellinie kam er an den Ball, liess mit einem unwiderstehlichen Antritt auf der linken Seite Kaja Rogulj sowie Adilson Cabral stehen und überwand schliesslich auch den ehemaligen Wiler Goalie Anthony Favre.

Am Freitag hatte die Mannschaft mit einem Mentaltrainer, einem ehemaligen Boxer, gearbeitet und sich dabei vom Frust befreit. Zudem war für diese Partie eine Zückerchen ausgesetzt worden. «Nicht eine Punkteprämie. Aber etwas, was das Team nun gemeinsam machen kann», sagte Clubpräsident Roger Bigger, ohne ins Detail zu gehen.
 
 
Le Mont – Wil 0:1 (0:0)
Sous-Ville, Baulmes: 450 Zuschauer. – Sr: Erlachner.
Tor: 66. Bottani 0:1.

Le Mont: Favre; Krasniqi, Rogulj, Tall, Marazzi; Ndzono, Cabral; Mobulu (71. Epitaux), Sessolo, Kilezi (76. Cortelezzi); Pimenta (60. Bengondo).

Wil: Deana; Stadelmann, Roesler, Stillhart, Keller; Scholz, Breitenmoser; Maroufi (53. Baumann), Yilmaz (86. Rahimi), Bottani; Vonlanthen (80. Bühler).

Bemerkungen: Le Mont ohne Kostadinovic, Feuillassier, Carvalho, Zambrella (alle verletzt), Savic, Simonyan und Roux (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Fazli (abwesend), Gomis, Lombardi, Schäppi, Ozokwo, Gjoshi, Mlinar, Ajeti (alle verletzt), Freid und Titaro (beide nicht im Aufgebot). – Platzverweis: 51. Deana (Hands ausserhalb des Strafraums). – Verwarnungen: 34. Bottani (Foul). 42. Krasniqi (Reklamieren). 64. Kilezi (Schwalbe), 87. Stillhart (Foul, im nächsten Spiel gesperrt).
 
Rangliste:
1. FC Zürich 29/72. 2. Xamax 30/63. 3. Servette 29/51. 4. Schaffhausen 29/36. 5. Aarau 29/36. 6. Winterthur 30/35. 7. Wohlen 30/30. 8. Le Mont 30/30. 9. Chiasso 30/29. 10. Wil 30/28.

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